Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studierende entwickeln Prototyp eines digitalen Organspendeausweises

12.09.2017

Ein Team von Studierenden der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) entwickelt einen Prototyp eines digitalen Organspendeausweises.

Da das Thema Organspende auch im Leben einiger Studierender eine große Rolle spielt, entstand die Idee, im Rahmen eines studentischen Projektes einen digitalen Organspendeausweis als App zu erstellen.


Prototyp der App Organspendeausweis

HfTL, Büttner/Hofman

Organspende ist nicht nur in den Medien ein kontrovers diskutiertes Thema, auch viele Menschen sind sich unsicher, ob sie ihre Organe nach dem Tod spenden wollen, was dann damit passiert und ob sie überhaupt spenden könnten. Daraus entstehen Unsicherheiten und Vorurteile, die Spendenbereitschaft stagniert und die Leidtragenden sind die Menschen, welche dringend auf eine Organspende angewiesen sind.

„Wir haben uns im Vorfeld des Projekts sehr umfangreich mit der gesamten Thematik Organspende auseinandergesetzt. Zwei Punkte sind dabei besonders herausgestochen: erstens herrschen in der Bevölkerung noch immer viele Vorurteile und Unsicherheiten und zweitens gibt es einfach keine zeitgemäße digitale Lösung, seine Entscheidung für oder gegen Organspende zu dokumentieren. An beiden Stellen setzt der Prototyp unserer App an.“, erklärt Diana Hofmann, die im Projekt die Leitung übernahm.

Im Rahmen der Module Wissenschaftlich angeleitete Berufspraxis „Wirtschaft“ und „Technik“ entwickelten die Studierenden zuerst ein inhaltliches Konzept sowie einen Designentwurf, um diese Inhalte dann im zweiten Schritt in dem Prototyp einer App umzusetzen. Eine umfassende Marktrecherche und Tests vorhandener Produkte ergaben vorab, dass die in Deutschland vorhandenen Apps zum Teil veraltet sind und Probleme auf einigen mobilen Endgeräten verursachen können.

Außerdem speichern alle vorhandenen Apps die Daten nur lokal auf dem Handy des Besitzers, meist ohne Login oder anderen Schutz der Daten. Unter der strengen Beachtung der Datenschutzgesetze und deutschen Sicherheitsrichtlinien sollte nun eine Lösung für dieses Problem gefunden werden.
Im Ergebnis entstand der Prototyp einer App, die neben einem umfassenden FAQ-Bereich und einer Besprechung von Vorurteilen auch eine Liste hilfreicher, weiterführender Informationen beinhaltet.

Ein Quiz vermittelt außerdem spielerisch Informationen zur Organspende und hilft das eigene Wissen zu testen und das Thema lockerer und positiver wahrzunehmen. Herzstück ist aber der digitale Organspendeausweis, welcher über die App ausgefüllt und in einer gesicherten Datenbank hinterlegt wird. Dabei wurde Wert auf eine einfache Bedienbarkeit und ein strenges Sicherheitskonzept gelegt.

Die persönlichen Daten sind einerseits nur nach Login zugänglich und andererseits durch ein zusätzliches Authentifizierungsverfahren vor unbefugten Änderungen geschützt. Das zusätzliche Verfahren setzt auf die Bestätigung aller Eingaben durch ein Selfie mit einem zufällig generierten Code. So können bei der Prüfung des Vorhandenseins eines Organspendeausweises sowohl der Code als auch das Foto verglichen werden, um die Echtheit der Angaben zu bestätigen.

Das Team der Studierenden wurde während des Projekts durch Prof. Sabine Radomski und den wissenschaftlichen Mitarbeiter Markus Georg in der HfTL fachlich unterstützt.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit unserer Studierenden. Insbesondere wie aktuelle Vorgaben des Datenschutzes und der Datenspeicherung umgesetzt wurden, zeigt das hohe Ausbildungsniveau an der HfTL“, erklärt Prof. Radomski.

Im nächsten Schritt werden die Studierenden den Prototypen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vorstellen.

Die HfTL ist eine durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) anerkannte private Hochschule in Trägerschaft der HfTL- Trägergesellschaft mbH, eine hundertprozentige Beteiligung der Deutschen Telekom AG.

Die HfTL steht für Lehre und Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien und ist die einzige deutsche Hochschule mit diesem Spezialprofil. Aktuell sind rund 1.440 Studierende in den direkten, dualen und berufsbegleitenden Bachelorstudiengängen Informations- und Kommunikationstechnik, Wirtschaftsinformatik, Kommunikations- und Medieninformatik, Angewandte Informatik, sowie in den Masterstudiengängen Wirtschaftsinformatik und Informations- und Kommunikationstechnik immatrikuliert.

Torsten Büttner | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hft-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wie Drohnen die Unterwelt erkunden
21.02.2018 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Neuer 3D Portrayal Service Standard veröffentlicht
20.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics