Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studierende entwickeln neues Verfahren für Online-Banking

04.03.2013
Informatiker der Universität Tübingen stellen Software vor, die bei Bankgeschäften für mehr Sicherheit sorgen soll

Wissenschaftler und Studierende der Universität Tübingen haben in Zusammenarbeit mit der GFT Technologies AG ein neues Verfahren entwickelt, das Online-Banking sicherer machen soll – die Software dafür wird diese Woche auf der Computermesse CeBIT in Hannover vorgestellt.

Die Idee für das „NFC-TAN“ Verfahren sei vor vier Jahren entstanden, von der Universität Tübingen patentiert worden und von Studierenden im Rahmen ihrer Diplomarbeiten weiterentwickelt worden, sagt Dr. Bernd Borchert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Theoretischen Informatik am Wilhelm-Schickard-Institut der Universität Tübingen. NFC steht für „Near Field Communication“ (Nahfeldkommunikation), ein internationaler Übertragungsstandard, mit dem sich kontaktlos Daten austauschen lassen.

Will ein Kunde von zuhause eine Online-Überweisung tätigen, sendet die Bank ihm für jeden Vorgang eine TAN (Transaktionsnummer) zu, erst wenn er diese eingibt, wird die Überweisung endgültig bestätigt. Bei den bisherigen Verfahren erhalten Kunden die TAN per SMS oder per ChipTAN-Gerät. Das SMS-TAN Verfahren sei zwar komfortabel, aber berge bei modernen Smartphones Sicherheitsrisiken, erklärt Borchert. Schadsoftware („Trojaner“) auf dem Smartphone könne beispielsweise das Konto-Passwort abhören und sich selber heimlich per Smartphone-Internet in das Bankkonto einloggen und eine Überweisung tätigen.

Das neue NFC-TAN Verfahren ähnelt dem ChipTAN Verfahren, nur wird das ChipTAN Gerät durch das eigene Smartphone ersetzt: Dem Kunden wird bei einer Überweisung am PC ein 2D-Code angezeigt, den er per Smartphone („Bank App“) scannt. Nach Bestätigung der Überweisung auf dem Smartphone-Display hält der Kunde seine Girokarte an das Smartphone, diese berechnet die TAN und sendet sie über NFC an das Smartphone. „Dieses Verfahren ist sicherer als SMS-Tan-Verfahren“, sagt Borchert. Und es sei komfortabler als Chip-Tan-Verfahren, weil kein extra Gerät benötigt werde. Auch entstünden Bankkunden keine Kosten, weder laufende noch für die Anschaffung. Jedes vierte aktuell verkaufte Smartphone nutze bereits NFC, auch planten Banken ohnehin die Einführung von NFC-fähigen Bankkarten.

Die Wissenschaftler wollen das Verfahren mit Unterstützung von GFT Technologies, einem IT-Lösungsanbieter aus Stuttgart, vermarkten. Bei der CeBIT wird es vom 5. bis zum 9. März in Halle 16 (Stand D30_64) live vorgeführt. Ein Pressegespräch mit Dr. Bernd Borchert, Universität Tübingen, und GFT findet am Donnerstag, 7. März, ab 10 Uhr in der Press Lounge in CeBIT-Halle 16 statt.

Kontakt:
Dr. Bernd Borchert
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Theoretische Informatik
Telefon +49 7071 29-78964
borchert[at]informatik.uni-tuebingen.de

Myriam Hönig | idw
Weitere Informationen:
http://www.nfc-tan.com
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften