Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studenten der Hochschule Aalen programmieren Sprachsteuerungs-App

14.09.2012
Befehle ausführen, Daten recherchieren, Hardware steuern – für all das ist weder Maus noch Tastatur notwendig. Abdulmelik Su und Dhiren Kandhari haben eine Sprachsteuerungs-App für Android basierte Endgeräte programmiert, die dem Nutzer viele Dinge abnimmt, schnell Informationen liefert und als persönlicher Assistent fungiert. Nicht umsonst hat die App bereits Millionen Nutzer.

Sie stehen im Stau und wollen zu Hause kurz Bescheid geben, dass es später wird. Ungern wollen Sie die Tasten Ihres Mobiltelefons bedienen und einen Auffahrunfall riskieren.

Hilfreich wäre hier eine Sprachsteuerung, der Sie Ihren Befehl, zu Hause Bescheid zu geben, mündlich mitteilen können, ohne dabei die Hände vom Steuer nehmen zu müssen. Die Sprachsteuerung erledigt dann alles Weitere für Sie. Diese Technologie ist kein Traum mehr, sondern Realität.

Millionen Smartphone- und Tablet-Besitzer nutzen sie bereits. Eine der erfolgreichsten Sprachsteuerungs-Apps für Android basierte Endgeräte heißt AIVC und wurde von Abdulmelik Su und Dhiren Kandhari programmiert, die an der Hochschule Aalen Informatik studieren.

Angefangen hat alles in der Vorlesung Programmieren. In einem Software-Projekt sollten sie mit Java ein Computerspiel programmieren. Dabei entstand die Idee, ihr Spiel auch als Android-Programmierung fürs Handy zu realisieren. Su und Kandhari hatten Feuer gefangen und wollten mehr erfahren.

Die Bibliothek der Hochschule Aalen unterstützte die beiden, indem sie ihnen Lernvideos zur Android-Programmierung zur Verfügung stellte. Den ersten Erfahrungen aus dem Software- Projekt folgte die Idee einer Sprachsteuerungs-App. Im November 2011 begannen sie mit der Planung, bereits am 10. Dezember 2011 veröffentlichten sie die erste kostenlose Version, die bis heute zum Download zur Verfügung steht. Nachdem sie bereits mit dem Vertrieb von Hörbüchern Erfahrung auf dem Online-Markt gesammelt hatten, waren ihnen die geschäftlichen Abläufe vertraut. „Die Selbständigkeit war für uns immer ein Traum. Wir wollen unsere Ideen verwirklichen und das heißt auch, einfach mal was auszuprobieren und Risiken in Kauf zu nehmen“, erklärt Abdulmelik Su, der damit auch anderen Mut zur Selbständigkeit machen möchte.

Für ihr Produkt werben die Entwickler über eine Google-Schnittstelle, ihre Facebook-Fanpage sowie über witzige Youtube-Demovideos. „Bislang haben wir keinen Cent für Werbung ausgegeben“, berichtet Dhiren Kandhari. Die App erhält in Fachportalen sehr gute Kritiken und auch die Produktbewertungen im Internet sprechen für die Qualität der App.

Die App funktioniert auf allen gängigen Android basierten Smartphone-Geräten und braucht eine bestehende Internetverbindung, um die Daten abzufragen. Gegenüber Konkurrenz-Produkten auf dem Android-Markt bietet AIVC mehr Toleranzen und ein umfangreiches, durchdachtes Repertoire an Fragen und Antworten. So kann man mit der App unter anderem telefonieren, Emails und SMS schreiben, Weckfunktionen einstellen oder Recherchieren, z.B. nach dem Wetter. Folgen sollen weitere Dienste zur Steuerung im Haushalt, wie beispielsweise das Bedienen von Lichtern oder Rollläden. Hierfür sucht das Team derzeit nach einer geeigneten Testumgebung. Und auch fürs Automobil sind weitere Funktionen geplant.

Aktuell arbeiten die Entwickler an weiteren Verbesserungen und setzen dabei vor allem die Wünsche ihrer Kunden um. Viele Rückmeldungen erhalten Su und Kandhari von Menschen mit Behinderung, die die App als echte Erleichterung in ihrem Alltag schildern, indem sie z.B. Textelemente vorliest. „Im Prinzip gibt es alle Informationen schon. Die App ist lediglich ein Assistent, der die Informationen gebündelt wiedergibt und bei der Suche hilft“, sagt Abdulmelik Su. Die App auch offline, d.h. ohne ständige Internetverbindung nutzen zu können, ist derzeit ihr nächstes Entwicklungsziel.

Monika Theiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.yourapp24.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie