Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steigendes Risiko durch plattformübergreifende Apps

14.10.2016

Über 70 Prozent der Apps zur Verwaltung und Anzeige von Dokumenten sind für den Unternehmenseinsatz ungeeignet. Hybride Apps bringen zusätzlich Websicherheitsrisiken in die App-Welt.

Viele Apps für Mobilgeräte haben schwerwiegende Sicherheitslücken, die Angreifer nutzen können, um in Unternehmen erhebliche Schäden zu verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Appicaptor-Security-Index des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie.


Die Mehrheit der kostenlosen Dokumenten-Apps eignet sich nicht für den Unternehmenseinsatz.

Fraunhofer SIT


Die Mehrheit der kostenlosen Android-Dokumenten-Apps eignet sich nicht für den Unternehmenseinsatz.

Fraunhofer SIT

Erstmalig untersuchten die Sicherheitsforscher automatisiert die Sicherheitsqualität auch von plattformübergreifenden Apps, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen wie Android und iOS laufen und immer häufiger zum Einsatz kommen. Weil diese Apps Webtechnologien wie HTML und JavaScript verwenden, bergen sie zusätzliche Sicherheitsrisiken dieser Webtechnologien.

Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg stellen die Forscher vom 18. bis 20. Oktober die neuesten Testergebnisse am Stand 430 Halle 12 vor. Der vollständige Bericht steht im Internet unter https://www.sit.fraunhofer.de/de/securityindex2016/ kostenlos zum Download zur Verfügung.

Laut den jüngsten Tests des Fraunhofer SIT nutzen 81 Prozent der beliebtesten kostenlosen iOS-Apps für die Kommunikation immer noch unverschlüsselte HTTP-Verbindungen, um Inhalte wie HTML-Seiten und JavaScript-Code zu laden. Bei Android haben 86 Prozent der Top 2000 kostenlosen Apps Verschlüsselungsmängel.

Solche Sicherheitslücken betreffen jedoch nicht nur News- oder Taschenlampen-Apps, sondern auch die für Unternehmen wesentlich kritischeren File-Viewer-Apps, wie beispielsweise PDF-Reader. Ganze 73 Prozent der analysierten File-Viewer-Apps und 55 Prozent der Android Organizer-Apps (iOS 28 Prozent) sind für den Unternehmenseinsatz ungeeignet, denn sie weisen gravierende Mängel auf, die Cyberkriminelle ausnutzen können. „So können Angreifer Passwörter oder PINs der Mitarbeiter ausspionieren und großen finanziellen Schaden anrichten“, sagt Dr. Jens Heider, Leiter des Testlabors Mobile Sicherheit am Fraunhofer SIT in Darmstadt. Da diese Apps häufig auch zur Ansicht von vertraulichen Dokumenten genutzt werden, wiegen diese Sicherheitslücken besonders schwer.

Auf der it-sa demonstrieren die Wissenschaftler des Fraunhofer SIT Angriffe auf hybride Apps: Die Darmstädter Forscher zeigen, dass sich ein fehlender Integritätsschutz auch bei seriösen Apps ausnutzen lässt, um die App durch eine Man-in-the-Middle-Attacke zu verändern. So konnten die Wissenschaftler bei verwundbaren Apps beispielsweise vorhandene App-Funktionen missbrauchen und damit unautorisiert auf alle Kalenderinhalte zugreifen, Termine ändern oder gar löschen.

Entwickler verzichten bewusst auf Sicherheit

„Auffällig ist, dass viele Entwickler immer noch bewusst auf eine hohe Sicherheitsqualität verzichten“, sagt Dr. Jens Heider. Apple will das ungeschützte Übertragen von Daten unterbinden und hat daher die App Transport Security (ATS) eingeführt: Apps dürfen damit nur noch über das HTTPS-Protokoll kommunizieren. Doch viele Entwickler deaktivieren die Funktion momentan noch. Gerade einmal neun Prozent der kostenlosen Top 2000 iOS Apps haben ATS ohne Ausnahmen aktiviert.

Für ihre Analysen nutzten die Fraunhofer-Wissenschaftler das Testwerkzeug Appicaptor, das automatisiert große Mengen an Apps auf ihre Sicherheit und die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Unternehmens untersucht. Unternehmen können Appicaptor als Lösung nutzen, um schnell und einfach bestehende als auch in der Entwicklungsphase befindliche Apps zu bewerten. Das vom Fraunhofer SIT entwickelte Testwerkzeug überprüft jede App auf verschiedene Standardkriterien und generiert eine entsprechende Gesamteinschätzung des Risikopotenziales der App.

Weitere Informationen:

https://www.sit.fraunhofer.de/de/securityindex2016

Oliver Küch | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie