Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Soziale Roboter – programmierbar für jedermann

20.07.2016

Das Startup LuxAI ist die Fortführung eines Forschungsprojekts am Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg, das der Fonds National de la Recherche (FNR) im Rahmen seines „Proof of Concept“-Programms gefördert hat. Geschäftsmodell von LuxAI sind Entwicklung und Bau so genannter sozialer Roboter. Anwendungsbereiche für solche Roboter können beispielsweise das Bildungs- oder das Gesundheitssystem sein, wo sie Ausbilder und Therapeuten bei ihrer Arbeit unterstützen: So können die Roboter darauf programmiert werden, mit Kindern Vokabeln zu üben oder mit Schlaganfallpatienten Übungen zur Rehabilitation zu machen.

Für die Entwicklung seines Roboters ist LuxAI bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden: Es gewann den dritten Preis beim Wettbewerb „Pitch your start-up“, bei dem es 90 Teilnehmer aus Luxemburg, Frankreich, Deutschland, Italien und sogar Korea gab.


Gründer und CEO Dr. Pouyan Ziafati mit Mitgründerin und Chief Medical Officer Aida Nazariklorram.

© ScienceRELATIONS

Beim „Pirate Summit Luxembourg” qualifizierte sich LuxAI für das Pirate Summit Global – eine europäische Start-up-Konferenz, die im September in Köln stattfindet. Und schließlich gewann LuxAI Anfang Juli den ersten Preis beim Mind & Market Forum in Luxemburg.

Das „AI“ in LuxAI steht für Artificial Intelligence, oder auf Deutsch „Künstliche Intelligenz“. „Roboter, die mit Menschen interagieren sollen, müssen sehr schnell eine große Menge an Informationen verarbeiten und ihr Verhalten an die Interaktion anpassen“, sagt der Chef von LuxAI, Dr. Pouyan Ziafati.

Ziafati hat seine Doktorarbeit zur Künstlichen Intelligenz und zu Robotics am SnT geschrieben – und darauf aufbauend LuxAI gegründet. „Unser Roboter ist der erste soziale Roboter aus Luxemburg“, sagt Ziafati: „Wir haben den Prototypen bereits Praxistests unterzogen. Dabei hat er sehr gute Noten für seine soziale Erscheinung, Emotionalität und leichte Handhabbarkeit bekommen.“

Herzstück eines jeden Roboters ist seine Programmierung, die Software. Bei LuxAIs sozialem Roboter beruht sie auf einer so genannten Robot Agent Programming Language, die Ziafati für seine Promotion entwickelt und auf die Erfordernisse sozialer Roboter angepasst hat. Solche Programmierungen sind allerdings nur IT-Experten möglich. „Praktiker, die einem Roboter beispielsweise das Training von Schlaganfallpatienten beibringen wollen, können sich da nicht einarbeiten“, sagt Ziafati: „Sie brauchen eine Schnittstelle, mit deren Hilfe sie den Roboter intuitiv programmieren können.“

Genau diese Schnittstelle hat LuxAI in Zusammenarbeit mit dem Autonomous Robot Lab der Computer Science and Communications Research Unit (CSC) der Universität Luxemburg entwickelt. Sie basiert auf dem in Smartphones weit verbreiteten Android-System und kann soziale Roboter für den Massenmarkt tauglich machen, wie Ziafati meint: „Die ersten Tests mit unserem Roboter haben IT-Laien gemacht.

Sie konnten die Roboter innerhalb von 20 Minuten für ihre Zwecke programmieren. Unsere Software ermöglicht das jedermann.“ Anwendungsmöglichkeiten sieht Ziafati in vielen Feldern: Bei der Lernunterstützung für autistisch veranlagte Kinder, in Schulen, im Unterhaltungsbereich oder in der Geriatrie.

„Soziale Roboter werden qualifiziertes Personal niemals ersetzen – aber sie können es unterstützen, weil sie grenzenlos Zeit haben und Routineaufgaben übernehmen können“, so Ziafati. LuxAI arbeitet jetzt mit der Fondation Autisme Luxembourg und drei Departments der Universität Luxemburg an Anwendungen für die Therapie von Autismus, Verhaltenstherapie, Geriatrie und Fremdsprachenunterricht im Kindergarten.

Über die Gründung und den schnellen Erfolg von LuxAI freut sich auch Prof. Björn Ottersten, Direktor des SnT: „LuxAI zeigt, dass unsere Anstrengungen, Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen von hohem gesellschaftlichem Nutzen zu überführen, zunehmend Früchte tragen. Bei unseren Wissenschaftlern wächst immer häufiger der Wunsch, ihre Erkenntnisse auch unternehmerisch zu nutzen. Darin unterstützen wir sie systematisch.“ Bei LuxAI geschieht dies im Rahmen des Proof of Concept-Förderprogramms des FNR. „Damit konnten wir den ersten Prototypen unseres Roboters entwickeln“, sagt Ziafati: „Jetzt werden wir daraus ein erfolgreiches Produkt machen.“

Weitere Informationen:

http://wwwen.uni.lu/university/news/latest_news/social_robots_programmable_by_ev...

Thomas Klein | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Vom Gehirn zur Robotik: Algorithmen verarbeiten Sensordaten wie das Gehirn
25.09.2017 | Universität Ulm

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie