Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Softwarelösung des Fraunhofer AST für eine optimale Bewirtschaftung des Beijiang River in Südchina

11.01.2011
Auf Basis der Softwarelösung WaterLib haben Forscher des Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik AST in nur sechs Monaten ein professionelles Entscheidungshilfesystem zur optimalen Wasserbewirtschaftung des Beijiang River entwickelt. Finanziert wurde das Projekt vom renommierten Nanjing Hydraulic Research Institute (NHRI) aus China.

In den wachstumsstarken Ländern Asiens – allen voran China – steigt die Bedeutung von Staustufenkaskaden für die Energieerzeugung, den Hochwasserschutz und die Schiffbarkeit der Binnengewässer. Allerdings lassen sich diese Ziele nie gleichzeitig in ihrem Optimum erreichen und unterliegen starken jahreszeitlichen Einflüssen wie etwa Niederschlägen.

Die Optimierung mehrerer Staustufen als Kaskade mit angegliederten Talsperren und einem Einzugsgebiet, in dem rund 30 Millionen Einwohner leben, erfordert somit eine leistungsfähige Softwarelösung, mit denen das komplexe Wassersystem, klimatische Parameter und Verbrauchsverhalten nachmodelliert und die einzelnen Zielstellungen besser erreicht werden können.

Auf Basis der WaterLib-Softwareentwickelten Forscher des Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik AST im Auftrag des Nanjing Hydraulic Research Institute (NHRI) ein digitales Entscheidungshilfesystem für einen rund 300 km langen Flussabschnitt des Beijiang River und einer installierten Wasserkraftwerksleistung von mehr als 300 MW. Vom Vertragsbeginn bis zum erfolgreichen Projektabschluss sind dabei nur sechs Monate vergangen.

»Eine Besonderheit des Beijiang River ist die Versalzungsgefahr bei niedrigem Flusspegel im Mündungsgebiet, was wir als zusätzlichen Parameter in die Optimierungsmodelle einpflegen mussten. Mit den umfassenden Reportfunktionalitäten von WaterLib besitzen unsere chinesischen Partner nun eine aufbereitete Datenbasis, um die Staustufenkaskaden und Talsperren optimal hinsichtlich der Zielstellungen Energieerzeugung, Hochwasserschutz und Schiffbarkeit zu bewirtschaften«, erläutert Dr. Divas Karimanzira, Projektmitarbeiter am Fraunhofer AST Ilmenau.

WaterLib ermöglicht dabei nicht nur eine kurzfristige Optimierung, z. B. für eine optimale Energieerzeugung, sondern dient auch als Grundlage für langfristige Bewirtschaftungsszenarien über mehrere Jahrzehnte: »Eine wichtige Rolle spielt dabei die weitere wirtschaftliche Entwicklung, die Folgen der Urbanisierung und der damit verbundene Wasserverbrauch, der pro Kopf schon heute deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt. Auch diese Kriterien können wir bei der Optimierung in unterschiedlichen Szenarien berücksichtigen«, erklärt Karimanzira.

Mit einem Volumen von rund 100.000 Euro konnte das Fraunhofer AST wiederholt einen Auftrag aus der Volksrepublik China akquirieren. Schon von 2004 – 2008 entwickelten die Ilmenauer Forscher ein umfangreiches Entscheidungshilfesystem für das optimale Wassermanagement der chinesischen Hauptstadt Peking.

Für das Fraunhofer AST ist das Projekt allerdings nur ein Zwischenschritt, zukünftig soll die vorhandene Kundenbasis in Asien weiter ausgebaut werden: »Mit unseren Schwerpunkten wie Energie und Wasser berühren wir genau die drängendsten Probleme dieser Region. Im nächsten Jahr wollen wir weitere Projekte initiieren. China ist der Zukunftsmarkt für unsere Lösungen«, erklärt PD Dr.-Ing Thomas Rauschenbach, seit 2007 Leiter des Fraunhofer AST Ilmenau.

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/36398/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften