Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Software zur Simulation von Krisensituationen

06.06.2013
Mit der Software MAGEO, die vom Laboratorium für Identität und Differenzierung von Raum, Umwelt und Gesellschaft (Idees) der Universität in Rouen entwickelt wurde, soll die Ausbreitung einer Epidemie oder die Evakuierung einer Stadt bei einem schwerwiegenden technischen Unfall simuliert werden.

Die Software kann kostenlos herunterladen werden und bietet so Geosimulationsmöglichkeiten für alle. Mit Hilfe geografischer Daten kann jeder Forscher ein dynamisches Modell erstellen, um so die Wechselwirkungen zwischen einer Vielzahl von Komponenten zu untersuchen (zum Beispiel Insekten, Einzelpersonen, Teile eines Territoriums).


© Eric Daudé, Projekt finanziert durch die Forschungsförderagentur (ANR) und den EU-Fonds FEDER

Die Auswirkungen dieser Wechselwirkungen können auf unterschiedlichen Ebenen beobachtet werden. "Jeder kann ganz einfach seine Daten in Bezug auf ein bestimmtes Gebiet nutzen", erklärt Eric Daudé, Geograph, Spezialist für Geosimulation und Projektmanager.

MAGEO wird derzeit unter anderem im Rahmen des EU-Projekts DENFREE [1] zur Modellierung der Dengue-Epidemien in Delhi und Bangkok genutzt. "Die Ausbreitung dieser durch Mücken übertragenen Krankheit ist auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen: der Immunstatus von Personen, Maßnahmen zum Schutz gegen diese Mücken, stark frequentierte Orte, etc.", so Eric Daudé. "Die geographische Untersuchung dieser Wechselwirkungen ist entscheidend bei der Suche nach Möglichkeiten zur Vermeidung bzw. Ausrottung der Epidemie, da die Mückenkonzentrationen je nach örtlichen Besonderheiten (Vorhandensein von Wasser begünstigt z.B. die Vermehrung dieser Insekten) stark variieren."

MAGEO ermöglicht die Identifizierung und Kartierung von Risikogebieten, das Experimentieren mit verschiedenen Szenarien und die Evaluierung der Auswirkungen der gezielten Maßnahmen. "Durch die Simulationen können insbesondere Schwelleneffekte untersucht werden: Ziel ist es herauszufinden, wie viele Mücken getötet werden müssen und an welchen Orten, um die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen."
Ein weiterer Vorteil der Software ist die einheitliche Sprache, was insbesondere bei interdisziplinären Projekten nützlich ist.

[1] Ziel des Projektes DENFREE ist es, das Denguefieber besser zu verstehen und entsprechende Epidemien erfolgreicher handhaben zu können. Epidemiologie und Immunologie spielen dabei genauso eine Rolle wie auch Klimatologie und Geografie. Es wird von der EU über das 7. FRP finanziert (6 Millionen Euro).

Weitere Informationen unter: Online-App: http://code.google.com/p/mageo

Kontakt: Eric Daude, Projektmanager, eric.daude[at]univ-rouen.fr

Quelle: Artikel aus CNRS le Journal - Mai-Juni 2013 - http://www.cnrs.fr/fr/pdf/jdc/272/index.html#/24/

Redakteur: Aurélien Filiali, aurelien.filiali@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte