Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software zur Plagiatserkennung im Test – die Systeme haben an Qualität verloren

07.01.2011
Es gibt zwar von Jahr zu Jahr mehr Softwareprodukte, die von sich behaupten, einen Text zuverlässig daraufhin zu überprüfen, ob es sich um ein Plagiat handelt oder nicht. Aber: Diese Systeme haben nach temporärer Besserung inzwischen wieder an Qualität verloren.

Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, ausgewiesene Plagiatsforscherin an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), bei ihrer vierten umfangreichen Reihenuntersuchung von Softwareprodukten zur Plagiatserkennung. Besonders pikant: Einige der Systeme werden von höchst zweifelhaften Unternehmen angeboten, darunter auch von solchen, die Ghostwriting anbieten.

Im Test von 2010 – die vorherigen Tests fanden 2004, 2007 und 2008 statt - nahmen Prof. Dr. Debora Weber-Wulff und ihre Mitarbeiterin Katrin Köhler exakt 26 Plagiaterkennungssysteme unter die Lupe. Für die Prüfung wurden neue Testfälle in Englisch und Japanisch entwickelt und jedes System mit 42 kurzen Essays konfrontiert. Darüber hinaus wurden die Benutzerfreundlichkeit der Systeme und die Professionalität der Unternehmen bewertet.

Fazit: Die auf dem Markt angebotenen Plagiatserkennungsysteme lassen sich derzeit drei Kategorien zuordnen: teilweise nützlich, kaum brauchbar und nutzlos. Teilweise nützliche Systeme können nach Auffassung der HTW-Professorin immerhin dann verwendet werden, wenn mit Hilfe einer Suchmachine und drei bis fünf Wörtern eines verdächtigen Absatzes bereits erste Plagiatsindizien erbracht sind. In diesen Fällen helfen Systeme wie PlagAware, Turnitin, Ephorus, PlagScan oder Urkund dabei, größere Sicherheit zu gewinnen. Doch selbst die besten Systeme würden höchstens 60 bis 70 Prozent der plagiierten Textanteile finden.

Eine ganze Reihe von weiteren Systemen seien hingegen kaum brauchbar – hier ließe sich nach Auffassung von Prof. Dr. Weber Wulff genauso gut eine Münze werfen. In der Kategorie der nutzlosen Systeme schließlich hat die Plagiatsforscherin gar einige Betrügern ausfindig gemacht, aber auch Ghostwriting-Dienstleister.

Die Empfehlung der HTW-Plagiatsforscherin: Plagiatserkennungssysteme sollten nur bei konkretem Verdacht verwendet werden. Parallel dazu sollte der Focus an Hochschulen und Schulen stärker auf der Aufklärung liegen: Was ist ein Plagiat, warum darf nicht plagiiert werden und wie arbeitet man richtig? Dies sei sinnvoller als zuviel Zeit in die Durchsuchung von eingereichten Arbeiten bzw. in die Vermeidung von Fehlalarmen zu investieren.

Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Thema:
Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, HTW Berlin
E-Mail: d.weber-wulff@htw-berlin.de

Gisela Hüttinger | idw
Weitere Informationen:
http://plagiat.htw-berlin.de/software/2010
http://www.htw-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie