Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software für Kardiologen

28.09.2010
Kooperationsprojekt zwischen Informatikern der Universität Heidelberg und zwei Unternehmen

Informatiker der Universität Heidelberg sind an der Entwicklung eines Software-Elements beteiligt, das in der Kardiologie unter anderem bei der Bildarchivierung zum Einsatz kommen soll.

Ziel ist es, zwei bestehende Softwareprodukte zu kombinieren und mit zusätzlicher Funktionalität zu versehen. Das Institut für Technische Informatik kooperiert dabei mit zwei Unternehmen aus Bruchsal und Mannheim, die als Universitäts-Ausgründungen entstanden sind. Diese Zusammenarbeit unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Männer wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über einen Zeitraum von 22 Monaten mit insgesamt 307.000 Euro gefördert.

„Das kombinierte System der beiden Programme wird es erlauben, Ultraschalldaten – Bilder, Filme und Messwerte – von verschiedenen Geräten standardisiert und automatisch über ein Netzwerk zu archivieren. Die Ärzte können die benötigten Daten dann aus der Datenbank übertragen und mit Computerunterstützung so bearbeiten, dass die Diagnosestellung optimal unterstützt wird“, erklärt Prof. Männer. Ein Beispiel ist der sogenannte Gewebe-Doppler, eine neuartige leistungsstarke Technik zur Darstellung der Funktion der linken Herzkammer. Mit dieser Technik kann die Geschwindigkeit des Herzgewebes bestimmt und quantitativ dargestellt werden. Damit lässt sich messen, wie schwer die Störung der Pumpfunktion und auch wie fortgeschritten die Alterung des Herzmuskels sind.

Das neue Software-System basiert einerseits auf dem Programm „Ashvins“ der MedicalCommunications GmbH in Bruchsal. Es erlaubt die radiologische Bildverwaltung, Befund-Beschreibung und Bildverteilung zwischen Krankenhäusern und privaten Praxen. Andererseits stützt es sich auf Software der UltraOsteon GmbH in Mannheim, mit der kardiologische Daten archiviert und analysiert sowie entsprechende Befunde dokumentiert werden können. Dieses Computerprogramm wird nun über eine Plugin-Schnittstelle in „Ashvins“ integriert, so dass eine komplette Lösung für verschiedene klinische Abteilungen entsteht. „Speziell Kardiologen werden damit in der Lage sein, nicht nur konventionelle Ultraschall-Doppler-Messungen zur digitalen Archivierung zu verwenden, sondern auch die Bildbetrachtung von Ultraschall- und anderen diagnostischen Bildgebungsverfahren zu ermöglichen. Dabei werden die anatomischen Strukturen, die Wandbewegung und die Blutströmungen simultan erfasst, um die Funktion der Herzkammern zu überprüfen und krankhafte Störungen festzustellen“, so Prof. Männer.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Forschungseinrichtungen auszubauen, um Forschungsergebnisse zeitnah in marktwirksame Innovationen umzusetzen und die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu fördern.

Kontakt:
Prof. Dr. Reinhard Männer
Institut für Technische Informatik
Telefon (0621) 181-2642
reinhard.maenner@ziti.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften