Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smartphones sollen Emotionen erkennen

05.12.2012
Algorithmus bestimmt Gefühlslage aus Stimme sehr genau

Ingenieure an der University of Rochester haben einen Algorithmus entwickelt, der gefühlserkennende Smartphones ermöglichen könnte. Denn die Lösung, die heute, Mittwoch, im Rahmen des IEEE Workshop on Spoken Language Technology genauer vorgestellt wird, kann verschiedene Emotionen anhand der Stimme abschätzen und das Tests zufolge mit bisher unerreichter Zuverlässigkeit. Ein App-Prototyp nutzt das bereits, um entsprechend der Stimme des Users ein fröhliches oder trauriges Gesicht anzuzeigen.

Stimmung statt Worte

Das neue Programm betrachtet zwölf Charakteristiken gesprochener Worte, wie beispielsweise Tonlage und Lautstärke, um so auf eine von sechs Emotionen zu schließen. Die Worte selbst sind dabei unerheblich. "Wir haben Aufnahmen von Schauspielern verwendet, die das Datum vorlesen", sagt Wendi Heinzelman, Professorin für Elektrotechnik und Informatik. Bei der Analyse der Aufnahmen konnte das System mit 81-prozentiger Genauigkeit die Gefühlslage - beispielsweise "fröhlich" oder "angewidert" - richtig bestimmen, wenn es die Stimme bereits kannte. Das ist ein sehr guter Wert, allerdings mit der Einschränkung, das nur mit Aufnahmen gearbeitet wurde.

"Im wirklichen Leben müssen wir Emotionen in Echtzeit erkennen. Wir müssen die Gefühle während des Sprechens erfassen", meint Spracherkennungsexperte Léon Rothkrantz, Professor an der Technischen Univsität Delft http://home.tudelft.nl/en , gegenüber pressetext.

Denn erst das eröffnet wirklich alle mit der Emotionserkennung verbundenen Möglichkeiten - etwa, das Notfallzentralen die Dringlichkeit von Anrufen abschätzen (http://pressetext.com/news/20110322003 ) oder auch, dass ein Simultanübersetzungssystem wirklich den vollen Inhalt einer Aussage transportieren kann.

Breites Anwendungspotenzial

So sich der Algorithmus der University of Rochester auch unter realen Bedingungen bewähren kann, wäre er aber sehr interessant für ein breites Anwendungsspektrum. Ein Beispiel sind Smartphone-Apps, die weit über den aktuellen Prototypen hinausgehen. "Man kann sich leicht eine komplexere App vorstellen, die die Technologie für alles Mögliche vom Anpassen der angezeigten Farben auf dem Display des Handys bis hin zum Abspielen von zur eigenen Laune passenden Musik nutzt", so Heinzelman.

Ein völlig anderes Anwendungsbeispiel ergibt sich aus der Zusammenarbeit der Ingenieure mit Psychologen an der University of Rochester, die die Interaktion von Teenagern und Erwachsenen studieren. "Eine zuverlässige Möglichkeit, Emotionen zu kategorisieren, könnte für unsere Arbeit sehr nützlich sein", meint Psychologieprofessorin Melissa Sturge-Apple. Denn dann müsste nicht immer ein Forscher Gesprächen beiwohnen, um den Gefühlszustand der Beteiligten händisch aufzuzeichnen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.rochester.edu
http://www.slt2012.org

Weitere Berichte zu: Algorithmus Emotion Emotionserkennung Gefühlslage Smartphone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Intelligente Videoüberwachung für mehr Privatsphäre und Datenschutz
16.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips
16.01.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften