Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smarte Büros mit geringem Energieverbrauch

23.05.2011
Smarte Büros mit geringem Energieverbrauch zu entwickeln - das ist das Ziel des Forschungsprojekts „pinta“ (Pervasive Energie durch internetbasierte Telekommunikationsdienste). Dieses System soll unter Berücksichtigung des nutzerabhängigen Verhaltens so viel Energie wie möglich am Büroarbeitsplatz einsparen.

In den nächsten drei Jahren werden die Industriepartner E.ON Mitte und Siemens gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet), den Fachgebieten Kommunikationstechnik (ComTec) und Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht der Universität Kassel und dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) ein Energiemanagementsystem entwickeln.

Es wird mit rund drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Wettbewerbs „Energieeffiziente IKT für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen - IT2Green“ gefördert (siehe auch ausführliche Pressemitteilung des deENet unter http://www.deenet.org/Pressemitteilungen.1935.0.html).

Die Universität Kassel ist mit zwei Fachgebieten im Projekt pinta vertreten. Prof. Dr. jur. Alexander Roßnagel, Leiter des Fachgebietes Öffentliches Recht, wird mit der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) klären, welche rechtlichen Anforderungen an den Schutz von Anwender- und Mitarbeiterdaten zu berücksichtigen sind. Außerdem wird provet maßgebliche datenschutz- und arbeitsrechtliche Vorschriften zusammenstellen, um den Einsatz der Forschungsergebnisse des pinta-Projektes in einer nordhessischen Kommune zu ermöglichen.

Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Leiter des Fachgebietes für Kommunikationstechnik (ComTec), wird mit seinem Mitarbeiter Dr.-Ing. Rico Kusber und einem Team von Wissenschaftlern den Einsatz von IKT im Büroalltag kommunaler Verwaltungen analysieren und Algorithmen entwickeln, um die Situation und das Verhalten von Benutzern vorherzusagen. Diese Algorithmen werden dann in das pinta-Gesamtsystem integriert, um Verbrauchsgeräte, wie PCs, Drucker, WLAN-Access Points oder auch die Beleuchtung bedarfsgerecht und automatisch zu steuern.

Auch in Zukunft wird die Anzahl der Computer und anderer Geräte der Informations- und Kommunikationstechnologie in Büros weiter wachsen. Computer, Drucker, Scanner, aber auch die Beleuchtung und Heizung bzw. Kühlung sind maßgebliche Energieverbraucher. Um den Energieverbrauch zu minimieren, werden innovative Ansätze für ein modernes Energiemanagement benötigt. Dieser Aufgabe widmet sich das Projekt pinta. Dabei handelt es sich um eine anwenderspezifische Steuerung von elektrischen Geräten und Heizungs- bzw. Kühlsystemen in Bürogebäuden. Die Steuerung erfolgt über ein kontextsensitives Energiemanagementsystem. „Kontextsensitivität gilt als vielversprechend für adaptive Energiesteuerung“, bekräftigt Prof. David. Anwenderspezifische Informationen, wie die Aktivität und der Standort der Büroangestellten werden mithilfe von drahtlosen Sensornetzwerken und Mobiltelefonen erfasst, um elektrische Geräte und Energieverbraucher automatisch zu schalten. Manuelles Handeln der Nutzer ist dabei nicht erforderlich. "Sensoren im 'Internet der Dinge' durchdringen mehr und mehr unsere Alltagswelt. Es liegt auf der Hand, die hierdurch gewonnen Informationen zur Reduktion des Energieverbrauchs zu nutzen", erläutert der Projektleiter Dr. Cornel Klein von der Siemens AG.

Am Beispiel eines Büroarbeitsplatzes wird das hohe Einsparpotential des Systems deutlich: Bei Abwesenheit des Nutzers (Mittagspause, Besprechungen etc.) werden über das pinta-System alle Heizungen sowie elektronische Geräte (Beleuchtung, PC, Drucker etc.) automatisch abgeschaltet oder in einen Energiesparmodus gefahren. Durch ein kontextsensitives Energiemanagementsystem können Zeiten, in denen z.B. ein PC nicht genutzt wird, automatisch identifiziert werden. In diesen Zeiträumen wird der PC in einen Standby-Modus geschaltet. Auf diese Weise lassen sich bis zu 30% des Energieverbrauchs einsparen.

Das pinta-System wird zunächst in einer Laborumgebung des Fachbereichs ComTec an der Universität Kassel sowie bei Siemens in München entwickelt und getestet. Anschließend wird es in einem Verwaltungsgebäude einer nordhessischen Kommune im Netzgebiet der E.ON Mitte implementiert und erprobt. "Wir unterstützen die Kommunen aktiv bei der Umsetzung ihrer möglichen Einsparpotenziale. Wichtig ist dabei, dass die Lösungen auch auf andere Kommunen übertragbar sind. Wir wollen damit Impulse für mehr Energieeffizienz in der Kommunalverwaltung geben", erläutert Thomas Weber, Mitglied des Vorstands von E.ON Mitte, die Gründe für das Projektengagement des Regionalversorgers. Anhand der erzielten Energieeffizienzgewinne werden neue, marktfähige Produkte und Dienstleistungen entwickelt, insbesondere Sensornetze, Energieeffizienzdienstleistungen sowie IKT-Dienste und Systemlösungen für mobile Endgeräte. Darüber hinaus sind an der Entwicklung weitere von den Projektpartnern beauftragte Unternehmen beteiligt: ekom21, eCO2IT, IBP Fraunhofer-Institut, PhoneTec, Networking Concepts.

Info
Prof. Dr.-Ing. Klaus David
Universität Kassel
ComTec
Tel: 0561/804-6314/-6456
E-Mail: david@uni-kassel.de
Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Universität Kassel
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Tel.: 0561/804-3130
E-Mail: a.rossnagel@uni-kassel.de
Dipl.-Ing. Stefan Fennel
Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien
Tel.: 0561/788 096-12
E-Mail: s.fennel@deenet.org
Dr. Cornel Klein
Siemens AG
Tel.: 089/636-535-62
E-Mail: cornel.klein@siemens.com
Weitere Informationen:
http://www.pinta-it2green.de - Pinta-Projektwebsite
http://www.comtec.e-technik.uni-kassel.de - Fachgebiet für Kommunikationstechnik (ComTec)
http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=fb7_iwr_provet - Fachgebiet Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht, Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet)

http://www.it2green.de - BMWi-Förderinitiative IT2Green

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie