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Smart Grids: Kampf der Datenflut durch neue Analysetechnik

14.12.2015

Projekt PROMISE: Process-Mining soll Anomalien aufspüren

Die Fachhochschule Salzburg und die Universität Wien erforschen in einem gemeinsamen Projekt das Gebiet der Smart Grids. Smart Grids sind intelligente Stromnetze, die alle Akteure des Energiesystems wie Erzeuger und Verbraucher über ein Kommunikationsnetzwerk miteinander verbinden.


Das Projekt PROMISE (Process Mining for Intrusion Detection in Smart Energy Grids) sucht nach Unregelmäßigkeiten in den Stromnetz-Daten.

Copyright: FH Salzburg/ITS

Dominik Engel (FH Salzburg) und Stefanie Rinderle-Ma (Universität Wien) untersuchen mit ihren Teams, welche Möglichkeiten die Analyse von Daten und Prozessen im Energiebereich mittels neuartiger Techniken wie Process-Mining bietet.

Bis 2020 soll es in Europa 200 Millionen Smart Meter für Strom und 45 Millionen Smart Meter für Gas geben. Jeder dieser Smart Meter wird kontinuierlich Daten erzeugen. Der daraus entstehende riesige "Datenozean" wird – wenn überhaupt – nur rudimentär analysiert. Insbesondere bleiben Informationen über die Prozesse, welche die Energieversorgung steuern, bisher unerforscht im Datenmeer verborgen.

Ein wichtiges Anwendungsfeld im Projekt PROMISE ist das Aufspüren von Anomalien, d.h. von Abweichungen von den vorgesehenen Prozessen. Solche Abweichungen können sehr sicherheitsrelevant sein, da sie beispielsweise unerlaubte Eingriffe in die Energieversorgungsprozesse aufzeigen.

Neuartige Analysetechniken versprechen dabei insbesondere, die Anzahl von "Fehlalarmen" beim Aufdecken von Eingriffen deutlich zu reduzieren und somit eine gezieltere Überwachung von potenziellen Eindringversuchen vornehmen zu können.

Für PROMISE hat sich ein interdisziplinäres Konsortium aus Partnern aus Forschung und Industrie zusammengefunden. Projektleiter ist die Fachhochschule Salzburg mit dem "Josef Ressel Zentrum für Anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Sicherheit und Steuerung" um Dominik Engel mit Expertise in Sicherheit und Privacy.

Weiterer Forschungspartner ist die Universität Wien, wo Stefanie Rinderle-Ma mit ihrer Forschungsgruppe "Workflow Systems and Technology" Kompetenz in prozessorientierter Datenanalyse einbringt. Als Industriepartner wird Teradata mit Know-How um Big Data Analytics zum Projekt beitragen. Unter Verwendung der "Teradata Aster Discovery Platform" (http://www.teradata.com/Teradata-Aster-Discovery-Platform/) werden konkrete Anwendungsszenarien mit verschiedenen Netzbetreibern und der Smart Grid-Modellregion Salzburg erarbeitet.

Insgesamt verbindet PROMISE hochinnovative Fragestellungen mit hohem praktischem Nutzen. Im Rahmen des Programms IKT der Zukunft (https://www.ffg.at/iktderzukunft) fördert die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG das PROMISE-Projekt.

Forschungsgruppe Workflow Systems and Technology

Die Forschungsgruppe Workflow Systems and Technology (Leitung Stefanie Rinderle-Ma) der Fakultät für Informatik der Universität Wien beschäftigt sich mit aktuellen Forschungsthemen rund um den Lebenszyklus prozessorientierter Anwendungssysteme etwa zu Business Process Compliance and Intelligence, Flexibilität und Evolution, geeignete Einbeziehung des "Faktors" Mensch oder "Utility Workflows". Dabei fokussiert sie sich auf drei wesentliche Säulen moderner und zukunftsorientierter Prozesstechnologie: flexible Workflow-Systeme, Computing Workflows und Service-orientierte Architekturen.

Fakultät für Informatik der Universität Wien

Die Wurzeln der Forschungs- und Lehrtätigkeiten im Bereich Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien gehen zwar bereits in die 1970er Jahre zurück, die Fakultät für Informatik an sich ist – mit der Gründung am 1. Oktober 2004 im Zuge der Implementierung des Universitätsgesetzes 2002 – aber eine noch sehr junge Fakultät.

Nicht zuletzt deswegen versteht sich die Fakultät für Informatik als innovative und zukunftsorientierte Fakultät im Lehr- und Forschungsverband der traditionsreichen Universität Wien. Die dort angebotene fachliche Vielfalt und das breite Fächerspektrum kommen einer modernen Informatik, die zunehmend ihre Anwendungsgebiete an den Schnittstellen zu Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Medizin sowie Sozial- und Geisteswissenschaften findet, sehr entgegen.

Das durch hochwertige Forschung in der Fakultät für Informatik entstandene Wissen wird mittels aktueller didaktischer Methoden und Technologien an engagierte Studierende – derzeit über 2.200 – vermittelt. Somit wird letztlich sichergestellt, dass sowohl der Wirtschaft als auch der Wissenschaft kompetente und innovative AbsolventInnen der Informatik oder eines informationstechnologischen Studiums mit hohem Einsatzpotenzial in vielfältigen Anwendungsgebieten zur Verfügung stehen.

Studiengang Informationstechnik & System-Management und Josef Ressel Zentrum für Anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Sicherheit und Steuerung an der Fachhochschule Salzburg

Forschung und Entwicklung sind gemeinsam mit der Lehre wichtige Standbeine der FH Salzburg und zeichnen sich besonders durch Anwendungsorientiertheit und intensiven Kontakt zu Wirtschaft und Industrie aus. Am Studiengang Informationstechnik & System-Management (ITS), mit seinen insgesamt 400 Studierenden, wird Forschung seit über 15 Jahren in Form von zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Projekten vorangetrieben. Durch Bündelung spezifischer Kompetenzen aus den Forschungsbereichen Softwaretechnologien, Netzwerktechnologien, Smart-Grid und IT-Security hat ITS gemeinsam mit etlichen Industrie- und Wirtschaftspartnern eine wichtige Innovatorenrolle in der Region eingenommen.

Das Josef Ressel Zentrum für Anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Sicherheit und Steuerung des Studiengangs ITS erforscht Smart Grid spezifische Themen und Anforderungen. Im Fokus der Forschung stehen technische Lösungen für Privacy & Security, User Control, User Acceptance und Systems Engineering. Als Teil der Taskforce Privacy, in der Smart Grid Information Security Arbeitsgruppe der EU, bringt das Zentrum Ergebnisse in die Europäische Standardisierung ein. Die Funktionalität der Entwicklungen wird unter anderem im Realbetrieb in der Smart Grid Modellregion Köstendorf getestet.

Weitere Informationen: http://cs.univie.ac.at/project/promise

Wissenschaftlicher Kontakt
Univ.-Prof. Dipl.-Math. oec. Dr. Stefanie Rinderle-Ma
Fakultät für Informatik
Universität Wien
Währinger Straße 29, 1090 Wien
T +43-1-4277-791 10
M +43-664-60277-791 10
stefanie.rinderle-ma@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Alexandra Frey
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
Universitätsring 1, 1010 Wien
T +43-1-4277-175 33
M +43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at

Die Universität Wien ist eine der ältesten und größten Universitäten Europas: An 19 Fakultäten und Zentren arbeiten rund 9.700 MitarbeiterInnen, davon 6.900 WissenschafterInnen. Die Universität Wien ist damit die größte Forschungsinstitution Österreichs sowie die größte Bildungsstätte: An der Universität Wien sind derzeit rund 92.000 nationale und internationale Studierende inskribiert. Mit über 180 Studien verfügt sie über das vielfältigste Studienangebot des Landes. Die Universität Wien ist auch eine bedeutende Einrichtung für Weiterbildung in Österreich. http://www.univie.ac.at

1365 gegründet, feiert die Alma Mater Rudolphina Vindobonensis im Jahr 2015 ihr 650-jähriges Gründungsjubiläum mit einem vielfältigen Jahresprogramm – unterstützt von zahlreichen Sponsoren und Kooperationspartnern. Die Universität Wien bedankt sich dafür bei ihren Kooperationspartnern, insbesondere bei: Österreichische Post AG, Raiffeisen NÖ-Wien, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Stadt Wien, Industriellenvereinigung, Erste Bank, Vienna Insurance Group, voestalpine, ÖBB-Holding AG, Bundesimmobiliengesellschaft, Mondi. Medienpartner sind: ORF, Die Presse, Der Standard.

Stephan Brodicky | Universität Wien

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