Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Skistil verbessern - mit RFID

02.03.2009
Ob Slalom oder Abfahrt - im Skirennlauf geht es um tausendstel Sekunden. Leistungssportler müssen ihren Fahrstil daher ständig verfeinern. Mit kleinen Funksendern auf den Skiern können Profis ihre Fahrgewohnheiten künftig genauer unter die Lupe nehmen.

Der Skiläufer gibt alles, zieht knapp an den Toren des Riesenslaloms vorbei bis zur Zielgerade. Doch unten angekommen, ist die Enttäuschung groß: schon wieder zu langsam. Woran hat es gelegen? Um die Schwächen seines Fahrstils ausfindig zu machen, analysieren Trainer und Sportler bisher Videoaufnahmen.


Kleine Funksender auf den Skiern geben beispielsweise Aufschluss darüber, ob die Skier bei der Fahrt parallel waren. © Dirk Mahler / Fraunhofer IFF

"Die Auswertung erfolgt dabei eher aus dem Gefühl heraus, nicht über konkrete Messwerte", erläutert Dr. Klaus Richter, Kompetenzfeldleiter am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg.

Künftig unterstützen Transponder - Funksender und -empfänger - den Trainer bei seiner Arbeit. Sie können auf den Skiern des Sportlers befestigt werden und funken über kleine Antennen Radiowellen in alle Richtungen - tausendmal pro Sekunde. Die Antennen sitzen vorne und hinten auf den Skiern. Empfangsstationen, die in regelmäßigen Abständen neben der Piste stehen, nehmen die Signale auf und werten die Zeit aus, die ein Signal für den Weg von der Antenne zur Station braucht. So ermitteln sie die Positionen der Antennen auf drei Zentimeter genau. RFID heißt die Technik, die dahinter steckt: Radio Frequency Identification.

Ein Computer errechnet die Lage der Skier während jeder Millisekunde und zeigt auf dem Bildschirm ihre genauen Wege. "Der Trainer erkennt, ob die beiden Skier parallel waren", erklärt Richter, "ob der Skiläufer in einer Kurve von seiner Bahn abdriftet und ob er das Carving beherrscht." Bei diesem Stil fährt ein Sportler die Schwünge vollständig auf den Kanten seiner Ski.

Entwickelt hat das System die österreichische Firma Abatec. Die Forscher am IFF untersuchen mit ihren Kollegen von der Uni Magdeburg, wie man es beim Sport gezielt einsetzt: Mit welchem Klebstoff lassen sich die Antennen auf den Skiern befestigen, so dass sie sich während der Abfahrt nicht lockern - sich aber ablösen lassen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Wie wertet man die Funksignale so aus, dass der Trainer Rückschlüsse auf die Fahrtechnik ziehen kann? Eine weitere Herausforderung: Viele Skier enthalten Metallschichten unterschiedlicher Dicke, die die Frequenz des Senders verschieben. Je nach Bauart des Skis funken die Antennen dann auf einer anderen Frequenz, und die Basisstation erkennt das Signal nicht mehr. Die Lösung: Eine zusätzliche Metallplatte unter den Antennen verändert die Sequenz so stark und vorhersehbar, dass die kleinen Unterschiede der verschiedenen Skier nicht ins Gewicht fallen: Die Antennen funken kontrolliert immer mit der gleichen Frequenz. Erste Tests in der Skihalle Bottrop hat die Technik gut gemeistert, nun ist das System einsatzbereit.

Dr.-Ing. Klaus Richter | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie