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„Sicherheitsgurt“ für Medikamente

18.06.2009
Ein „Sicherheitsgurt“ für Medikamente soll deren Einnahme sicherer machen und gleichzeitig Kosten sparen.

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Spezialisten von Siemens IT Solutions and Services in Wien haben eine Software-Anwendung entwickelt, mit der Apotheker und Ärzte Medikamente elektronisch auf Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen prüfen können.

Damit werden Patienten bei der medikamentösen Therapie unterstützt und Einnahmerisiken minimiert. In einem Pilotprojekt in Österreich wurde der Arzneimittelsicherheitsgurt bereits erfolgreich getestet. Das System wurde nun für den European Health Forum Award nominiert.

Die Software, die in die IT-Landschaft von Apotheken, Ärzten und Kliniken integriert werden kann, speichert die Medikamente – egal ob verschreibungspflichtig oder rezeptfrei – in einer Datenbank. Bei jedem Apotheken- oder Arztbesuch überprüft die Software, ob für den betreffenden Patienten Risiken bei der Einnahme vorliegen, z.B. durch die Wechselwirkung mit anderen Präparaten, und warnt Apotheker und Ärzte in Echtzeit.

Wird ein Medikament nicht mehr eingenommen, wird es aus der Datenbank gelöscht.
Allein im österreichischen Gesundheitswesen könnten mit dem elektronischen Sicherheitsgurt mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr an Medikamentenkosten eingespart werden. Das ergab ein eineinhalbjähriges Pilotprojekt, an dem 71 Apotheken in Salzburg und mehr als 9000 Menschen teilnahmen.

Patienten gaben beim Apotheken-Besuch einfach ihre e-card ab, eine Chipkarte mit den wichtigsten Patientendaten. Mit der e-card als Schlüssel hatten die Apotheker Zugriff auf die Datenbank und konnten die benötigten Medikamente schnell und unkompliziert prüfen und speichern.

26.000-mal schlug die Sicherheits-Software bei möglichen Wechselwirkungen, Mehrfachmedikationen oder Einnahmefehlern Alarm. Bei den über 60-Jährigen waren es im Schnitt sogar fünf Alarme pro Patient . Der Datenschutz war bei dem Projekt gewährleistet: Das Medikamentenprofil wurde nicht auf der Chipkarte gespeichert, sondern war lediglich mit Zustimmung der Patienten in der Datenbank für Apotheker ersichtlich. Ähnlich wie in dem Pilotprojekt könnte der Arzneimittelsicherheitsgurt als vernetzter elektronischer Experte bald in weiteren Ländern zum Einsatz kommen. (IN 2009.06.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Quelle: Siemens InnovationNews
Weitere Informationen: www.siemens.de/innovation

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