Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit für das fliegende Auge - Sichere Kommunikation und Bildverarbeitung für Flugmodelle

09.12.2010
Luftbilder von großen Sportereignissen wie etwa den Olympischen Spielen erlauben Zuschauern am Fernseher spektakuläre Perspektiven. Wissenschaftler der TU Darmstadt am Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) haben ein Flugmodell entwickelt, das den Fernsehsendern zukünftig den Einsatz von echten Helikoptern ersparen könnte.

Dazu haben die Informatiker einen Modellhubschrauber mit vier Rotoren, einen sogenannten Quadrokopter, mit einem neuartigen Kommunikationsmodul ausgestattet, das die Videodaten verschlüsselt an die Bodenstation überträgt.

Zusätzliche Sicherheit erreichen die Forscher dadurch, dass sich die Flugmodelle nur noch von berechtigten Personen steuern lassen. Die kleinen Hubschraubermodelle können auch von der Polizei eingesetzt werden, beispielsweise um Fußballstadien abzusichern.

„Bisherige Fernsteuerungen und Videosender für Flugmodelle übertragen die Daten unverschlüsselt und nicht authentifiziert. Dadurch kann jeder in der Umgebung mit entsprechenden Kenntnissen und Geräten sowohl in die Steuerung eingreifen als auch das Video empfangen“, erklärt Prof. Sorin A. Huss. Beim Flug über Personen stellt dies ein Sicherheitsrisiko dar, da Angreifer in die Steuerung eingreifen und das Flugmodell in die Menge lenken könnten.

Die CASED-Wissenschaftler um Prof. Huss haben daher das Kommunikationsmodul entwickelt, um die Datenübertragung in nicht vertrauenswürdigen Netzen zu verhindern. Dazu digitalisiert das Modul die Übertragungswege von Video- und Steuerungssignalen, sendet alle Daten verschlüsselt und erlaubt Interaktionen nur mit berechtigten Nutzern. „Unsere Lösung für sichere Kommunikation und Bildverarbeitung in eingebetteten Systemen ist die erste, die sich im Praxistest am Quadrokopter bewiesen hat“, freut sich Prof. Huss.

Da das Kommunikationsmodul selbst die Verschlüsselung und Authentifizierung übernimmt, werden keine Sicherheitsanforderungen an das Übertragungsmedium, zum Beispiel eine ungesicherte WLAN-Verbindung, gestellt. Die Steuerung kann wie gewohnt durch eine handelsübliche Fernsteuerung erfolgen. Am Quadrokopter ist eine Webcam angeschlossen, deren Videobild digital ausgelesen, komprimiert und gesichert an die Bodenstation versendet wird. Für eine kommerzielle Nutzung müssten lediglich noch die Akkulaufzeit optimiert und die Übertragungsqualität verbessert werden.

Pressekontakt:
Prof. Dr.-Ing. Sorin A. Huss
Fachgebiet Integrierte Schaltungen und Systeme
TU Darmstadt
Tel.: 06151 16 3980
E-Mail sorin.huss@cased.de
Anne Grauenhorst
CASED Public Relations
Tel.: 06151 16 6185,
E-Mail: anne.grauenhorst@cased.de

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.cased.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften