Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicheres WLAN in glühender Umgebung

13.08.2014

Eine robuste Funktechnik von Siemens unterstützt bei der Produktion riesiger Stahlteile.

Diese Turbinen- und Generatorwellen für Kraftwerke stellt das Unternehmen Saarschmiede in Völklingen in einer der weltweit modernsten Freiformschmieden her.


Wichtig ist das exakte Zusammenspiel zwischen der 12.000-Tonnen-Schmiedepresse und den zwei Portalkränen, die das Werkstück in Position halten.

Siemens installierte eine WLAN-Verbindung mit Industriestandard zwischen den Kränen und der Pressensteuerung. So ist auch unter extremen Umgebungsbedingungen wie sie beim Formen hunderter Tonnen heißen Stahls herrschen, eine zuverlässige drahtlose Kommunikation realisierbar.

Freiformschmieden stellen Werkstücke aus Stahl nicht durch Gießen, sondern durch Umformen her und erzielen so höchste Werkstoffgüten. Ein Greifer hält das heiße Stahlstück in die riesige Presse und dreht es, damit es von allen Seiten bearbeitet wird. Große Portalkräne transportieren das gut hundert Tonnen schwere Werkstück zum Greifer und halten es beim Umgreifen.

Während des Schmiedens entsteht eine mehrere Meter lange Welle, deren freies Ende von den Portalkränen gegenüber der Presse in Position gehalten wird. Die Bewegungen der Portalkräne müssen eng mit der Prozesssteuerung verknüpft sein. Außerdem muss eine Not-Aus-Funktion sicherstellen, dass die Presse sofort abgeschaltet wird, falls die Kräfte die Tragfähigkeit der Kräne überschreiten.

Generell bieten sich für die Kommunikation zwischen beweglichen Teilen Funkverbindungen an. Eine Herausforderung ist der geforderte lückenlose und schnelle Funkkontakt zwischen Kränen und Presse für die Not-Aus-Funktion. Gelöst wurde dies über ein auf Industrie-Anwendungen angepasstes WLAN (IWLAN). 

Die Kräne funken per IWLAN an sogenannte Access-Points, die über Profinet - ein industrielles Ethernet - mit der Steuerung kommunizieren. Die Profinet-Kopplung erlaubt Aktualisierungszeiten von 16 Millisekunden für schnelle Reaktionen.

Die Access-Points sind so platziert, dass sie mit ihren Rundstrahlantennen die Funksignale der Kräne während des gesamten Fahrwegs lückenlos auffangen. Die Geräte verfügen auch über eine Rapid-Roaming-Funktion für einen extrem schnellen und unterbrechungsfeien Funkzellenwechsel im Bewegungsraum der Kräne.

Die Produktionshalle war ebenfalls eine Herausforderung, weil die Funkwellen an der massiven Stahlkonstruktion reflektieren. Überlagern sich reflektierte und direkte Funkwellen, kann es zu störenden Interferenzen kommen. Um diese Effekte zu reduzieren, fangen alle Kommunikationsendpunkte über zwei Rundstrahlantennen Signale aus mehreren Richtungen auf.

IWLAN ist ein von Siemens entwickeltes Funksystem, das speziell für die rauen Umgebungen und hohen Anforderungen in Industrie-Anwendungen ausgelegt ist. (2014.08.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie