Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Buchhaltung und kaufmännische Verwaltung in der Cloud

01.12.2011
Im Projekt Cumulus4j entwickeln drei Partner eine sichere Architektur für vertrauenswürdige Rechnungswesensoftware in der Cloud / Zusatzmodul für kaufmännische Software soll das Ausspähen vertraulicher Daten bei der Nutzung von Internet-Services verhindern / Anwender legen nur verschlüsselte Daten ab, die auf verschiedene Server verteilt werden / Erste Open-Source-Implementierung im Januar 2012 verfügbar

In der Cloud stellen Anbieter nicht mehr nur Datenspeicher und Rechenkapazität zur Verfügung, sondern bieten inzwischen auch Dienste an. Gerade das Auslagern kaufmännischer Verwaltungsarbeit und betriebswirtschaftlicher Anwendungen in die Cloud wird für kleine und mittelständische Unternehmen zunehmend attraktiver, weil es Kostenersparnisse und mehr Flexibilität verspricht. Trotzdem schrecken viele Unternehmen davor zurück, geschäftsbezogene und sensible Informationen über das Internet an einen Dienstleister zu übermitteln. Der Grund hierfür ist das mangelnde Vertrauen in die Datensicherheit in der Cloud.

Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des KMU-innovativ-Programms arbeiten das Karlsbader Unternehmen AX Business Solutions AG, die Freiburger NightLabs Consulting GmbH und das Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe an einer Lösung für dieses Problem. Im gemeinsamen Projekt „Cumulus4j – Sichere Architekturen für vertrauenswürdige Rechnungswesenssoftware in der Cloud“ wird eine Technologie geschaffen, die es erlaubt, Datenverarbeitung sicher auszulagern.

Die Projektpartner haben im Rahmen von Cumulus4j ein spezielles Zusatzmodul für kaufmännische Anwendungssoftware entwickelt. Es verhindert das Ausspähen vertraulicher Informationen, zum Beispiel sensibler Kundendaten, durch die Verschlüsselung der Datenbestände und ihre Verteilung auf verschiedene Server in der Cloud. Der Dienstanbieter kann auf diesen Daten den angebotenen Dienst erbringen, ohne die Geschäftsgeheimnisse des Kunden zu erfahren. Die Datenhoheit bleibt so beim auftraggebenden Unternehmen.

Dr. Martin Rupp, Vorstand der AX Business Solutions AG, erklärt dazu: „In der Sicherheitslösung werden Verschlüsselung auf Anwenderebene und neue Softwarearchitekturen kombiniert. Die Idee und ihre Umsetzung markieren einen Meilenstein bisher nicht erreichter Datensicherheit in der Cloud.“ Da die Daten verschlüsselt und auf verschiedene Server verteilt werden, liefert ein Diebstahl der Datenbank eines Servers keine vertraulichen Informationen an den Angreifer. „Selbst der Systemadministrator kann nur begrenzt viele, stets verschlüsselte Datenfragmente sehen.“, so Rupp.

Prof. Dr. Ralf Reussner, Vorstand am FZI, ergänzt: „Die Sicherheitssoftwarearchitektur bietet das Potenzial für Unternehmen, auch ihre kritischen Unternehmensdaten sicher im Internet zu verwalten. Für den Durchbruch von Rechnungswesenssoftware in der Cloud ist das ein entscheidender Schlüsselfaktor. Basierend auf diesem Beispiel wird es für eine ganze Klasse von Internetlösungen möglich, neue Märkte zu erschließen.“
Der dritte Partner im Cumulus4j-Projekt, Alexander Bieber, Geschäftsführer der NightLabs Consulting GmbH, hebt das Anschubpotential der Projektförderung in Bezug auf die Weiterentwicklung betriebswirtschaftlicher Cloud-Services hervor: „Große Teile der Software sollen im Januar 2012 als Open Source veröffentlicht werden, so dass die innovative Lösung darauf aufbauende Weiterentwicklungen vorantreibt und auch beste Chancen hat, sich als Standard im Markt durchzusetzen.“ Deshalb sei schon bei der Konzeption der Lösung besonderer Wert darauf gelegt worden, die Architektur so zu gestalten, dass sie ohne große Anpassungen von anderen Softwareherstellern für Lösungen in der Cloud übernommen werden könne. „So kann sie vielen Kleinunternehmen und mittelständischen Nutzern zugutekommen“, begründet Bieber die Entscheidung.

Der Ansatz wurde als Plug-In für das Framework DataNucleus in betriebswirtschaftliche Anwendungsprogramme integriert und ist zu allen gängigen Datenbanklösungen kompatibel.

Die AX Business Solutions AG koordiniert das Projekt und integriert die eigene Software AX-Easy, eine Fakturierungssoftware für Kleinunternehmer und Handwerker, in die Gesamtlösung. Damit wird die Praktikabilität des entwickelten Ansatzes anhand einer bereits bewährten Fakturierungslösung demonstriert. Die NightLabs Consulting GmbH trägt mit ihrer Erfahrung im Bereich der Java-Entwicklung und des Umsetzens von ERP-Lösungen bei. Sie wird die Tragfähigkeit und Wirksamkeit des Konzeptes anhand der eigenen Open-Source-ERP-Lösung Jfire demonstrieren. Das FZI sorgt mit seiner Kompetenz im Bereich Datensicherheit für eine wissenschaftlich fundierte und innovative Lösung.

Im Januar 2012 werden erste Teile der Software unter den Bedingungen der GNU Affero General Public License (AGPL) der Free Software Foundation der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Zeitgleich erfolgt die erste Implementierung in der Fakturierungssoftware AX-Easy.

Weitere Informationen sind auf der Projektwebseite veröffentlicht: http://www.cumulus4j.org/

Weitere Informationen
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartnerin: Johanna Barsch, FZI Corporate Communications and Media
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: barsch@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de
Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich zur Zeit am FZI 19 Professoren des KIT, darunter eine Professorin und ein Professor, der in Tübingen lehrt. Sie erforschen in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.
Über die AX Business Solutions AG
Das Softwareunternehmen AX Business Solutions AG bietet betriebswirtschaftliche Lösungen für Handwerker und Kleinunternehmer. Mit ihrem Standardprodukt AX-Easy wird auf sehr einfache und kostengünstige Weise die komplette Fakturierung vom Angebot bis zur Rechnungserstellung online abgewickelt. Eine Artikel- und Kundenverwaltung ist integriert. Die AX Business Solutions AG ist darüber hinaus spezialisiert in der Entwicklung von sicheren betriebswirtschaftlichen kundenspezifischen Webapplikationen in der Cloud und im Intranet und stellt Unternehmen jeder Größe hoch qualifizierte externe Mitarbeiter für eigene Projekte zur Verfügung.

Die AX Business Solutions AG ist ein junges Softwareunternehmen, gegründet im April 2010 mit Sitz in Karlsbad. Der Gründer ist Dr. Martin Rupp. Mehr Informationen finden Sie unter www.ax-ag.com

AX Business Solutions AG
Haydnstraße 28, 76307 Karlsbad
Ansprechpartner: Dr. Martin Rupp, Vorstand
Telefon: +49 7202 7090054
E-Mail: martin.rupp@ax-ag.com
Internet: http://www.ax-ag.com
Über die NightLabs Consulting GmbH
NightLabs entwickelt seit 1997 maßgeschneiderte und moderne Software für mittelständische Unternehmen. Was zunächst als Unternehmen mit Schwerpunkt „verteilte Client-Server-Systeme“ und Finanz-Software begann, wurde 2000 zu einer GmbH, die sich auf ERP, Java sowie Open-Source-Software spezialisierte. Als Dienstleister hilft die NightLabs Consulting GmbH ihren Kunden bei der effizienten Einführung moderner ERP-Lösungen in heterogene Umgebungen. Darüber hinaus berät NightLabs auch andere Softwarefirmen, wenn es um die Einführung und Verwendung neuester Java-Technologien und effizienter Vorgehensmodelle geht. Mehr Informationen finden Sie unter www.nightlabs.de.
NightLabs Consulting GmbH
Weiherhofstr. 16, 79106 Freiburg
Ansprechpartner: Alexander Bieber, Geschäftsführer
Tel.: +49 761 8879180
Fax: +49 761 88791899
E-Mail: info@nightlabs.de

Vera Münch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics