Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf schnellstem Weg durchs Straßennetz - Max-Planck-Forscher beschleunigen Navigationshilfen um das 100fache

29.07.2009
Wer eine Ansage seiner Navigationshilfe verpasst, bringt nicht nur sich selbst in Hektik, sondern auch den Routenplaner: Manchmal minutenlang sucht ein gängiges Navigationsprogramm einen neuen Weg, der die Reisenden auf schnellstem Weg zum Ziel bringt.

Doch es geht auch deutlich schneller - mit einer Idee von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Informatik, die Navigationshilfen um das 100fache beschleunigt.

Die Max-Planck-Forscher haben dazu gemeinsam mit Kollegen der Universität Karlsruhe relativ wenige Transitknoten ermittelt - markante Punkte, wie etwa eine Autobahnauffahrt oder ein Verteilerkreis, die Fahrer immer wieder passieren, wenn sie weiter entfernte Ziele ansteuern. Etwa 11 000 dieser Punkte gibt es im Straßennetz Westeuropas. Die Navigationshilfe sucht die Transitknoten, die am dichtesten an Start und Ziel einer Reise liegen. Das sind meist weniger als zwei Dutzend. Die Entfernungen zwischen diesen Knoten ermittelt der Routenplaner in wenigen Millionstel Sekunden aus Tabellen.

Liegen Start und Ziel dicht beieinander - etwa in Berlin Tiergarten und Berlin Mitte -, reicht das weitmaschige Netz der Knoten nicht. Je nach Distanz arbeitet die Navigationshilfe dann mit 300 000 oder drei Millionen Knoten. "Mit diesem hierarchischen Vorgehen können wir extrem schnell die beste Route zwischen beliebigen Punkten bestimmen", sagt Hannah Bast, die das neue Navigationssystem am Max-Planck-Institut für Informatik zusammen mit Stefan Funke entwickelt hat.

Bislang tastet sich ein Routenplaner im Straßennetz von Knotenpunkt zu Knotenpunkt, alleine 20 Millionen in Westeuropa. Auf kürzeren Strecken funktioniert das zwar ganz gut, die Planung längerer Reisen dauert auf diese Weise aber viel länger als mit den Transitknoten - obwohl der herkömmliche Routenplaner in der Mitte zwischen weit voneinander entfernten Punkten nur Fernstraßen berücksichtigt.

"Manche kommerziellen Navigationshilfen rechnen zwar schnell, ermitteln aber nicht immer die schnellste Route", sagt Hannah Bast. Die neue Methode liefert dagegen immer die beste Strecke, was sich besonders für Logistikunternehmen bezahlt macht. Kürzeste Wege schnell und zuverlässig zu ermitteln, senkt nämlich deren Kosten Aber auch Routenplaner im Internet könnten die Tausenden von Anfragen, mit denen sie pro Sekunde bestürmt werden, auf diese Weise besser bewältigen. (MI 0601-3878-BC-JK)

Kontakt:
Hannah Bast
Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
Tel.: +49 681 9325-120
E-mail: bast@mpi-inf.mpg.de

Barbara Abrell | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de
http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/multimedial/ideen/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen