Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelleres Handynetz: Im vollen Zug schnell Videos herunterladen

26.02.2015

Filme, Fotos, Spiele: Immer mehr Daten werden über das mobile Internet verschickt. Wie das Handynetz der nächsten Generation beschaffen sein muss, damit es den rasant wachsenden Anforderungen gerecht wird, erforschen derzeit Ingenieurwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im Verbund mit sechs japanischen, fünf europäischen und einer US amerikanischen Forschungseinrichtung.

RAPID5G nennt sich das internationale Projekt, an dem mehrere UDE-Institute beteiligt sind. Prof. Dr. Andreas Stöhr, Optoelektronik, koordiniert das Forschungsvorhaben auf europäisch-amerikanischer Seite.

Zusammen mit dem Alexander-von-Humboldt-Stipendiaten Prof. Xihua Zou aus China forschen die Elektrotechnik-Ingenieure daran, dass hochaufgelöstes TV auf dem Smartphone auch in Bereichen mit hoher Handydichte abrufbar ist, etwa in Flughäfen, vollen Zügen oder Fußballstadien. Hierzu entwickeln sie einen schnellen Datenzugang per Glasfaser für die nächste Mobilfunkgeneration „5G“.

Für diesen drahtlosen Breitband-Zugang, in dem mehrere Gigabytes an Daten sekundenschnell bereitgestellt werden, wird eine an der UDE entwickelte Technik (coherent radio over fiber CRoF) erprobt. Dabei wird ein Radiosignal durch Licht verändert und über eine optische Faser übertragen.

Derzeit werden dazu u.a. maximal zehn Euro teure integrierte Sende- und Empfangsantennen entwickelt. Stöhr: „Auf diese Weise können Mobilfunkzellen direkt an das Glasfaser-Internet angeschlossen und miteinander verbunden werden.“

Schon zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo soll die neue Technik in den Stadien genutzt werden können. Stöhr: „Ein weiteres Ziel ist, die superschnelle Funktechnologie in einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug oder in Flugzeugen anzuwenden. Japan Railways und ENRI, das Institut für die Entwicklung von Kommunikationssystemen im japanischen Luftverkehr haben wir dazu schon mit an Bord.

“Voraussetzung ist, dass Netzbetreiber die neu entwickelten Mobilfunkantennen anbringen, damit sich die Antennendichte erhöht. Dies wird künftig um einiges einfacher, denn die neuen Kleinstantennen sollen nicht nur 50 Mal leistungsfähiger werden als ihre Vorgänger (UMTS oder LTE bzw. LTE-A). Wegen ihrer geringeren Größe können sie sogar beispielsweise in den üblichen Straßenlaternen eingebaut werden.

„Wir rechnen bei Einführung der neuen Technik mit maximalen Übertragungsraten von sechs Gigabit pro Sekunde pro Zelle, die dann bald nochmals verzehnfacht werden sollen“, so Stöhr. Künftig wird es viel kleinere Funkzellen geben, sogenannte Picozellen, die viel mehr Nutzer gleichzeitig bedienen können. Das ermöglicht das Herunterladen riesiger Datenmengen in Sekundenschnelle - auch in Bereichen mit hoher Handydichte, z.B. High Definition-Fernsehen auf dem Smartphone in der vollen Wartehalle eines Flughafens oder in dicht besetzten Zügen zur Hauptreisezeit. Heute bekommen Nutzer dort oft erst überhaupt keine Netzverbindung.

„Bei dieser wegweisenden CRoF-Technologie ist Deutschland im internationalen Vergleich Vorreiter“, weiß Stöhr. Deshalb soll er auch ein europäisches Trainings-Netzwerk (FiWIN5G) mit aufbauen, das die nächste Forschergeneration ausbildet. Auf diese Weise soll Europa künftig in der Lage sein, seiner Führungsrolle im multidisziplinären Bereich des drahtlosen Internetzugangs gerecht zu werden.

Im Fokus stehen Forschungsarbeiten an Bauelementen, Systemen und Netzwerken. Stöhr: „Im Prinzip ist FIWIN5G vergleichbar mit einer DFG-Graduiertenschule, allerdings ist bei uns auch die internationale Industrie sehr stark beteiligt, darunter mehrere Weltmarktführer. In FIWIN5G wollen wir insgesamt 15 offenen Stellen für Doktoranden bis Ende 2015 besetzten.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Andreas Stöhr, Tel. 0203/379-2825, andreas.stoehr@uni-due.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie