Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneefall auf 100 Meter genau prognostizierbar

25.11.2008
Höhere Präzision der Vorhersage durch Einbeziehung der Topografie

Ein neues Programm zur Wettervorhersage, das topografische Daten mit Prognosedaten verbindet, kann Wetterlagen auf kleinstem Raum und auch in unterschiedlichen Höhenlagen darstellen.

Das Wiener Institut für Meteorologie und Geophysik entwickelte in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Schweiz, Japan, Peru, Chile, Argentinien und den USA ein meteorologisch-geografisches Informationssystem (MetGIS).

Dessen Schwerpunkt ist die Schneeprognose, doch sei die Verwendung laut den Entwicklern auch für alle anderen Anwendungen, Jahreszeiten und Topographien denkbar. "Dieses System nützt vor allem dem Straßendienst für Schneeräumung und Salzstreuung und dem Lawinenwarndienst - aber auch dem Tourismus, etwa für die Beschneiung von Lifthängen", so Institutsvorstand Reinhold Steinacker im Gespräch mit pressetext.

Besonders in Gebirgsregionen sind Prognosen für sehr kleine Gebiete von großem Nutzen. Das gelingt MetGIS durch einen als "Downscaling" bezeichneten Vorgang. Bei diesem Verfeinerungsprozess werden die Daten globaler Wetterdienste entsprechend der topografischen Situation der abgefragten Region berechnet.

Die Prognose reicht vom Jetztzeitpunkt bis drei Tage in die Zukunft. Alle sechs Stunden erfolgt eine Aktualisierung durch erneutes Downscaling, erklärt Steinacker. "Dieses Intervall reicht für eine hohe Präzision der Vorhersage, etwa auch für die Glatteiswarnung. Seltene spontane Abweichungen von der Prognose sind möglich, am ehesten falls punktuelle Gewitter auf kleinem Raum auftreten."

MetGIS verfeinert die Technik seines Vorgängersystems WELS, das ein österreichischer Wissenschaftler in den USA entwickelt hatte und das bis vor acht Jahren dort wie auch in Europa in Verwendung war. "Dieses Projekt wurde durch neue Technologie auf neue Beine gestellt. Die Auflösung des Programms wurde mit einem Raster im hunder-Meter-Bereich wesentlich verbessert, dank der heute verfügbaren topografischen Informationen", so Steinacker. Mittels einer Farb- oder Zahlenwertkarte stellt das Programm Temperatur, Niederschlag, Schneefallgrenze oder Windstärke dar und ermöglicht nach Angaben der Entwickler die Bedienung und Interpretation ohne Einführung oder besondere meteorologische Vorkenntnisse.

Zugang zum Internet-basierten Programm erhalten bezahlende Kunden über ein Passwort. "Die lange Vorarbeit ist mühsam, das Projekt muss auch finanziert werden", so Steinacker. Zukünftige Verbesserungen des Systems seien in der räumlichen Auflösung sowie die Integration anderer Radar- und Satellitendaten für auch kurzfristigere Prognosen denkbar.

In den Anden sei das System laut Steinacker bereits im Einsatz, und auch im Alpenraum gäbe es mehrere Interessenten. Bisher sind Prognosen für das gesamte österreichische Staatsgebiet, für sieben Regionen in Südamerika sowie für Teile der Pyrenäen möglich. Für die Aufnahme eines neuen Gebietes müssen dessen topografische Daten eingespeist werden, was eine Arbeit von etwa zwei Wochen darstelle. "Die Möglichkeit des globalen Einsatzes ist ein wesentlicher Vorteil des Systems", so der Wiener Meteorologe abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at/IMG-Wien
http://www.univie.ac.at/AMK/metgis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie