Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schadsoftware schneller stoppen: gemeinsames Forschungsprojekt dreier Hochschulen

25.02.2013
Forscher der Hochschule Darmstadt, der Fachhochschule Frankfurt und des Instituts für Internet-Sicherheit (if(is)) an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen wollen zuverlässige Methoden zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten im Datenverkehr entwickeln, die durch Angriffe auf Internetanbieter und Unternehmensnetzwerke hervorgerufen werden. Ziel des gerade angelaufenen gemeinsamen Forschungsprojekts ist es, durch netzwerkübergreifende Datenauswertung Schadsoftware und Botnetze schnell zu erkennen und zu stoppen, bevor Schäden entstehen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit dem Namen „Institutional Network and Service Provider Anomaly INspection“ (INSAIN) mit rund einer Million Euro, 265.000 Euro investieren Partnerunternehmen wie beispielsweise die „1&1 Internet AG“.

IT-Systeme von Unternehmen und Dienste von Internetanbietern sind zunehmend über Computernetzwerke miteinander verknüpft. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Netzwerkangriffe trotz Einsatz aktueller Schutzsysteme zu. Betroffenen Unternehmen droht dadurch enormer wirtschaftlicher Schaden und Imageverlust. Das Forschungsprojekt „INSAIN“ untersucht und entwickelt deshalb neue Methoden, um Schadsoftware effizienter und datenschutzfreundlicher zu erkennen.

Die Wissenschaftler wollen dafür erstmals Netzwerkdaten von Internetanbietern und Unternehmen gemeinsam privatsphärengerecht auswerten. Die Forscher versprechen sich dadurch einen besseren Überblick über den globalen Netzwerkzustand für die Entwicklung zuverlässiger Erkennungsmethoden.

„Vom Prinzip ist das, als würden die Landeskriminalämter und private Sicherheitsdienste erstmals ihre Ermittlungsdaten teilen, um die Muster bundesweit aktiver Betrüger zu erkennen. Je mehr ich weiß, umso schneller und effektiver kann ich reagieren“, erklärt Projektkoordinator Professor Dr. Harald Baier von der Hochschule Darmstadt.

Durch die Kombination von Analysedaten und durch eine dezentrale Verteilung von Messinstrumenten über Netzwerk- und Unternehmensgrenzen hinweg können zukünftig sogar einzelne infizierte Rechner erkannt werden. Zusätzlich soll durch den Einsatz spezieller Hardwareplattformen in Providernetzen eine deutlich leistungsfähigere Sammlung und Analyse der anfallenden Datenvolumen erreicht werden. Verschiedene technische Maßnahmen wie sparsame Datenerfassung oder Pseudonymisierung garantieren dabei den Datenschutz.

Das BMBF fördert das Projekt im Rahmen des Programms „FHprofUnt – Forschung an Fachhochschulen mit Unternehmen“ über insgesamt drei Jahre. Koordiniert wird INSAIN von der Arbeitsgruppe Internet-Sicherheit der Hochschule Darmstadt am „Center for Advanced Security Research Darmstadt“ (CASED).

Zum INSAIN-Partnernetzwerk gehören neben dem Institut für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen die Fachhochschule Frankfurt sowie 13 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft und verschiedene Verbände. Das System soll nach Projektende in den Netzwerken der Partner eingesetzt und als lizenzfreie Version kostenlos bereitgestellt werden.

Martin Wünderlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.insain.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sparsame Zeitsynchronisierung von Sensornetzen mittels Zeitreihenanalyse
24.01.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

nachricht Viele glauben, Industrie 4.0 kann man kaufen
24.01.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie