Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satelliten sollen verlorene Schiffe aufspüren

02.02.2015

Ansatz könnte auch bei Flugzeugabstürzen im Meer helfen

Ein internationales Forscherteam hat einen Ansatz vorgeschlagen, der die Suche nach auf See verschollenen Schiffen deutlich erleichtern könnte. Sie setzen dazu auf Bilder, die ohnehin in der Erdumlaufbahn befindliche Satelliten schießen. Diese könnten ausgewertet werden, um die Position von Schiffen und auch Flugzeugen viel genauer einzugrenzen. Mit der Methode wäre es vielleicht möglich gewesen, den Malaysian-Airlines-Flug MH 370 aufzuspüren.


Anwendungsbeispiel: Suche nach Schiff vor Neuseeland

(Foto: le.ac.uk)

Bestehende Ressourcen

"Es ist derzeit sehr schwer, den maritimen Verkehr kleiner Schiffe zu verfolgen. Das System könnte ein viel besseres Bewusstsein für Bewegungen rund um den Globus schaffen", meint Nigel Bannister, Astronomieprofessor an der University of Leicester http://le.ac.uk 

Gemeinsam mit der New Zealand Defence Technology Agency http://dta.mil.nz  und DMC International Imaging http://www.dmcii.com  setzt er darauf, bestehende Ressourcen neu zu nutzen. Satelliten, die bislang nur über Land Aufnahmen machen, sollen auch Bilder von den Weltmeeren liefern. Diese könnten im Notfall dabei helfen, Schiffe aufzufinden.

Wertvolle Anhaltspunkte

Der neue Ansatz versucht gar nicht erst, Schiffe und Flugzeuge in Echtzeit zu verfolgen. Stattdessen sollen Satelliten regelmäßig Aufnahmen machen, wenn sie bestimmte Regionen überfliegen. "Wenn wir über ein verschollenes Schiff benachrichtigt werden, erlauben uns die Bilder, die letzte beobachtete Position festzustellen", erklärt Bannister.

Damit lässt sich das Suchgebiet im Notfall auf einige hundert Quadratkilometer einengen, so die Forscher. Das eröffnet die Chance, dass Such- und Rettungsmissionen deutlich schneller zum Erfolg führen - egal, ob ein Schiff oder, wie im Fall von MH 370, ein Flugzeug vermisst wird.

In einer aktuellen Studie zeigt das Team anhand von 54 Satelliten, wie das System funktionieren soll. Bislang machen diese Satelliten nur Aufnahmen von Landmassen, über dem Wasser bleiben ihre Kameras ungenutzt.

Werden stattdessen geplant Bilder über den Ozeanen geschossen, liefert das eine verwertbare Datenbasis. Die unterschiedlichen Satellitenbetreiber müssten nur in eine virtuelle Vernetzung einwilligen. Das Team arbeitet indes daran, die automatisierte Erkennung von Schiffen und Flugzeugen auf solchen Aufnahmen zu perfektionieren. Dann könnte das System schon in einigen Jahren wirklich zum Einsatz kommen.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=-FQnyC36r0o

Thomas Pichler | pressetext.redaktion

Weitere Berichte zu: Anhaltspunkte DMC Datenbasis Echtzeit Flugzeug Landmassen Notfall Ozeanen Ressourcen Satelliten Schiff Vernetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik