Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarbrücker Informatiker entdecken schwere Sicherheitslücke in Android-Smartphones

05.08.2011
Smartphones, die mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet sind, weisen eine schwere Sicherheitslücke auf.

Darüber könnten sich Internet-Kriminelle Zugang zu diesen Handys verschaffen und sensible Informationen ausspähen. Das haben Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptographie der Saar-Uni, und sein Team entdeckt.

Der Leiter des neuen Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit (CISPA) hat bereits am 20. Juni das Unternehmen Google, das seit drei Jahren das Android-Betriebssystem vermarktet, informiert. Die Experten von Google haben inzwischen den Fehler im Betriebssystem der Smartphones behoben.

In Kürze werden Updates für Android zur Verfügung stehen, mit denen Kunden dann die Sicherheitslücke auf ihren Handys schließen können.

Nach Angaben von Google werden täglich rund 400.000 Android-Mobiltelefone aktiviert. Das Smartphone-Betriebssystem hatte Ende vergangenen Jahres bereits einen weltweiten Marktanteil von rund 33 Prozent. Das Betriebssystem basiert auf einer Linux-Software, deren Quellcode frei zugänglich ist. „Wir haben entdeckt, dass man über ein manipuliertes Anwendungsprogramm, also eine App, die man zum Beispiel als Computerspiel tarnen kann, Zugriff auf das Betriebssystem der Smartphones erhalten kann. Menschen mit krimineller Energie könnten darüber weitere Schadsoftware nachladen um zum Beispiel sensible Informationen auszuspähen, Gespräche aufzuzeichnen oder gefälschte Mails zu versenden“, erläutert Michael Backes, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Philipp von Styp-Rekowsky und Sebastian Gerling die Sicherheitslücke aufgespürt hat.

Besonders kritisch sei bei dieser Sicherheitslücke die Tatsache, dass die Manipulation am Gerät selbst für den Laien nur schwer zu erkennen sei, da der Eindringling kaum Datenspuren hinterließe. „Wenn man weiß, an welcher Stelle man den Hebel ansetzen muss, ist es erschreckend einfach“, meint der Informatikprofessor. Er hofft nun, dass Google und betroffene Smartphone-Hersteller schnell das Sicherheits-Update auf den Markt bringen, damit kein weiterer Schaden entstehen kann.

„Wie bei jeder Software empfehlen wir, angebotene Softwareupdates der Hersteller auf den Handys zu installieren. Damit kann man sicher gehen, dass die eigenen Geräte immer den aktuell höchst möglichen Sicherheitsstandard aufweisen“, sagt Michael Backes. Der Informatiker, der auch eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Softwaresysteme in Saarbrücken leitet, hat sich zum Ziel gesetzt, die IT-Sicherheit zu erhöhen und die Privatsphäre der Menschen in der digitalen Welt noch besser zu schützen. In dem neuen IT-Kompetenzzentrum CISPA, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, will Backes dafür die breite Grundlagenforschung vorantreiben, aber auch Sicherheitstechnologien entwickeln. Ein Schwerpunkt wird außerdem sein, sichere und verlässliche Computersysteme und Netzwerke zu entwerfen.

Detaillierte Informationen über die Sicherheitslücke der Android-Smartphones und die Fehlerbeschreibung, die Google bereits im Juni erhielt, haben die Saarbrücker Informatiker jetzt veröffentlicht:

http://www.infsec.cs.uni-saarland.de/projects/android-vuln/

Pressemitteilung über das neue Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit (CISPA):
http://idw-online.de/pages/de/news411047
Pressefotos unter: www.uni-saarland.de/pressefotos
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Michael Backes
Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptographie /
Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit (CISPA)
Tel. 0681/302-3259
E-Mail: backes@cs.uni-saarland.de
Sebastian Gerling
Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptographie
Tel. 0681/302-57373
E-Mail: sgerling@cs.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie