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Saarbrücker Informatik-Professor verbessert Datenschutz im Internet

30.10.2013
Regelmäßige Cyber-Angriffe von Hackern oder die jüngst aufgedeckten Ausspähaktionen von Geheimdiensten belegen immer wieder aufs Neue, dass persönliche Daten im Internet nicht sicher sind.

Matteo Maffei, der neu berufene Professor für Informatik und Forscher am Center for IT-Security, Privacy, and Accountability (CISPA) an der Universität des Saarlandes, arbeitet daran, die Privatsphäre der Menschen in der digitalen Welt zu schützen: Er beschäftigt sich unter anderem mit neuartigen kryptographischen Techniken, die persönliche Daten im Internet sicherer machen.

„Kryptographische Methoden, wie Verschlüsselungsverfahren, nutzen die meisten Internetnutzer unbewusst, zum Beispiel sobald sie sich mit ihrem Passwort bei einem sozialen Netzwerk oder bei einer Bank anmelden“, sagt Professor Matteo Maffei. „Problematisch wird es, wenn Hacker diesen Schutz aushebeln, um an sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern heranzukommen.“ Maffei, der seit Anfang Oktober eine Professur für sichere Systeme zum Schutz der Privatsphäre an der Saar-Uni inne hat, arbeitet mit seiner Gruppe deswegen an Lösungen, Computer, Handys und deren Apps sicherer zu machen: Die Informatiker entwickeln unter anderem Algorithmen, die automatisch Sicherheitslücken aufspüren können.

Darüber hinaus arbeiten die Saarbrücker Forscher um Maffei an neuartigen kryptographischen Techniken, um den Datenschutz im Internet zu garantieren, etwa um die Privatsphäre gegenüber Onlinewerbediensten sicherzustellen. „Die personalisierte Werbung spielt im Internet eine große Rolle. Serviceprovider registrieren zum Beispiel, dass wir den neuesten Bestseller bei einem Online-Händler gekauft oder einen Flug bei einem Reiseportal gebucht haben“, erklärt Maffei. „Dementsprechend wird die auf uns zugeschnittene Werbung eingeblendet, wenn wir im Internet surfen, zum Beispiel für passende Hotels.“ Der Informatiker entwickelt neue Methoden, um diese persönlichen Angaben im Internet künftig besser zu schützen. Beim Online-Kauf würden mit diesen Techniken persönliche Daten beispielsweise nur noch zwischen Verkäufer und Käufer ausgetauscht.

Ähnliche Verfahren könnten zudem die Kommunikation in sozialen Netzwerken sicherer machen und gewährleisten, dass sensible Daten nur einem bestimmten Teilnehmerkreis zugänglich sind. „Knackt ein Hacker beispielsweise ein Nutzerprofil in einem so gesicherten Netzwerk, wäre es für ihn nicht möglich, auf die Nutzerdaten zuzugreifen, da diese verschlüsselt sind“, sagt Maffei.

Matteo Maffei studierte Informatik an der Universität Venedig. Hier schloss er auch 2006 seine Promotion ab. Seit 2008 leitet er im Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ an der Universität des Saarlandes die Arbeitsgruppe „Secure and Privacy-preserving Systems“. Der Informatiker wurde 2009 in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen – ein Programm, das jungen Forschern bei ihrem Weg in die wissenschaftliche Selbstständigkeit hilft und das sie beim Aufbau einer eigenen Nachwuchsgruppe unterstützt.

Der Informatik-Professor forscht am Center for IT-Security, Privacy, and Accountability (CISPA) an der Saar-Uni. Das CISPA, eines der drei bundesweiten Kompetenzzentren für IT-Sicherheit, wurde 2011 mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingerichtet. Ziel des Zentrums ist es, Lösungen für die Kernprobleme der IT-Sicherheit in der digitalen Gesellschaft zu entwickeln. Die Wissenschaftler arbeiten hier unter anderem an Sicherheitstechnologien und prototypischen Systemen für praktische Anwendungsszenarien. Ein Schwerpunkt dabei: Sichere und verlässliche Computersysteme und Netzwerke.

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Matteo Maffei
Center for IT-Security, Privacy, and Accountability
Tel.: 0681 302 70780
E-Mail: maffei(at)cs.uni-saarland.de

Melanie Löw | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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