Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

S-Klasse für die Mobilfunkwelt

11.09.2008
Ferdinand-Braun-Institut entwickelt derzeit hocheffiziente und multifunktionale Verstärker für die Mobilkommunikation

Die Einführung des Mobilfunkstandards UMTS sorgte vor einiger Zeit für viel Aufmerksamkeit. Mittlerweile gibt es auch in der nächsten Generation WiMAX erste kommerzielle Angebote.

Für solche neuen Mobilfunkanwendungen hat das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik ein innovatives S-Klasse-Verstärkerkonzept entwickelt. Es ist die Basis für hocheffiziente und multifunktionale Verstärker.

Verstärker sind zentrale Bauteile in allen elektronischen Geräten. In Mobilfunk-Basisstationen sorgen Leistungsverstärker dafür, dass die notwendige Leistung zum Abstrahlen der Daten bereitgestellt wird. Sie sind aber auch hauptverantwortlich für den Energieverbrauch und zudem sind die bisherigen Konzepte frequenzabhängig, das heißt sie bedienen nur eine Frequenz und sind in ihrem Wirkungsgrad begrenzt.

„Mit der Arbeit an den Klasse-S-Verstärkern betreten wir Neuland im Design von Hochfrequenz-Leistungsverstärkern“, sagt Dr. Chafik Meliani, Arbeitsgruppenleiter am FBH. „Unsere Verstärker sollen künftig eingesetzt werden, wenn besonders hohe Wirkungsgrade und Linearität gefragt sind und wenn Signale auf verschiedenen Frequenzbändern verstärkt werden müssen“, erläutert Meliani. Einen ersten Demonstrator des neuen energieeffizienten und hochlinearen Klasse-S-Verstärkers hat seine Arbeitsgruppe „Leistungsverstärker“ nun vorgestellt. Das BMBF hat die Arbeiten im Rahmen des GaN-Switchmode-Projektes gefördert.

Das Neue an den Klasse-S-Verstärkern ist, dass sie digitale Signale verstärken und erst nach der Verstärkung wieder analoge Signale ausgeben. So fallen die Leistungsverluste, die bei der Verstärkung analoger Signale unvermeidlich sind, deutlich geringer aus. Damit ist theoretisch ein Wirkungsgrad von 100 Prozent möglich, was im Fall analoger Verstärker grundsätzlich nicht möglich ist. Zusätzlich wird dank der Verstärkung digitaler Signale weniger Energie für die Signalbearbeitung benötigt - die Betriebskosten für die Endgeräte sinken. Der demonstrierte Verstärker erreicht einen Wirkungsgrad von derzeit 71 Prozent und wurde erstmalig bei Frequenzen von 450 MHz demonstriert; das ist führend im internationalen Vergleich. Ziel der Entwicklung sind die Frequenzen der Mobilfunkstandards UMTS mit 2 GHz und WiMAX mit 3,5 GHz.

Bisher waren die analoge Hochleistungs-Hochfrequenzwelt und die digitale Welt getrennt. Mit den Klasse-S-Verstärkern ist nur noch ein Bauteil notwendig, mit dem viele verschiedene Funktionen ausgeführt werden können. Das eröffnet neue Wege zu kompakten, flexiblen und dabei besonders energieeffizienten Endgeräten, aber auch zu völlig neuartigen Anwendungen für die Kommunikationstechnologie.

Weitere Informationen

Gisela Gurr, M.A.
Referentin Kommunikation & Marketing
Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik
Gustav-Kirchhoff-Straße 4
12489 Berlin
Tel. +49.30.6392-3293 /-2626
Fax +49.30.6392-2602
E-Mail pr@fbh-berlin.de
Hintergrundinformationen - Das FBH
Das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik ist eines der weltweit führenden Institute für anwendungsorientierte und industrienahe Forschung in der Mikrowellentechnik und Optoelektronik. Auf der Basis von III/V-Verbindungshalbleitern realisiert es Hochfrequenz-Bauelemente und Schaltungen für Anwendungen in der Kommunikationstechnik und Sensorik. Leistungsstarke und hochbrillante Diodenlaser entwickelt das Institut für die Materialbearbeitung, Lasertechnologie, Medizintechnik und Präzisionsmesstechnik. Für künftige Anwendungen führt das FBH grundlegende Untersuchungen an Nitriden durch, beispielsweise für die Realisierung von kurzwelligen UV-Lichtquellen oder Transistoren für sehr hohe Spannungen. Die enge Zusammenarbeit des FBH mit Industriepartnern und Forschungseinrichtungen garantiert die schnelle Umsetzung der Ergebnisse in praktische Anwendungen. Das Institut beschäftigt 240 Mitarbeiter und hat einen Etat von 17,1 Millionen Euro. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Gesine Wiemer | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://www.fbh-berlin.de
http://www.fbh-berlin.de/presse/bilderservice

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Forschungsprojekt: Zukünftige Fahrzeugtechnologien im Open Region Lab – ZuFOR
30.03.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE