Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Projekt testet Trusted-Computing-Technologie

27.09.2011
Die Debatte um Datenspeicherung und Datensicherheit ist eine der größten in der gegenwärtigen Internet-Gesellschaft.

In Zeiten von Wikileaks, in denen weder das amerikanische Militär noch große Multimediafirmen wie Sony und Siemens sicher sind vor Hackerangriffen und Datendiebstahl, macht sich auch der einzelne Student Gedanken um seine Daten.

IT-Forscher an der Ruhr-Universität Bochum haben, zusammen mit der Firma Sirrix AG, ein Programm entwickelt, das die internen Verwaltungsnetzwerke vor Übergriffen aus dem Internet schützen soll. Das Teilprojekt RUBTrust vom Lehrstuhl für Systemsicherheit testet in einer weltweit einzigartigen Fallstudie seine neue Sicherheitssoftware.

Verwaltung mit Chipkarte und Personal-Computer

Um die großen Datenmengen verarbeiten zu können, die im Verwaltungsbetrieb einer Universität mit 34 000 Studenten und 5 500 Angestellten anfallen, hat die RUB als erste Uni in Deutschland ein Computersystem zur Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen (VSPL) entwickelt. Das System wird bereits auch an anderen NRW- Unis erfolgreich eingesetzt und viele weitere haben ihr Interesse bekundet. Studenten und Lehrende können mit einem Personal-Computer und ihrer personalisierten Chipkarte mit Verschlüsselungs- und Signaturfunktion alle studienbezogenen Daten, wie Kurs- und Prüfungsanmeldungen oder -leistungen, selbstständig verwalten und bearbeiten und Bescheinigungen ausdrucken.

Zugriffsanforderungen überprüfen

Die Nutzer arbeiten dabei oft von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus, in einer für die Personal-Computer unsicheren Umgebung bei Angriffen durch Schadsoftware wie Viren oder Trojaner. Die Sicherheitssoftware TURAYA.TrustedDesktop von RUBTrust soll nur den dienstanfordernden Geräten (Clients) Zutritt gewähren, die vertrauenswürdig und bekannt sind. Dafür gibt es ein sogenanntes Gateway, das die Hard- und Softwareumgebung des anfragenden Clients überprüft (Attestierung). Bekannt ist ein Client dann, wenn er mit dem Betriebssystem TURAYA.TrustedDesktop arbeitet. Beim Hochfahren dieses Systems wird ein vertrauenswürdiger Start („Trusted Boot") ausgeführt, so dass die Konfiguration der Hard- und Software des VSPL-Clients später gegenüber dem Gateway attestiert werden kann. Das Programm ist parallel zu jedem Standardbetriebssystem einsetzbar.

Weltweit größte Fallstudie dieser Art

Die Studie ist die erste und weltweit größte zum Thema Usable Security im Kontext von Trusted Computing. Ziel ist die Benutzerfreundlichkeit der Oberfläche und der IT-Infrastruktur zu erproben, da es sich um den ersten praktischen Einsatz eines solchen Programms überhaupt handelt. RUB-Studenten können sich bewerben, um die neue Sicherheitssoftware zu testen. Den Laptop, den sie zum Zweck dieser einjährigen Studie erhalten, dürfen die ausgewählten Probanden bis zum Ende ihres Studiums weiter benutzen. Partner des RUB-Lehrstuhls für Systemsicherheit bei dem Projekt sind das Dezernat 6 der Ruhr-Uni und die Bochumer Firma Sirrix AG. RUBTrust gehört zum Forschungs- und Entwicklungsprojekt RUBTrust/Meditrust und wird teilgefördert vom Bundesland Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms „NRW Ziel2“ und unter Beteiligung der EU (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, „Investition in unsere Zukunft“).

Weitere Informationen

Marcel Winandy, Lehrstuhl für Systemsicherheit, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der RUB, Tel. 0234/32 – 28667, marcel.winandy@trust.rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften