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Rosettas „Hello World“ lässt HSG-IMIT jubeln

22.01.2014
Bei der ersten Landung auf einem Kometen in der gesamten bisherigen Geschichte der Raumfahrt ist auch ein Bauteil aus Villingen-Schwenningen dabei, genauer gesagt ein Mikroventil aus dem HSG-IMIT.

Von Forschern des Instituts in enger Zusammenarbeit mit dem Pneumatik Hersteller Hoerbiger-Origa Systems GmbH vor über 10 Jahren entwickelt, ist das sog. MegaMic Mikroventil Teil eines Gaschromatographen im Landegerät Philae, das Bodenproben des Kometen auf ihre elementaren, isotopischen und chemischen Zusammensetzung untersuchen soll.


Mikroventil "MegaMic"
Foto: HSG-IMIT

Es ist nur ein kleiner Ausschlag auf einem Display im Kontrollzentrum der europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt, aber dieses Signal lässt Wissenschaftler auf der ganzen Welt jubeln – auch in Villingen-Schwenningen. Bedeutet der Eingang des ersten Funksignals der ESA-Kometensonde Rosetta doch, dass sie nach 31 Monaten aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und sich zurück gemeldet hat.

Auch die Mitarbeiter des Instituts für Mikro- und Informationstechnik (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen erwarteten mit Spannung den ersten Kontakt mit Rosetta. Um 19:18 Uhr Ortszeit war es dann endlich soweit: Rosetta meldete sich im Kontrollzentrum der ESA zurück. Die Sonde, die sich seit März 2004 auf ihrem Flug zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko befindet, war am 8. Juni 2011 in eine Art Tiefschlaf versetzt worden und sollte sich planmäßig erst gestern wieder einschalten.

Auf dieser faszinierenden und zugleich bedeutsamsten Mission der ESA, bei der es viele Premieren gibt, war auch dieses Versetzen in den Winterschlaf eine Sensation und Grund beim Empfang des Signals zu jubeln. Wie bedeutend die Mission tatsächlich ist, zeigt der Vergleich, den Experten zwischen der Rosetta-Mission mit der ersten bemannten Landung auf dem Mond ziehen.

Bei der ersten Landung auf einem Kometen in der gesamten bisherigen Geschichte der Raumfahrt ist auch ein Bauteil aus Villingen-Schwenningen dabei, genauer gesagt ein Mikroventil aus dem HSG-IMIT. Von Forschern des Instituts in enger Zusammenarbeit mit dem Pneumatik Hersteller Hoerbiger-Origa Systems GmbH vor über 10 Jahren entwickelt, ist das sog. MegaMic Mikroventil Teil eines Gaschromatographen im Landegerät Philae, das Bodenproben des Kometen auf ihre elementaren, isotopischen und chemischen Zusammensetzung untersuchen soll.

„Wir haben mit dem ESA Team mitgefiebert und sind nun natürlich erleichtert, dass Rosetta wie vorprogrammiert aufgewacht ist“ so Prof. Roland Zengerle, heute einer der Leiter des HSG-IMIT und federführend an der Entwicklung des Mikroventils beteiligt. „Nun sind wir gespannt, ob auch weiterhin alles nach Plan verläuft und MegaMic seiner eigentlichen Aufgabe nachkommen kann.“

Die Sonde wird sich nun in den kommenden Monaten dem Kometen nähern, um ihn im August diesen Jahres zu erreichen. Dann geht das nächste Zittern los bis die für November 2014 geplante Landung auf dem Kometen vollzogen ist und Proben entnommen werden können. Diese sollen dann Aufschluss darüber geben, ob Kometen einst Leben auf die Erde gebracht haben könnten.

Moritz Faller | idw
Weitere Informationen:
http://www.hsg-imit.de

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