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Roboter improvisiert Musik

24.10.2008
Algorithmen interpretieren "gehörte" Klänge

Der Forscher Toby Gifford an der Queensland University of Technology (QUT) hat den Roboter "Jambot" entwickelt, um Musik-Performances zu unterstützen.

"Der 'Jambot' ist im Prinzip eine Suite von Algorithmen um Musik wahrzunehmen und zu begleiten", erklärt Gifford gegenüber pressetext. Dadurch kann ein Prototyp eine rhythmische Begleitung bei Liveauftritten improvisieren, die sich dynamischer an die Künstler anpasst als bei bisherigen Technologien. Weitere Forschungsarbeit soll die Möglichkeiten des Musik-Roboters noch ausweiten.

Schon jetzt nutzen Musiker computerbasierte Begleitstimmen oder "Loop-Pedale" für Wiederholungseffekte. "Solche Technologien sind allerdings wenig flexibel und reagieren kaum darauf, was auf der Bühne passiert", meint Gifford. Sein Jambot-System "hört" bei einem Liveauftritt durch ein Signal vom Mischpult die Musik und analysiert diese. "Meine Algorithmen erkennen schnell, was in der Musik vor sich geht, während sie gespielt wird", so der Forscher. Aufgrund der Analyse kann sein derzeitiger Prototyp dadurch eine rhythmische Begleitung mit Perkussionsinstrumenten und eine einfache Bassline improvisieren. Das Erzeugen harmonischer oder melodischer Begleitstimmen dagegen bleibt derzeit noch Ziel weiterer Forschungsarbeit.

Einen menschlichen Lead-Gitarristen soll Jambot aber nie ersetzen. Dazu hat das System Gifford zufolge gar nicht das kreative Potenzial, da es im Endeffekt nur existierendes Musikmaterial umgestaltet. "Die Idee ist auch ein begleitender Partner, der Musiker unterstützt", betont der Forscher. Das könne das System ferner dadurch, dass es bei einem Auftritt vorgegebene Playback-Sequenzen an das aktuelle Spieltempo der Live-Musiker anpasst. "Das ist für Bands gedacht, die elektronische und Live-Instrumente kombinieren, aber nicht strikt an ein metronomisches Tempo gebunden sein möchten", erklärt Gifford gegenüber pressetext. Weiters denke er an Live-Remixes von Aufnahmen für DJ-Auftritte als Anwendung für seine Algorithmen.

Zumindest bis nächstes Jahr wird es laut QUT noch dauern, ehe sich Gifford im Detail mit der Frage der kommerziellen Vermarktung von Jambot auseinandersetzt. Drei grundsätzliche Ideen hat der Forscher aber schon. Ein Software-Plug-In, ein iPhone-Spiel sowie ein physisches Effektpedal sind für ihn vorstellbar. Auf letztere Variante wolle er allerdings verzichten, sofern sie nicht zu ähnlichen Kosten wie normale Effektpedale umsetzbar ist.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.qut.edu.au

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