Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robo-Mate: Neue Meilensteine

04.12.2014

Fortschritte in der Mensch-Maschine-Interaktion

Vor rund einem Jahr brachte BBC News das Exoskelett Robo-Mate als zweite Nachricht direkt nach dem neuen iPhone. Seither wurden in verschiedenen Bereichen des Projekts große technische Fortschritte erzielt.


Verbessertes Robo-Mate-Designkonzept

(c) ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Im ersten Jahr des von der Europäischen Union geförderten Projekts Robo-Mate lag der Fokus auf der Definition der verschiedenen Produktionsprozesse von Endnutzern – beispielsweise in der Automobil-, Autoteile-, Fahrzeugverwertungs- und -entsorgungsindustrie.

Dadurch konnten die 13 Projektpartner aus Forschung und Industrie ihre Anforderungen aus Mitarbeiter- wie auch aus Unternehmenssicht ermitteln. Eine der größten Leistungen seitens der Industrie war die Ausarbeitung zweier spezifischer Anwendungsfälle des Exoskeletts, die für die Partner auf Endnutzerseite (Centro Ricerche Fiat, Italien; COMPA S. A., Rumänien; INDIRA SAS, Frankreich) besonders wichtig sein könnten: der ein- und zweihändige Umgang mit bis zu 7,5 bzw. 15 kg schweren Objekten.

Gemeinsam konzentrierten sich Design-Experten, Arbeitswissenschaftler und Endnutzer darauf, Arbeitern die effizientere, sichere Erfüllung ihrer Aufgaben zu ermöglichen – insbesondere das wiederholte Heben schwerer Lasten. Das Exoskelett Robo-Mate besteht aus einem anthropomorphen Rumpfmodul, das die Druckbelastung im Lendenbereich senkt und sich mit unterschiedlich komplexen Erweiterungen für Arme und Beine ausrüsten lässt.

Je nach Bedarf können diese Module passiv, teil- oder vollaktiv bzw. anthropomorph ausgeführt sein. Darüber hinaus wird Robo-Mate für die optimale Steuerung des Produktionsprozesses mit Strichcodelesern, RFID-Datenerfassung (radio-frequency identification) oder anderen Systemen zur Werkstückerfassung sowie mit Head-up-Displays und Blickerkennung ausgerüstet. Das System wird höchsten Sicherheitsansprüchen selbst in unbeständigen und dynamischen Produktionsumgebungen genügen.

Die nächsten Projektmeilensteine bestehen darin, funktionsfähige Prototypen zu fertigen und zu erproben. Hierfür werden die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und das Italienische Institut für Technologie (IIT) im ersten Quartal 2015 die ersten Subsystem-Prototypen produzieren und testen.

Zeitgleich wird das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO die Produktionsprozesse der Endnutzer simulieren, um den möglichst effizienten Einsatz von Robo-Mate sicherzustellen und die Auswirkungen auf Produktivität und ergonomisches Arbeitsplatzdesign zu untersuchen.

Die Integration des Exoskelett-Modells in die Simulationssoftware Siemens Classic Jack und die Erweiterung von Siemens Process Simulate um neue Produktionsressourcen sind ebenfalls Teil der innovativen Forschung des Fraunhofer IAO. Da die anwenderfreundliche und interaktive Nutzung von Robotern im industriellen Umfeld im Mittelpunkt von Robo-Mate steht, werden die Produktionsarbeiter dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Im Sommer 2015 werden Vertreter ausgewählter Branchen zu einem Prototypen-Workshop an einem der Standorte der Endnutzer eingeladen.

Das Projekt nähert sich stetig den Zielen für die industrielle Anwendung: höhere Sicherheit und Produktivität, effizientere Prozesse und verbesserte Arbeitsbedingungen. Mit Robo-Mate rücken die interaktiven, sicheren und wettbewerbsfähigen Fabriken der Zukunft in greifbare Nähe.

Ansprechpartnerin:
Hon.-Prof. Dr. Carmen Constantinescu
Digital Engineering

Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon +49 711 970-2282
carmen.constantinescu@iao.fraunhofer.de


Weitere Informationen:

http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/geschaeftsfelder/engineering-systeme/1463-robo-mate-neue-meilensteine-in-der-mensch-maschine-interaktion.html

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften