Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Referenzmodell für geschäftstaugliche Mashups

11.12.2012
Sieben Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben gemeinsam die Grundlage dafür geschaffen, dass mit Software-Basisdiensten in Webservice-Technologie neue Produkte (sogenannte Mashups) zusammengestellt werden können, die bei der Herstellung und im Betrieb den Qualitätsanforderungen von Unternehmen entsprechen / Das Cocktail-Referenzmodell unterstützt alle wesentlichen Prozessschritte im Lebenszyklus solcher Informations- und Dienstleistungsangebote und integriert Qualitätssicherungs- und Leistungsmessverfahren / Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Entwicklung des „Cocktail Service Composition Framework“ gefördert

Mashup oder Remix – Neuabmischung – nennen Musiker die Mehrfachverwertung erfolgreicher Musikpassagen durch Wiederverwendung in neuen Kompositionen. Vergleichbares ist technisch seit geraumer Zeit auch mit Software möglich.

Einmal geschriebene Software-Dienste, sogenannte Webservices, die bestimmte Funktionen selbständig ausführen können und oft auch eine eigene Benutzeroberfläche haben, lassen sich zu neuen Webprodukten, Informations- und Dienstleistungsangeboten kombinieren oder als neuer Dienst in vorhandene Webauftritte einbinden. Die aus der Neuabmischung der Basisdienste entstehende Webseite wird als Mashup bezeichnet.

Das bekannteste Beispiel für einen Basis-Software-Dienst in Mashups ist der Geo-Informationsdienst „Google Maps“, den man mittlerweile auf unzähligen Webseiten anklicken kann, um Navigationshinweise passend zu den Informationen und Dienstleistungsangeboten auf der Webseite zu bekommen. Webseiten, die aus Mashup-Basisdiensten zusammengestellt werden oder Basisdienste zur Bereitstellung von Teilfunktionen im Webauftritt nutzen, können kostengünstiger und schneller entwickelt und damit auch schneller auf den Markt gebracht werden.

Obwohl die Vorteile von Mashups gegenüber klassischer Softwareentwicklung auf der Hand liegen, ist diese Technik in der Wirtschaft noch wenig etabliert. Der Grund: Bisher waren die Mashup-Technologien für die Zusammenführung der Basisdienste noch zu wenig ausgereift für den betrieblichen Einsatz. Hier setzte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Cocktail Service Composition Framework“ an. Sieben Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben in seinem Rahmen gemeinsam die Grundlage dafür geschaffen, dass künftig Mashups zusammengestellt werden können, die sowohl bei ihrer Entwicklung, als auch im Betrieb den Qualitätsanforderungen von Unternehmen entsprechen. Das Referenzmodell zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Lösungen durch folgende Neuerungen aus:

- Es unterstützt alle wesentlichen Prozessschritte im Mashup Life Cycle (Einstellen der Basisdienste in die Plattform, die Komposition mit anderen Mashups, Weitervermarktung selbstentwickelter Mashups).

- Es stellt Qualitätssicherungs- und Leistungsmessverfahren bereit, die es ermöglichen, die Ausführungsqualität und die Qualitätseigenschaften (z. B. Performanz) der Mashups zu überprüfen und unterstützt flexible Geschäftsmodelle durch Funktionen wie Nutzungsprotokollierung und Abrechnung je nach dem gewählten Lizenzmodell.

Die Projektergebnisse stellen somit eine vollwertige Lösung für „Business Enabled Mashups“ mittels der Cocktail-Plattform und klar definierter Prozesse dar, von denen vor allem kleine und mittelständische Software-Produzenten profitieren können. Die Projektergebnisse stehen den beteiligten Firmen für ihre weitere Produktentwicklung zur Verfügung und fließen in nachfolgende Forschungsarbeiten ein. Die Projektpartner T-Systems, CAS Software AG und YellowMap AG haben die im Projekt prototypisch parallel zum Referenzmodell erarbeitete Cocktail-Mashup-Plattform erfolgreich getestet. Das Fraunhofer IAO hat im Rahmen der Entwicklungen Akzeptanzuntersuchungen durchgeführt.
Die Projektpartner:
- CAS Software AG
- FZI Forschungszentrum Informatik
- Hochschule Mannheim
- Fraunhofer IAO
- ProSyst Software GmbH
- T-Systems
- visionapp AG
- YellowMap AG

Für das FZI:
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartnerin: Johanna Barsch, FZI Corporate Communications and Media
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: barsch@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de

Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Inge-nieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in direktem Auftrag entwickelt das FZI für seine Partner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich zur Zeit am FZI 19 Professoren des KIT, darunter eine Professorin und ein Professor, der in Tübingen lehrt. Sie erforschen in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.

Im FZI House of Living Labs ermöglicht das FZI Wissenschaftlern und Partnern aus der Wirtschaft und Gesellschaft, sich über Anwendungsbereiche hinweg auszutauschen und integrative Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie interdisziplinär zu entwickeln.

Johanna Barsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzi.de/
http://www.cocktail-projekt.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten