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Rechnerleistung zum Mieten

28.03.2011
„Cloud Computing“ bezeichnet die Bereitstellung von Rechenleistung und Speicherplatz über das Internet.

Seit Oktober 2010 investiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Forschungsprogramms „Trusted Cloud“ insgesamt 50 Millionen Euro in die Fortentwicklung dieser Technologie.

Davon profitiert jetzt auch der Lehrstuhl für Informatik 3 der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung will das Team um Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Dietmar Fey Werkzeuge entwickeln, die kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem Ingenieurbereich die optimale Nutzung von Cloud Computing ermöglichen.

Das Projekt trägt den Titel „Cloud4E – Trusted Cloud for Engineering“. Eine Expertenjury hat dieses und elf weitere Projekte aus 116 Vorschlägen zur Förderung ausgewählt. An der FAU sollen in diesem Rahmen über die Dauer von drei Jahren bis zu zwei Projektstellen finanziert werden.

Ziel der Erlanger Informatiker und ihrer Partner ist es, mittels Cloud Computing die Durchführung aufwändiger technischer Simulationen im World Wide Web zu ermöglichen. „Um am eigenen Computer die Simulationen durchzuführen, wird ein PC mit sehr großer Rechenleistung benötigt, der die vielen Daten bewältigen kann“, erläutert Steffen Limmer, der das Projekt am Lehrstuhl für Informatik 3 koordiniert. Für solche Simulationen stehen gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen jedoch oft nicht genügend eigene IT-Ressourcen zur Verfügung. „Die Möglichkeit des Cloud Computing bietet deshalb für sie enorme Kostenersparnisse“, sagt Limmer. „Statt gezwungen zu sein, Hochleistungs-Rechner zu kaufen, die nur zeitweise benötigt werden, kann ein Unternehmen die benötigte Rechenleistung über das Internet für einen gewissen Zeitraum mieten.“ Besonders im Fokus des Projekts Cloud4E steht die Gewährleistung der Datensicherheit, betont Limmer. „Wir müssen sicherstellen, dass sensible Daten der einzelnen Unternehmen zum Beispiel gefahrlos auf die Server aus dem Internet eingestellt und von dort wieder heruntergeladen werden können.“

Neben den Informatikern der FAU um Prof. Fey sind an Cloud4E auch die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) beteiligt, die Göttinger ERAS GmbH, die ITI GmbH aus Dresden sowie das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) Dresden. Das BMWi fördert durch „Trusted Cloud“ die Entwicklung und Erprobung von innovativen, sicheren und rechtskonformen Cloud Computing-Diensten mit insgesamt rund 50 Mio. Euro. Hinzu kommen Eigenmittel der Projektbeteiligten in etwa gleicher Höhe, so dass insgesamt rund 100 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Das BMWi-Technologieprogramm Trusted Cloud ist Teil des Aktionsprogramms Cloud Computing, das das BMWi im Oktober 2010 gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft gestartet hat. Im Rahmen des Programms unterstützt das Ministerium auch das Projekt „HealthCloud“, an dem FAU-Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Medizinische Informatik beteiligt sind.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 29.000 Studierenden, 590 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Weitere Informationen für die Medien:

Steffen Limmer
Tel.: 09131/85-27004
steffen.limmer@informatik.uni-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

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