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Radar für IT-Schädlinge

13.10.2010
ITSA 2010: Fraunhofer SIT zeigt erste Plattform zur automatischen Erkennung, Klassifizierung und Visualisierung von Schadsoftware

Fraunhofer SIT zeigt auf der IT-SA in Nürnberg die erste IT-Plattform, mit der sich Schadsoftware automatisch sammeln, bestimmen und gruppieren lässt. Die am Standort München entwickelte Software-Lösung VoMB (Visualisation of Malware Behaviour) verbindet verschiedene Analyse-werkzeuge und stellt deren Ergebnisse grafisch dar.

VoMB erkennt Malware, gruppiert sie anhand von Verhaltensmustern und erstellt aus den Ergebnissen Diagramme, die sich auf einen Blick interpretieren lassen. Dadurch lassen sich IT-Schädlinge schneller erkennen und besser beurteilen als bisher. Die Plattform eignet sich zum Einsatz in IT-Notfallteams (CERTs) von Behörden und Großunternehmen sowie für Hersteller von Antivirensoftware.

Gezeigt wird die Plattform vom 19. bis zum 21. Oktober auf der Sicherheitsmesse IT-SA in Nürnberg am Stand 419.

Stuxnet, Conficker oder der I-Love-You-Virus sind berühmte Beispiele für IT-Schädlinge. Die Zahl schädlicher Computerprogramme wie Viren, Würmer und Trojaner ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig dringt die Informationstechnologie in Bereiche vor, die bislang abgeschlossene Umgebungen darstellten.

Die Folge: Schadsoftware (Malware) bedroht heute nicht nur die Computernetze, sondern auch Produktionsanlagen, Stromnetze und andere kritische Infrastrukturen. Um auftretende Gefahren möglichst früh zu erkennen und zeitnah Gegenmaßnahmen zu ergreifen, richten Behörden, Unternehmen und Hersteller von Antiviren-software zur Beobachtung von Malware-Aktivitäten Notfallteams ein (Computer Emergency Response Teams = CERT).

Aber selbst in diesen spezialisierten Einheiten werden viele Verdachtsfälle noch einzeln untersucht und die Analyseprozesse sind nur wenig automatisiert.

Um die Analyse und Beurteilung von Malware zu beschleunigen, hat Fraunhofer SIT jetzt verschiedene Analysewerkzeuge in der VoMB-Plattform miteinander verbunden. Die verschiedenen Programme werden dabei verzahnt und die Ergebnisse in einer Echtzeit-Visualisierung zusammengefasst.

Malware-Analysten können so auf einen Blick relevante Bedrohungen erkennen und feststellen, um welche Gruppe von Schadsoftware es sich handelt. Drohende Gefahren und Trends lassen sich so schnell erkennen und besser bekämpfen. Je nach Einsatzzweck lässt sich die Visualisierung außerdem geeignet anpassen.

Oliver Küch | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/

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