Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"VideoMocap" macht 2D-Videos zu 3D-Animationen

13.07.2010
System erfasst menschliche Bewegungen mit einfachen Mitteln

Informatiker an der Texas A&M University haben ein System entwickelt, das aus jeglichem 2D-Video 3D-Animationen menschlicher Bewegungen rekonstruiert. Die Methode funktioniert bei einfachem Gehen ebenso wie bei den akrobatischen Darbietungen von Turnern oder dem schnellen Schlagabtausch von Fechtern. Das Ergebnis kann man sich aus einem beliebigen Blickwinkel ansehen.

Den großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Motion-Capture-Verfahren sehen die Wissenschaftler darin, dass keine klobige oder genau zu kalibrierende Ausrüstung erforderlich ist. Vielmehr funktioniert ihr Ansatz auch mit Archivvideos oder aus dem Internet herunter geladenen Clips, so die Informatiker Xiaolin Wei und Jinxiang Chai in einem Fachbeitrag für die Computergrafik-Konferenz SIGGRAPH.

Schlüssel zur Animation

Das System erfordert als Ausgangspunkt für die Rekonstruktion einige so genannte Keyframes. Das sind Einzelbilder, in denen der Nutzer die Software mit grundlegenden Informationen versorgt. Diese Angaben umfassen die Position von Gelenken, Armen und Beinen ebenso wie Kontaktpunkte beispielsweise zu gehaltenen Objekten. Wie viele Keyframes nötig sind, hängt von der Art der Bewegung ab. Das Fechter-Beispiel etwa erfordert sechs Keyframes bei 92 Einzelbildern, während ein Testvideo mit alltäglichen Bewegungen bei insgesamt 585 Frames mit insgesamt elf Schlüsselbildern auskommt.

Zunächst schätzt das System die Größe des 3D-Skeletts ab. Dann verfolgen Algorithmen die Position der Gelenke in den restlichen Frames des Videos. Die Software fragt den User nötigenfalls nach Korrekturen, wenn es Schwierigkeiten mit dem Tracking hat. Zudem kommen dynamische Bewegungsmodelle zum Einsatz, damit die rekonstruierte 3D-Animationen möglichst flüssig und realistisch wird. Sie kann dann auch aus völlig anderen Winkeln betrachtet werden, als sie das Originalvideo vorgibt.

Vielseitiges Anwendungspotenzial

Die Informatiker haben in Experimenten gezeigt, dass ihr Ansatz bei Hüpfbewegungen, einem Gewichtheber und einer Turnerin am Stufenbarren gute Ergebnisse liefert. Das gilt unabhängig davon, ob die Kamera positionsfest oder bewegt war. Der Ansatz sollte auch für Bewegungen diverser Tiere geeignet sein, so die Forscher. Denn der Zugang erfordert keine Vorab-Annahmen über Form und Größe des 3D-Skeletts.

Das System ist zur Einbindung in Animations-Softwarepakete geeignet, so Wei gegenüber dem New Scientist. Davon könnten Profis ebenso wie Amateure profitieren. Videos als Ersatz für klassische Motion Capture werden nicht nur in Texas erforscht. Ein britisches Team hat dieses Jahr schon eine Software vorgestellt, mit der sich dan herkömmlichen Videos realistische Bäume erstellen lassen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100130003/).

Demo-Video zu VideoMocap:
http://students.cse.tamu.edu/xwei/publications/SIG10_wei.mov
SIGGRAPH-Paper als PDF:
http://students.cse.tamu.edu/xwei/publications/sig10_wei.pdf

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tamu.edu
http://www.siggraph.org/s2010

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Big Data: Flächendeckendes Messnetz für Feinstaub
09.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

3D-Mapping von Räumen mittels Radar

17.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wirkstoffe aus der Natur

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie