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"CityGML" erleichtert virtuelle Stadtplanung

02.09.2008
3D-Objekte werden mit vielen Detailinformationen beschrieben

Europäische Forscher haben mit "CityGML" ein Datenmodell entwickelt, das als einheitliches Standard-Format für die Beschreibung von 3D-Objekten im städtischen Raum gedacht ist.

Dabei verspricht CityGML deutlich mehr Informationen zu Gebäuden als viele frühere Formate und gleichzeitig einen einfachen Datenaustausch zwischen verschiedenen Programmen und Institutionen.

"CityGML ist somit für alle Anwendungen von 3D-Stadtmodellen geeignet, beispielsweise die Stadtplanung, die Standortplanung, oder das Katastrophenmanagement", meint Gerhard Gröger vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn (IGG) gegenüber pressetext. Doch auch für virtuelle Welten in Spielen sei CityGML geeignet.

"Bei Spielen, aber auch bei Simulationswerkzeugen, gibt es verstärkt die Tendenz, durch authentische, der Realität entsprechende Welten wie beispielsweise die Innenstadt von Berlin zu wandern", meint Gröger. CityGML sei als Datenlieferant sehr gut geeignet. Dafür sorgt nicht zuletzt der Informationsgehalt, der neben der Geometrie beispielsweise auch Details über das Material eines Bauwerks umfasst.

"Insbesondere kann mit CityGML das Innenleben von Gebäuden modelliert werden, ebenso wie Texturen, die die Fassade von Gebäuden realitätsgetreu wiedergeben", erklärt der Wissenschaftler. Auch Informationen über Wärmeabstrahlung oder Geräuschemission sind mit CityGML modellierbar. Auf dem Standard aufbauende Fachanwendungen könnten die erfassbaren Parameter praktisch beliebig erweitern, so Gröger.

Der Detailgrad sei ein Vorteil gegenüber bisherigen Formaten, die meist rein geometrisch waren. "Semantische Informationen eines Gebäudes wie das Baujahr, die Funktion oder die Adresse konnten gar nicht übertragen werden", meint Gröger. Mit CityGML werde genau das möglich. Außerdem ist der Standard dazu gedacht, die Interoperabilität zu verbessern, sodass verschiedene Programme und Quellen einfach Daten miteinander austauschen können. "Wichtig wird das beispielsweise bei der Erstellung dreidimensionaler Kartenwerke", erklärt Grögers Kollegin Angela Czerwinski. Beispielsweise könnten Daten von Katasterämtern mit Straßen- und Topographiedaten zusammengeführt werden.

CityGML wurde Gröger zufolge beispielsweise bei der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie in Nordrhein-Westfalen genutzt. "Viele Kommunen, darunter Berlin, stellen Ihr 3D-Stadtmodell in CityGML bereit", betont der Wissenschaftler. Einen internationalen Meilenstein hat das Datenmodell im August dieses Jahres erreicht. CityGML wurde vom Open Geospatial Consortium (OGC), das sich für offene Standards für Geoinformationssysteme stark macht, als Standard angenommen. Von den einfach austauschbaren Modellen könnten neben der Stadtplanung beispielsweise das Architekturdesign, Umweltsimulationen und auch Navigationsanwendungen profitieren, so das OGC.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.igg.uni-bonn.de
http://www.opengeospatial.org

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