Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Am Puls der Zeit: Zweibrücker Medizininformatiker bilden Brücke zwischen Ärzten und IT-Branche

06.07.2012
Software steuert nicht nur unseren Kaffeeautomaten, sondern auch Geräte aus der Medizintechnik. Die Fachhochschule Kaiserslautern stellt sich am Standort Zweibrücken mit dem Studiengang Medizininformatik dieser besonderen Herausforderung an die Ausbildung.

Von einem guten Arzt oder einer guten Ärztin erwartet ein Patient sicherlich insbesondere Zeit, Einfühlungsvermögen, Kompetenz und die Fähigkeit, eine treffende Diagnose und Therapie zu finden, die den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht. Um diesen Erwartungen und Anforderungen gerecht zu werden, muss ein Mediziner auf viele andere naturwissenschaftliche Bereiche zurückgreifen. Technische Geräte sind hierbei ein unverzichtbares Hilfsmittel.

Vor wenigen Jahrzehnten noch konnte sich kaum jemand vorstellen, welche Erleichterungen es durch die Entwicklung immer neuer Geräte für kranke Menschen geben wird. Heute ist es selbstverständlich, dass computergestützte Systeme, wie beispielsweise EKG- oder Ultraschallgeräte in Arztpraxen zum Einsatz kommen.

Die Besonderheit dieser Geräte liegt nicht nur in der technischen Idee, sondern auch in der Software, die diese, wie jeden Kaffeevollautomaten im Haushalt, steuert. Informatiker, die solche Software entwickeln, brauchen nicht nur die Fähigkeit, Programme zu schreiben, sondern bedürfen eines fundierten Fachwissens aus der Medizin und den Naturwissenschaften. Dabei erstreckt sich ihr Aufgabenfeld von der Entwicklung neuer Computer- und zunehmend auch Smartphone-gestützter diagnostischer und therapeutischer Systeme über die Weiterentwicklung bis hin zum Service für bereits installierte Geräte.
Absolventen einschlägiger Studiengänge können administrative Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen und damit zu dessen Optimierung beitragen oder aber auch Ärztinnen und Ärzte bei der Behandlung der Patienten unterstützen. Sie entwickeln einfach zu bedienende Computerprogramme, um die Patienten- und Datenverwaltung kosteneffizient zu organisieren; sie helfen, Fehleinschätzungen und Behandlungsfehler zu vermeiden und leisten damit ihren Beitrag zur besseren Versorgung kranker Menschen.

Die Fachhochschule in Zweibrücken stellt sich mit ihrem neuen Studiengang Medizininformatik diesem immer bedeutenderen Aufgabenfeld der Gesundheitsdienstleistungen, dem sogenannten HealthCare-Bereich. Sie bietet jungen Menschen ein interdisziplinäres Studium, welches exakt auf die Anforderungen dieses Bereiches abgestimmt ist.
„An erster Stelle für den Erfolg einer Medizininformatikerin oder eines Medizininformatikers steht die Begeisterung, mit Menschen für Menschen zu arbeiten und sich dabei Kenntnissen aus den Naturwissenschaften und der Technik zu bedienen“, führt Prof. Dr. Gerhard Schmidt, Studiengangsleiter der Medizininformatik, aus. „Das Ausbildungsprofil setzt damit Schwerpunkte, die insbesondere auch Frauen ansprechen und wir möchten diese auch sehr ermutigen, ein Studium der Medizininformatik in Betracht zu ziehen“, so Schmidt weiter.

Neben der medizinischen Grundausbildung, die in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen, darunter auch das Uniklinikum Homburg, absolviert wird, lernen die Studierenden an einem Fachbereich mit mehrfach für ihre Lehre ausgezeichneten Dozenten die Grundlagen eines Informatikstudiums kennen. Ebenso zählt eine Vielzahl spannender Projekte zum Studieninhalt, in denen das erlernte Wissen vertieft und praxisbezogen angewendet wird. Dadurch wird nicht nur der Berufseinstieg, sondern auch der spätere Einsatz der Absolventen in den verschiedensten Berufsfeldern der HealthCare-Branche unterstützt und erleichtert.

Der Bachelorstudiengang Medizininformatik ergänzt den am Standort Zweibrücken etablierten, ebenfalls medizinassoziierten Studiengang „Angewandte Lebenswissenschaften“ und nutzt die bereits bestehenden Kompetenzen synergetisch. Die Professoren aus den Fachgebieten Informatik, Medizin und den Naturwissenschaften bieten eine umfassende Ausbildung in einem von gegenseitigem Austausch geprägten Lernklima. Dabei liegt dem neuen Studiengang ein bewährtes Konzept zugrunde: Vergleichbar zum Studiengang Medieninformatik werden die Studierenden grundsätzlich zu Informatikern ausgebildet und erlangen durch medizinisch orientierte Zusatzfächer weitere fachspezifische Kompetenzen.

Damit stehen den Studierenden am Ende ihrer Ausbildung gleich mehrere Berufsfelder offen: Sie können sowohl am klassischen Informatikarbeitsmarkt mit hervorragender Ausbildung aufwarten, als auch in vielen medizinischen und medizintechnischen Bereichen tätig werden.

Nach einem allgemeinen Basisstudium entwickeln die Studierenden ihre unterschiedlichen Neigungen. Eignungen und Fähigkeiten der in einer Vertiefungsphase individuell: So können die Medizin-informatikerInnen beispielsweise mit profunden Kenntnissen über biologische Prozesse und Wissen aus der „Bioinformatik“ aufwarten oder sich auch zu Experten in der „Medizinischen Signal- und Bildverarbeitung“ und „Embedded Systems“, wie sie zum Beispiel in Handgelenkblutdruckmessern zum Einsatz kommt, ausbilden lassen. Die Vertiefungsrichtung „Management und Kommunikation“ bietet Einblicke in die Gebiete der „Medizinischen Dokumentation und Statistik“, „Krankenhausinformationssysteme“, der „Telematik im Gesundheitswesen“ (elektronische Patientenakte) und liefert umfassende Informationen zum Datenschutz in Gesundheitsnetzen.
Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs sind Lehrangebote im Bereich Qualitäts- und Gebrauchstauglichkeitssicherung, wie sie zur Zertifizierung von Software als Medizinprodukt benötigt werden. Den Abschluss des Studiums bildet eine Praxisphase in einem Unternehmen, wobei sich meist dann die Möglichkeit anschließt, an gleicher Stelle auch die Bachelorarbeit in direkter Zusammenarbeit mit erfahrenen Mitarbeitern anzufertigen. Fraglos erleichtert dieser besonders praxisnahe Studienabschnitt den Direkteinstieg ins Berufsleben. Wer diesen Praxisbezug noch stärker ausgeprägt sehen will, kann den Studiengang Medizininformatik auch im Modell des berufsbegleitenden, kooperativen Studiums absolvieren, d.h. die Einbindung in ein Unternehmen ist dann während der gesamten Studienzeit gegeben.

Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerhard Schmidt +++ Tel: 0631-3724-5310 +++
Mail: Gerhard.Schmidt@fh-kl.de
Prof. Dr. Uwe Tronnier +++ Tel: 0631-3724-5316 +++
Mail: Uwe.Tronnier@fh-kl.de
V.i.S.d.P. Prof. Dr. Konrad Wolf, Präsident der FH Kaiserslautern ++ Tel: 0631/3724-2100 ++ Mail: praesident@fh-kl.de
Red.: Pressestelle Standort Kaiserslautern ++ Elvira Grub ++ Tel: 0631/3724-2163 ++ Mail: elvira.grub@fh-kl.de
Pressestelle Standort Pirmasens ++ Christiane Barth ++ Tel: 06331/2483-81 ++ Mail: christiane.barth@fh-kl.de

Pressestelle Standort Zweibrücken ++ Wolfgang Knerr ++ Tel: 0631/3724-5136 ++ Mail: wolfgang.knerr@fh-kl.de

Wolfgang Knerr | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-kl.de/fachbereiche/imst/informatik/studieninteressierte.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie