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Projekt zur elektronischen Langzeitarchivierung: Patientendaten sicher und dauerhaft speichern

11.08.2014

In Arztpraxen werden tagtäglich unzählige Blut-, Speichel- oder Urinproben entnommen, die zur genauen Analyse häufig an diagnostische Labors weitergegeben werden.

Mensch und Maschine produzieren und verwalten dabei eine große Menge von Daten. Diese sollen sicher, intelligent aber auch gesetzeskonform archiviert werden. In einem vom Land Baden-Württemberg geförderten Projekt arbeiten Wissenschaftler und Unternehmen an einer elektronischen Archivierungslösung.


Wie können Patienten- und Labordaten sicherer, intelligenter und gesetzeskonform archiviert werden? Darüber diskutierten IT-Experten und Unternehmen im Rahmen des Förderprojekts eArchiving.

© BioLAGO

Nun trafen sich IT-Experten mit Firmen aus der Diagnostik, Pharma und Medizintechnik, um insbesondere die Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen besser berücksichtigen zu können.

Wo früher 500.000 Seiten lange Zulassungsanträge für neue Medikamente per Lastwagen übermittelt werden mussten, erfolgt das heute auf elektronischem Wege. IT-gestützte Lösungen spielen in der Pharmaindustrie und vielen anderen Branchen der Lebenswissenschaften wie Diagnostik und Medizintechnik eine immer größere Rolle, um Testergebnisse, Patientenproben oder aber allgemeine Geschäftsprozesse zu dokumentieren. Nachweise erfolgen häufig immer noch in Form von Laborbüchern, eine Archivierung manchmal durch Einlagerung von Geräten.

„Das ist sehr zeitaufwendig und ermöglicht keinen schnellen und verlässlichen Zugriff auf Daten“, erklärt Dr. Thomas Ragg, Geschäftsführer von quantiom bioinformatics und Leiter des Projekts ‘eArchiving‘ zur elektronischen Langzeitarchivierung in den Lebenswissenschaften. Zusammen mit dem Biotechnologie-Verbund BioLAGO, dem IT-Netzwerk bwcon, Forschern des FZI Forschungszentrum Informatik und der Hochschule Karlsruhe sowie Unternehmen wie der GATC Biotech arbeitet man an einer intelligenten Lösung, speziell für die kleinen- und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg.

Medizinprodukte: Gesetzgeber verlangt Datenspeicherung bis zu 30 Jahren

Um die Entwicklung der Software auf die Bedürfnisse von Labors und der im Gesundheitsbereich tätigen Unternehmen abzustimmen, kamen diese nun mit IT-Experten in Konstanz zusammen. Im Vordergrund stand unter anderem die Frage welchen rechtlichen Vorgaben die Speicherung von Patienten- und Labordaten unterliegen. Gerade in diesen Branchen gibt es strikte Regelungen.

„So müssen Hersteller von Medizinprodukten ihre Daten bis zu 30 Jahre lang sorgsam archivieren. Der zuverlässige Zugriff und die korrekte Verarbeitung nach so langer Zeit stellen große Herausforderungen an IT-Lösungen “, erklärt der Projektverantwortliche Dr. Henning Groenda vom FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe. „Von einem verbesserten Archivierungssystem profitiert auch der Patient. Es verbessert Geschäftsprozesse und damit beispielsweise Diagnosen oder die Entwicklung von Arzneimitteln“, bemerkt Andreas Baur, Geschäftsführer von BioLAGO.

Eine erste Testumgebung, die den Zugriff auf Daten steuert, hat das Projektteam bereits erarbeitet. Das Projekt ‘eArchiving‘ wird gefördert durch die baden-württembergische Initiative "smart businessIT: Die IT stärken.Das Land vernetzen.“

Die landesweite Initiative zielt darauf ab, den IT-Standort Baden-Württemberg und hier speziell das Segment der Unternehmenssoftware weiter zu stärken und bei Anbietern wie Anwendern dieser Branche für eine hohe Innovationsdynamik zu sorgen.

Weitere Informationen:

http://www.eArchiving.de Weitere Infos zum Projekt und seinen Partnern
http://www.biolago.org/aktuelles-presse/news-artikel/patientendaten-sicher-und-d... Bilder zur Presseinformation
http://www.smartbusiness-it.de Homepage der Initiative smart BusinessIT

Johanna Häs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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