Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plattform für Smart-Data-Forschung nimmt Betrieb auf

16.10.2014

Digitale Daten in großen Mengen werden in der Industrie und in der Gesellschaft immer wichtiger, etwa wenn es darum geht, Stromnetze, Maschinenparks oder Stadtverkehr effizient zu steuern.

Mit dem Smart Data Innovation Lab SDIL am KIT hat nun eine nationale Forschungsplattform die Arbeit aufgenommen, auf der die Werkzeuge für den Umgang mit großen Datenmengen entwickelt werden. Industrie und Forschung arbeiten hier eng zusammen, um wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert aus Big Data zu gewinnen und Smart Data zu generieren.

„Wir freuen uns, so viele kompetente Partner innerhalb von SDIL versammelt zu haben“, erklärt Wilfried Juling, Leiter des Bereichs 2 „Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft“ am KIT. Die Konsortialvereinbarung und quasi Gründungsurkunde von SDIL haben nun führende Unternehmen und Forschungsinstitute aus verschiedensten Handlungsfeldern unterschrieben: Bayer, Bosch, EnBW, IBM, SAP, Siemens, Software AG, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Fraunhofer IAIS, Forschungszentrum Jülich und das KIT. Weitere 50 Partner sind assoziiert. „Gemeinsam werden wir neue Algorithmen und Instrumente entwickeln, um große Datenmengen zu managen und für unsere Gesellschaft als Wissensquellen nutzbar zu machen.“

„Schon im Vorfeld haben die Partner SDIL mit Leben gefüllt“, betont Michael Beigl, Koordinator des SDIL am KIT. In vier Arbeitsgruppen zu den Gebieten Energie, Smart Cities, Medizin und Industrie 4.0 wurden Projektideen diskutiert und erste Pilotprojekte identifiziert. Mit dem nun erfolgten Startschuss können die Projekte in die Umsetzungsphase gehen. Wissenschaft und Industrie erzeugen so gemeinsam neue innovative Anwendungen. Zu den Forschungsthemen gehören zum Beispiel dezentrale Energiemärkte, Hochwasserschutz sowie personalisierte Medizin. „Wenn das SDIL volle Fahrt aufgenommen hat, wollen wir rund 30 Smart-Data-Projekte parallel bearbeiten“, so Beigl.

„Für die Arbeit des SDIL stehen derzeit am KIT zwei Hochleistungsdatensysteme zur Verfügung“, sagt Bernhard Neumair, Direktor des Steinbuch Centre for Computing, an dem die SDIL-Infrastruktur betrieben wird. Die Hardware wird mit dem Bedarf der Forschungsprojekte wachsen. Zudem bietet SDIL eine vielfältige und in ihrer Kombination einmalige Softwareausstattung für den Bereich Smart Data Innovation. Dazu zählen etwa die Softwarepakete der Partner SAP: HANA, Software AG: Terracotta und IBM: Watson.

Das SDIL stellt eine Forschungsplattform und modernste Analysefunktionen bereit, mit denen sich große Datenbestände aus Unternehmen (reale Datenquellen) und aus öffentlich verfügbaren Datenquellen auswerten lassen. Die Plattform möchte darüber hinaus einen besseren Informationsfluss zwischen einzelnen Branchen ermöglichen, der Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen mit sich bringt. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen öffnet SDIL einen einmaligen Zugang zu Infrastruktur und Knowhow, um ihren Big-Data-Anwendungen neue Impulse zu geben.

Die Wissenschaftler am SDIL erhalten im Rahmen abgegrenzter Projekte Zugang zu Daten aus Industrieprozessen, die auf der Plattform sicher gespeichert sind. Die Analyse der Daten, beispielsweise die Beschreibung und Strukturierung von spezifischen Datensätzen oder auch das Auffinden von Anomalien, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Unternehmenspartner, wodurch ein schneller Wissens- und Technologietransfer möglich wird. Die beteiligten Forschungsinstitute werden außerdem allgemeingültige Werkzeuge und Methoden zur Datenanalyse entwickeln, die über die Plattform allen Teilnehmern des Smart Data Innovation Lab zur Verfügung gestellt werden können.

Das KIT betreibt bereits neben dem SDIL weitere Infrastrukturen für große Datenmengen. Etwa das Datenzentrum GridKa als Teil eines weltweit verteilten Netzwerkes für das europäische Teilchenbeschleunigerzentrum CERN und die Large-Scale Data Facility – LSDF für die Wissenschaft im Land Baden-Württemberg. Im Projekt Large-Scale Data Management and Analysis – LSDMA der Helmholtz Gemeinschaft hat das KIT die Koordinatorrolle. Seit Jahren befassen sich Informatik-Institute am KIT mit Analysemethoden, Auswertealgorithmen und Datensicherheit.

Das Konzept für die Forschungsplattform SDIL wurde in der Arbeitsgruppe „Bildung und Forschung für die digitale Zukunft“ des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung entwickelt. Die Arbeitsgruppe konzentriert sich auf die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie Forschung für die digitale Zukunft und verwirklichte in dem Zusammenhang bereits zwei erfolgreiche Initiativen: Software Campus Netzwerk (2011) und Academy Cube (2012).

Das SDIL fügt sich unter anderem in die Baden-Württemberg-Initiative „Forward IT“ ein, die das Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft unter anderem auf den Feldern Industrie 4.0, Unternehmenssoftware, Mobilität und IT-Sicherheit stärken will.

Webseiten des SDIL:
www.sdil.de

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6 000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: www.kit.edu

Weitere Informationen:

http://www.kit.edu/kit/pi_2014_15806.php

Monika Landgraf | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Innovation KIT Medizin SDIL Smart Data Software digitale Zukunft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften