Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plasma-Transistoren für billigere Displays

05.02.2009
Deutlich dünnere Panels als mit heutiger Technologie möglich

Forscher an der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) haben einen Plasma-Transistor entwickelt, der leichtere und preisgünstigere Flachbildschirme in Aussicht stellt.

Der Plasma-Transistor verbindet einen Festkörper-Elektronenemitter mit einer winzigen Aushöhlung, in der sich elektrisch geladenes Gas (Plasma) befindet. Das verspricht eine einfache Kontrolle über die Helligkeit.

"Das neue Gerät kann mit einer Emitterspannung von fünf Volt oder weniger sowohl den Plasma-Leitungsstrom als auch die Lichtemission steuern", erklärt Gary Eden, Direktor des Laboratory for Optical Physics and Enginerring der UIUC. Langfristig sollen auch Plasma-Displays mit höherer Auflösungen möglich werden.

In der 500 Mikrometer großen Mikroaushöhlung des Plasma-Transistors befindet sich ein geladenes Gas, das bei Anregung durch Elektronen Licht abgibt. Die Farbe hängt dabei vom Gas ab, beispielsweise liefert Neon rotes und Argon blaues Licht. In einer äußeren Grenzschicht dieses Plasmas wird Strom nicht von Elektronen, sondern positiv geladenen Ionen geleitet, was eine hohe Spannung erfordert. Bis zu 200 Volt sind daher nötig, damit das Plasma Strom überhaupt leitet und Licht abstrahlt.

"Wenn wir Elektronen aus dem Emitter in die Grenzschicht injizieren, können wir den Elektronenfluss durch das Plasma deutlich steigern, was wiederum die Leitfähigkeit und Lichtemission erhöht", erklärt nun Eden. Dadurch kann relativ leicht kontrolliert werden, wie viel Strom fließt und wie viel Licht der Plasma-Transistor daher abstrahlt. Denn der Elektronenemitter, der das letztendlich steuert, kommt mit Spannungen von bis zu fünf Volt aus, so Eden.

Das Konzept unterscheidet sich deutlich von den Plasma-Displays, die derzeit im Handel erhältlich sind. Dort wird ein Edelgasgemisch genutzt, das bei Unterdruck in Kammern zwischen zwei relativ dicken Glasplatten eingeschlossen ist. Im Gegensatz dazu funktioniert der Plasma-Transistor der UIUC-Wissenschaftler bei normalem atmosphärischen Druck. In früheren Arbeiten hat Edens Team Plasma-Lampen aus zwei Aluminium-Folien mit dazwischen liegender dielektrischer Schicht aus Aluminiumoxid hergestellt.

Über 250.000 solcher Lampen können zu einem Panel verarbeitet werden, das weniger als einen Millimeter dick ist. "Die Möglichkeit, das Plasma in jeder Mikroaushöhlung unabhängig zu kontrollieren, könnte unsere Plasma-Panels in ein preisgünstigeres Plasma-Display mit höherer Auflösung verwandeln", meint Eden.

"Das ist ein interessanter Ansatz, doch die Forschung steht noch ziemlich am Anfang", kommentiert Rainer Kling von der Abteilung Licht- und Plasmaphysik am Lichttechnischen Institut der Universität Karlsruhe gegenüber pressetext. Für ihn sei zwar ersichtlich, wie die Entwicklung zu leichteren und billigeren Plasma-Displays führen könnte. "Die Plasmazelle muss aber sicher noch deutlich optimiert werden, damit das praxistauglich wird", meint der Wissenschaftler. Wesentliche Herausforderungen für das Team an der UIUC werden aus seiner Sicht das Erzielen einer wirklich guten Display-Auflösung und hoher Helligkeiten sein.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.illinois.edu
http://www.lti.uni-karlsruhe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie