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Philips und UKE entwickeln Software zur Unterstützung der Diagnose von Demenzerkrankungen

16.10.2008
Mehr als 25 Million Menschen weltweit leiden unter einer degenerativen Erkrankung des Gehirns, die im fortgeschrittenen Stadium zur Demenz führt.

Forscher von Philips und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben gemeinsam eine Software entwickelt, die hilft, Demenzerkrankungen besser zu diagnostizieren. Nutzen und Einsatzfähigkeit der Software wurden jetzt in einer Studie in Zusammenarbeit von Philips, dem UKE und dem Austin Hospital in Melbourne, Australien, nachgewiesen.

Die Software analysiert Aufnahmen des Gehirns des Patienten und untersucht sie auf die jeweils typischen Muster unterschiedlicher degenerativer neurologischer Erkrankungen des Gehirns. Diese Muster werden dann mit einer Datenbank mit krankheitsspezifischen Referenzaufnahmen abgeglichen. Als Ergebnis wird das Maß der Übereinstimmung des Befunds mit dem jeweils typischen Befund bei der verschiedenen Demenzerkrankungen in Prozent ausgegeben.

Die häufigsten Demenzerkrankungen sind die Alzheimersche Krankheit, die Lewy-Körperchen-Demenz und die Frontotemporale Demenz. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit dem Zucker F-18-Fluordesoxyglukose (FDG) ist ein besonders vielversprechendes Verfahren zu ihrer Diagnose. Die PET-FDG liefert dreidimensionale Bilder der Gehirnaktivität. Denn um die verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen zu diagnostizieren, ist der Nachweis der charakteristischen Veränderungen der Gehirnaktivität notwendig.

Da diese Veränderungen insbesondere im Frühstadium relativ klein sind, erfordert die Interpretation der PET-Bilder zudem ein hohes Maß an Expertise und Erfahrung.

Das UKE hat die Software im letzten Jahr im klinischen Einsatz getestet. "Die Ergebnisse sind exzellent", sagt Dr. Ralph Buchert von der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des UKE. "Die Software ist einfach zu bedienen und das Ergebnis liegt innerhalb weniger Minuten in gut verständlicher Form vor. Beim Vergleich mit der Beurteilung der Bilder durch einen erfahrenen Experten lieferte die Software in 98 Prozent der Fälle ein übereinstimmendes Ergebnis."

"Computer-basierte medizinische Entscheidungsunterstützung gilt als einer der besten Wege, um Medizinern die Möglichkeit zu geben, verfügbare Daten und Wissen schnell für eine Fakten-basierte Diagnose und Behandlung zu nutzen," erklärt Dr. Henk van Houten, Senior Vicepresident Philips Research und Leiter des medizinischen Forschungsprogramms. "Über den Erfolg solcher Systeme urteilen diejenigen Menschen, die sie auch nutzen. Darum ist es so wichtig, sie gemeinsam mit führenden Demenz- Forschungsinstituten zu entwickeln."

Kontakt für Journalisten: Dr. Ralph Buchert unter Telefon 040-42803-6106 und buchert@uke.uni-hamburg.de

Kathrin Herbst | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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