Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Per Mausklick zum Fotomodell-Gesicht

11.11.2008
Software verschönert Portraitfotos durch Algorithmen

Mit einem Klick ein Foto eines Durchschnittsgesichts zu einem Model machen - das verspricht das Computerprogramm eines Forschers der Universität Tel Aviv.

"Dank Algorithmen kann man Attraktivität problemlos objektivieren und auf eine mathematische Formel reduzieren", so der Entwickler Daniel Cohen-Or. Schon vor der Massentauglichkeit der Software spekuliert er über zukünftige Anwendungsgebiete. Sie könnte Schönheitschirurgen zur Anleitung dienen, den Grafikern von Magazintitelblättern unter die Arme greifen oder vielleicht überhaupt zum Bestandteil von Digitalkameras werden.

Schönheit liege nicht nur im Auge des Betrachters, sondern sei auch in den Augen der Mehrheit der Betrachter feststellbar, so die Ausgangsthese Cohen-Ors. Er untersuchte daher 68 israelische sowie deutsche Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren, die er hundert Gesichter nach ihrer Schönheit auf einer Skala beurteilen ließ. Die Bewertungen fanden Eingang in eine Datenbank und wurden mit 250 Messungen und Eigenschaften des Gesichts verglichen, etwa mit den Proportionen von Nase, Kinn und dem Abstand zwischen Ohren und Augen. Davon ausgehend, entwickelten die Wissenschaftler einen Algorithmus, der ein beliebiges Foto durch die als attraktiv befundenen Eigenschaften verändern kann.

Das Besondere an dieser Erfindung sei die kaum merkliche Veränderung - im Gegensatz zu bisher oft üblichen starken Eingriffen bei Bildern von Models auf Titelseiten. Das erzielte Bild sei dem Originalbild in vielen Fällen sehr ähnlich, sagen erste Tester. Mit den Ergebnissen von markanten Gesichtern wie etwa bei Woody Allen oder Brigitte Bardot waren die israelischen Entwickler hingegen wenig zufrieden.

"Der Durchschnitt, den man aus einer Stichprobe von Gesichterfotos zieht, liefert durchaus allgemein gefällige Grundmuster", bestätigt der deutsche Psychologe und Schönheitsforscher Ronald Henss gegenüber pressetext. Dieses Durchschnittsbild habe zwar noch nichts zu tun mit der maximalen Schönheit, da individuelle Gesichter aufregender seien. "Doch nicht immer aufregender im positiven Sinn." Die Existenz allgemein gefälliger Grundmuster könne auch bei Tieren beobachtet werden, so der Saarbrücker Autor abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.telavivuniv.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie