Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

payever – Bezahlen in der Cloud

16.12.2013
Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein und wollen ihre Bestellungen auf eine bestimmte Art bezahlen. Doch Online-Händler bieten da oft nur wenige Möglichkeiten an. Die aus der Universität Würzburg heraus gegründete Firma „payever“ will das ändern.

88 Prozent der Kunden brechen einen Kaufvorgang im Internet ab, wenn die Vorkassenzahlung die einzige Bezahloption ist. Das zeigt eine Studie des Beratungs- und Forschungsinstituts ibi research GmbH (Regensburg).

Folge: Die Kunden sind unzufrieden, den Händlern entgeht viel Umsatz. Dabei ließe sich das laut ibi research durch eine größere Vielfalt an Bezahlarten verhindern: So verringert sich die Quote der Kaufabbrecher um 79 Prozent, wenn eine Rechnungszahlung angeboten wird. Der Umsatz steigt dabei um fast 13 Prozent, beim Ratenkauf immerhin noch um knapp fünf Prozent.

„Trotz des hohen Bedarfs auf Kundenseite setzen bislang nur wenige Onlineshops auf ein breites Angebot an Zahlungsmöglichkeiten“, sagt Diplom-Kaufmann Viktor Butsch, Absolvent der Universität Würzburg. Er kennt auch den Grund dafür: Die verfügbaren Produkte der Online-Zahlungsdienstleister verlangen von den Online-Shops eine aufwendige Implementierung. Dazu kommen hohe laufende Kosten und lange Mindestvertragslaufzeiten. All das führt zu einer geringen Marktabdeckung.

Die Idee der Unternehmensgründer

Das junge Unternehmen „payever“, das Butsch mit einem Firmengründungsteam auf die Beine gestellt hat, will diesen Zustand beseitigen: „Als unabhängige Mittler zwischen Privatkunden, Onlineshops und Banken haben wir ein eigenständiges Webportal zur Bezahlung von Online-Einkäufen entwickelt, das keinerlei Integration beim Händler erfordert“, so Butsch.

Die ersten zwei Produkte des Würzburger Startups sind die Rechnungs- und Ratenzahlung. Nach und nach soll das Angebot nun um weitere Bezahloptionen, wie die Kreditkartenzahlung und das Lastschriftverfahren, ergänzt werden. „Damit wollen wir die Bezahlung zunehmend in die Cloud verlagern“, so Butsch weiter.

Und so sieht die Würzburger Lösung aus: Die Kunden kaufen wie gewohnt im Onlineshop ein und wählen Zahlung per Vorkasse oder Überweisung. Dann werden sie auf www.payever.de weitergeleitet und geben dort ihre Rechnungsdaten ein. Sind die Kunden mit den Konditionen einverstanden, überweist die jeweilige Partnerbank von „payever“ den kompletten Kaufbetrag an den Online-Händler. Der Kunde erhält seine Ware und bezahlt die Rechnung mit Zahlungsziel 14 Tagen oder in monatlichen Raten direkt an die Bank zurück.

Vorteile für alle Beteiligten

Vorteil für die Kunden: Sie sind nicht länger auf die Bezahlmöglichkeiten einzelner Händler angewiesen und können ihre Einkäufe wie gewünscht bezahlen. Vorteil für die Händler: Sie können unterschiedliche Zahlungen anbieten, ohne ein aufwändiges Bezahlsystem in ihre Onlineshops integrieren zu müssen. Vorteil für die Bank: Ohne Mehraufwand erhöht sie ihr Kreditvolumen und erreicht neue Kundenkreise. Vorteil für das Team von „payever“: Es bekommt für jede erfolgreiche Vermittlung eine Provision.

„Mit dieser Idee wollen wir den Markt rasch durchdringen“, sagt Butsch. Bei der jungen Firma haben sich zwar bereits hunderte Händler registriert, sie sucht aber weiter nach Kooperationen mit etablierten Onlineshops, unterschiedlichen Portalen und anderen Multiplikatoren.

Unterstützung bei der Firmengründung

Unterstützt wird das Würzburger Gründungsteam von einem Netzwerk aus akademischen Förderern, Finanzexperten und Gründungsberatern.

„payever“ hat schon Erfolge vorzuweisen: 2013 wurde das Team bei start2grow, einem bundesweiten Wettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund, mit einem Preis ausgezeichnet. Aktuell wird es im Programm „EXIST“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Pro7Sat1 Media AG das junge Unternehmen im Rahmen ihres Accelerator-Programms.

Robert Emmerich | Uni Würzburg
Weitere Informationen:
http://www.payever.de
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schneller und sicherer Fliegen
21.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Das Start-up inveox will Krebsdiagnosen durch Automatisierung im Labor zuverlässiger machen
15.06.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der “Stein von Rosetta” für aktive Galaxienkerne entschlüsselt

21.06.2018 | Physik Astronomie

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics