Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018

Neues Produktschutzverfahren stattet KFZ-Kennzeichenschilder einfach und effizient mit Sicherheitsmerkmalen aus. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden hat gemeinsam mit der Erich Utsch AG einen Prozess zum Schutz von KFZ-Kennzeichenschildern entwickelt. Hintergrund der Entwicklung ist, dass sich viele der etablierten Produktschutzkonzepte entweder als zu unflexibel oder unwirtschaftlich erweisen. Die Ergebnisse werden sowohl auf dem 10. Lasersymposium in Dresden als auch auf der Messe Intertraffic Amsterdam 2018 vorgestellt.

In Kooperation mit der Erich Utsch AG erarbeitete ein Forscherteam des Fraunhofer IWS Dresden ein Verfahren, das Produktschutzmerkmale im Prägeprozess effizient und sicher auf KFZ-Kennzeichen überträgt. Die Grundlage bildet das »Direkte Laserinterferenzstrukturieren« (DLIP), das einen kohärenten Laserstrahl in zwei oder mehr Strahlen teilt und auf der Prägestempeloberfläche kontrolliert überlagert.


Mittels DLIP-Verfahren hergestelltes exemplarisches Produktschutzmerkmal.

Erich Utsch AG


Appliziertes DLIP-Produktschutzmerkmal auf einem KFZ-Kennzeichen.

Erich Utsch AG

»Wir sprechen von einer sogenannten periodischen Modulation der Laserintensität«, erläutert Tim Kunze, Gruppenleiter Oberflächenfunktionalisieren beim Fraunhofer IWS. »Der aus der Überlagerung resultierende Interferenzeffekt erlaubt es, definierte Strukturen auf Oberflächen aufzutragen. Die aufgebrachten Mikrostrukturen sorgen für Regenbogeneffekte, die wir als Produktschutzmerkmal nutzen können.«

Im zweiten Prozessschritt fungiert der Stempel als Prägewerkzeug im Heißprägeprozess. Er überträgt das DLIP-Produktschutzmerkmal auf die KFZ-Kennzeichenfolien.

DLIP stellt Produktschutzmerkmale schneller und günstiger her

Die Besonderheit des entwickelten Prozesses besteht darin, dass er das DLIP-Produktschutzmerkmal in einem Bruchteil der aktuell üblichen Zeit herstellt. Während etablierte Verfahren zum Herstellen von Hologrammetiketten häufig kostenaufwändige Infrastrukturen wie beispielsweise Reinräume erfordern, lassen sich die Produktschutzmerkmale nun unter Normalbedingungen herstellen.

Den Wissenschaftlern am Fraunhofer IWS gelang es zudem, das Verfahren so flexibel zu gestalten, dass sich komplexe Oberflächengeometrien und Produktschutzmerkmale erzeugen lassen. Beide Vorteile zusammen machen den neu entwickelten Produktschutzansatz zu einer vielversprechenden Möglichkeit, KFZ-Kennzeichenschilder einfach und effizient mit Sicherheitsmerkmalen auszustatten.

„Mit dem DLIP-Produktschutzmerkmal haben wir nun ein Instrument in der Hand, das hochflexibel und kostengünstig den Sicherheitsstandard für KFZ-Kennzeichen auf ein neues Niveau hebt und alle bisherigen Standards quasi über Nacht obsolet werden lässt“, so Bernd Pfundstein, Innovationsbeauftragter im Produktmanagement „Kennzeichenzuschnitte“ der Erich Utsch AG.

Produktpiraterie eindämmen

Nahezu drei von vier Unternehmen in Deutschland sind laut einer Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bereits von Produktpiraterie betroffen. Insbesondere Patentanmeldungen und technologische Schutzmaßnahmen zählen laut VDMA zu den beliebtesten Methoden zur Absicherung von Produkten gegen unerlaubte Vervielfältigung. Da Patentverletzungen stets gesondert nachgewiesen werden müssen, werden insbesondere technologische Produktschutzmaßnahmen immer wichtiger. In diese Richtung zielt die neue Entwicklung des Fraunhofer IWS Dresden.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden
01277 Dresden, Winterbergstr. 28

Dr. Tim Kunze
Oberflächenfunktionalisierung
Telefon: +49 351 83391 3661
Telefax: +49 351 83391 3300
E-Mail: tim.kunze@iws.fraunhofer.de

Markus Forytta
Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 351 83391-3614
Fax: +49 351 83391-3300
E-Mail: ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de

Internet:
http://www.iws.fraunhofer.de und
http://www.iws.fraunhofer.de/de/presseundmedien/presseinformationen.html

Weitere Informationen:

http://www.lasersymposium.de

Dr. Ralf Jaeckel | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde
26.04.2018 | Universität Paderborn

nachricht Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0
26.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics