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Optimierung der klinischen Leitlinienpraxis – DFKI startet mit Projekt SIMPLE

30.09.2011
Der Forschungsbereich Sichere Kognitive Systeme des DFKI Bremen hat sich im Rahmen des Projektes SIMPLE zum Ziel gesetzt, die Einhaltung klinischer Leitlinien in der medizinischen Behandlungspraxis mit Methoden der Künstlichen Intelligenz zu verbessern. Der Projektname SIMPLE steht dabei für „Semantisch fundierte Implementierung klinischer Leitlinien“.

Von medizinischen Fachgesellschaften erarbeitete klinische Leitlinien können den Behandlungserfolg bei schweren Krankheiten nachhaltig verbessern; dennoch weichen Behandlungspläne in der Praxis häufig von etablierten Leitlinien ab, u.a. aufgrund einer hohen Zugangsschwelle zu den Leitlinien, die oft sowohl umfangreich als auch komplex sind. Abhilfe soll hier informationstechnische Unterstützung schaffen.

Das System SIMPLE erstellt auf Grundlage der im Krankenhausinformationssystem existierenden oder gesondert vom Arzt erhobenen diagnostischen Daten einen leitlinienkonformen Behandlungsplan und stimmt diesen mit dem behandelnden Arzt ab. Hierbei sollen Schwachpunkte bisheriger informationstechnischer Umsetzungen überwunden werden. SIMPLE wird über die erforderliche Intelligenz verfügen, um die komplexen Abläufe in der Patientenbehandlung verstehen und auf den Individualfall anpassen zu können. Hintergrund ist dabei ein neuartiges Paradigma der Leitlinienrepräsentation, das eine einheitliche Darstellung von Hintergrundwissen und Leitlinieninhalten in einer Standardontologiesprache vorsieht.

Der Forschungsbereich Sichere Kognitive Systeme des DFKI kooperiert in diesem Projekt mit der Firma ID Information und Dokumentation im Gesundheitswesen GmbH & Co. KGaA aus Berlin, die das Projekt koordiniert, sowie dem eScience Centre der Universität Bremen. Klinische Partner sind das Alfried Krupp Krankenhaus, Essen, und die Städtischen Kliniken Neuss. Gefördert wird SIMPLE vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Laufzeit beträgt zwei Jahre und beginnt am 1. Oktober 2011.

Die Ergebnisse von SIMPLE werden in der von ID entwickelten Produktpalette wissensbasierter klinischer Softwarelösungen zur Anwendung kommen.

Über das Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI):
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen sowie einem Projektbüro in Berlin hat sich seit der Gründung 1988 zum weltweit größten Forschungszentrum auf diesem Gebiet entwickelt. Aktuell forschen mehr als 400 Mitarbeiter aus 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten Wissensmanagement, Multiagententechnologie, Simulierte Realität, Sprachtechnologie, Intelligente Benutzerschnittstellen, Bildverstehen, Mustererkennung, Robotik, Sichere Kognitive Systeme, Erweiterte Realität und Wirtschaftsinformatik. Das Finanzierungsvolumen lag 2010 bei ca. 36 Millionen Euro. Der Erfolg: über 50 Professoren und Professorinnen aus den eigenen Reihen und 57 Spin-Off-Unternehmen mit mehr als 1.300 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.
DFKI-Kontakt:
Prof. Dr. Lutz Schröder
DFKI Bremen, Forschungsgruppe Sichere Kognitive Systeme
Enrique-Schmidt-Str. 5 (Cartesium)
28359 Bremen
Tel.: +49 (0)421 218-64216, Fax: +49 (0)421 218-98 64216
E-Mail: Lutz.Schroeder@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de/sks
Prof. Dr. Dieter Hutter
DFKI Bremen, Forschungsgruppe Sichere Kognitive Systeme
Enrique-Schmidt-Str. 5 (Cartesium)
28359 Bremen
Tel.: +49 (0)421 218-64277, Fax: +49 (0)421 218-98 64277
E-Mail: Dieter.Hutter@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de/sks
DFKI-Pressekontakt:
Franziska Martin, M.A.
DFKI Bremen, Sichere Kognitive Systeme
Enrique-Schmidt-Str. 5 (Cartesium)
28359 Bremen
Tel.: +49 (0)421 218-64255, Fax: +49 (0)421 218-98 64255
E-Mail: Franziska.Martin@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de

Franziska Martin | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de

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