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OPTIKON: Softwareunterstützte Methodik erleichtert Prozessoptimierung und Normenkonformität bei KMUs

14.09.2010
Die OrgaTech GmbH und das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE entwickeln im Rahmen des Forschungsprojekts „Optikon“ eine Methodik, die es kleinen und mittelständischen Unternehmen erlaubt, die unternehmenseigenen Prozesse mit relevanten Regeln und Normen in kurzer Zeit abzugleichen.

Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) sind aufgrund des globalen Wettbewerbs immer mehr dem Druck ausgesetzt, ihre Prozesse den unterschiedlichsten Regelwerken anzupassen. Sie sehen sich einer Vielzahl von (DIN-) Normen und Standards gegenüber und werden vielfach auch aufgrund von Besonderheiten in Lieferverträgen mit großen Unternehmen und Konzernen dazu gezwungen.

Oftmals gelten verschiedene Regeln für ein und denselben Prozessschritt. Die Prüfung, welche Regeln und Anforderungen für das Unternehmen relevant sind und ob sich die Regeln für die einzelnen Prozessschritte entsprechen oder sogar widersprechen, ist bisher mit großem Aufwand verbunden. Jedes Regelwerk muss derzeit dem entsprechenden Prozess einzeln gegenübergestellt werden, sodass man den gleichen Prozess immer wieder überprüft.

Das kostet viel Zeit und Geld und entscheidet oftmals über Gewinn und Verlust bei anstehenden Aufträgen. Vielfach haben die Unternehmer nicht die Zeit, alle Auftragsbedingungen zeitnah zu prüfen und nehmen den scheinbar Gewinn bringenden Auftrag an, nur um im Nachhinein festzustellen, dass die regelgerechte Durchführung des Auftrags – beispielsweise aufgrund von Umstellungen im Herstellprozess – zu Verlusten führt.

Im Rahmen der neuen Methodik „Optikon“ wird im ersten Schritt der Unternehmensprozess abgebildet und alle unternehmens- bzw. prozessrelevanten Anforderungen werden erarbeitet, verglichen und zu einem großen Anforderungskatalog verarbeitet. In einem zweiten Schritt wird der Prozess gegen den zuvor entstandenen Anforderungskatalog geprüft und Abweichungen werden aufgezeigt. Es wird also überprüft, ob der Unternehmensprozess regelkonform ist. Prozess- und Anforderungskatalog sind dabei jedoch nicht starr, sondern können bei Bedarf – beispielsweise bei neuen Aufträgen - beliebig verändert werden.

Aufgrund dieser Methodik weiß der Unternehmer in kurzer Zeit, an welcher Stelle er den Prozessschritt wie ändern muss, um dem gesamten Regelwerk zu entsprechen. Er wird also in die Lage versetzt, seine Prozesse selbstständig systematisch und effizient zu verwalten, zu optimieren und sich damit dauerhaft erfolgreich und schneller an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und am Markt zu etablieren.

Nachdem kürzlich mit dem „Kick-off“ der Startschuss für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt gefallen ist, werden in der ersten Phase Konzepte und Werkzeuge zur Konformitätsprüfung entwickelt. Mit dem Forschungspartner Schalker Eisenhütte sowie dem assoziierten Partner Deutsche Bahn AG, die das Forschungsprojekt bereits in der ersten Phase informativ unterstützen, wird anschließend die Praxistauglichkeit der Methodik geprüft.

Die Innovation dieser Methodik besteht darin, dass ein lernendes System entsteht, in dem nicht mehr jeder Prozess einzeln gegen jede Norm/Anforderung geprüft werden muss, sondern dass dieser Vergleich durch die Multi-Assessment-Methodik in einem großen Schritt geschieht. „Optikon wird es KMU ermöglichen, die Anforderungen ausstehender Aufträge deutlich schneller gegenüber dem eigenen Prozess zu prüfen und entsprechend die Entscheidung im Hinblick auf eine Auftragsannahme unterstützen. Auch wird durch diese Methodik die Einhaltung der Anforderungen bei Prozessänderungen gewährleistet“, erklärt Bernhard Kurpicz, Geschäftsführer der OrgaTech.

Ansprechpartnerin OrgaTech:
Nicole Malzahn
Telefon +49 / 231 39995-102
Nicole.malzahn@accel-gmbh.de
OrgaTech GmbH
Unternehmensberatung
Zum Pier 73-75
44536 Lünen
Die 1999 gegründete OrgaTech GmbH mit Sitz in Lünen ist ein national sowie international agierendes Beratungshaus mit umfassender Projekterfahrung in den Bereichen Qualitäts-, Organisations-, Prozess- und Projektmanagement. Die Erarbeitung maßgeschneiderter Konzepte gehört genauso zu ihrem Kompetenzbereich wie die Entwicklung und Implementierung individueller Softwarelösungen. Dabei stehen praktikable Lösungen und die Individualität des Kunden im Vordergrund.

Das Unternehmen verfügt über ein breites Spektrum an Referenzen aus dem Mittelstand und von großen Unternehmen aller Branchen. Hierzu zählen beispielsweise BP, Bayer AG, Deutsche Bahn AG, Jenoptik Laser, Karl Buch, Metro Group, Panopa, Sandvik, Telekom, ThyssenKrupp Steel, TÜV Süd, Weber Rohrbau, Windmöller & Hölscher und andere.

Ansprechpartnerin Fraunhofer IESE:
Yvonne Ortiz Guadalupe
Telefon +49 (631) 6800 1002
yvonne.ortiz@iese.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern
Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklung. Die Produkte unserer Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen über Automatisierung und Anlagenbau, Informationssysteme, Gesundheitswesen und Medizintechnik bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor.

Unsere Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit sind wir der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer tragen wir seit über einem Jahrzehnt maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagieren wir uns gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen. Das Fraunhofer IESE ist eines von 59 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten wir die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.

Martin Koch | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

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