Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Operieren oder nicht? Teleradiologie bringt Patientenbilder auch nachts sicher zum Facharzt

04.05.2009
Ein Patient wird mit einer Kopfverletzung in das Krankenhaus einer kleineren Stadt gebracht, eine Computertomographie zeigt Blutungen im Gehirn. Nun sollte ein Neurochirurg die Bilder sofort begutachten und entscheiden, ob eine Operation nötig ist - Neurochirurgien gibt es allerdings nur an größeren oder Spezialkliniken.

Patientenbilder sicher dorthin zu schicken und von Fachärzten begutachten zu lassen, ist eine der Möglichkeiten, die ein Datennetz zur Teleradiologie bietet. Der Verbund Südost Baden-Württemberg mit den Zentren Ulm, Tübingen und Ravensburg kann sein Netz nun mit neuer Förderung vom Landessozialministerium ausbauen.

"Das Datennetz der Teleradiologie ist ein sicheres System, um Patientenbilder vertraulich, klar zugeordnet und in der für die Diagnose nötigen Qualität zu verschicken", erklärt Franz Jobst, Leiter des Zentrums für Information und Kommunikation am Universitätsklinikum Ulm, der das Projekt betreut. "Dank der neuen Förderung von 220.000 € können wir nun eine Stelle einrichten, die das System für die Nutzer betreut und weiterentwickelt."

Die Nutzer, die auf das Expertenwissen und die Tag-und-Nacht-Bereitschaft des Ulmer Universitätsklinikums zurückgreifen, sind derzeit die Kliniken in Heidenheim, Aalen, Ehingen, Biberach und Schwäbisch-Gmünd. "Die Teleradiologie ist für unser Klinikum sozusagen ein Fenster zur Neurochirurgie", erläutert Dr. Peter Schmid, Assistenzarzt in der Radiologie des Klinikums Schwäbisch-Gmünd. "Früher mussten wir bei schweren Kopfverletzungen oder Hirnblutungen CT-Bilder mit dem Taxi zur Neurochirurgie nach Günzburg oder Ulm fahren - dank der Teleradiologie geht es einfacher und schneller. Wenn eine Operation nötig ist, ist die Übernahme der Patienten in die dortige Neurochirurgie dadurch auch leichter zu organisieren", so Dr. Schmid. Das Interesse an diesen sogenannten Konsildiensten steigt, auch das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm will die Möglichkeiten in Zukunft nutzen.

Das System der sicheren Bildübertragung ist auch in anderen Bereichen einsetzbar: So liefern Radiologen am Ulmer Universitätsklinikum in Randzeiten auch Befunde für kleinere Krankenhäuser, die beispielsweise nachts zwar eine Computertomographie erstellen, aber im Nachtdienst keinen Radiologen für die Interpretation der Bilder einsetzen können. "Über das Teleradiologiesystem erhalten wir die Patientenbilder nachts aus Kliniken der Umgebung", erläutert Oberarzt PD Dr. Bernd Schmitz, Leiter der Sektion Neuroradiologie des Ulmer Universitätsklinikums. "Wir können sie in unserem digitalen Bildsystem begutachten und den Befund als Grundlage für die weitere Behandlung in kürzester Zeit der Partnerklinik zur Verfügung stellen."

Im Jahr 2008 wurde das Teleradiologiesystem im Ulmer Verbund in mehr als 7.100 Fällen genutzt. "Dabei haben wir über 2,3 Millionen Bilder verschickt", berichtet Franz Jobst. "Die Nutzung steigt stetig an, damit auch die Anforderungen an die Verfügbarkeit und die technische Weiterentwicklung - die wir nun angehen können." Das Grundprojekt zur Teleradiologie war 2003 nach einer Ausschreibung des baden-württembergischen Sozialministeriums gestartet worden.

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive