Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Open Source: Mit ERNEST finden Entwickler frühzeitig Fehler im Softwareentwurf

19.08.2015

Um möglichst vielen Entwicklern eine effiziente Validierung ihres Softwareentwurfs zu erlauben, stellt das Fraunhofer ESK die Basis-Variante des ERNEST-Frameworks Open Source. Entwickler, die sich das Framework auf der Plattform GitHub herunterladen, können ERNEST kostenfrei nutzen und haben vollen Zugriff auf den Sourcecode. So können sie das Framework, das das Zeitverhalten modellierter Software überprüft, frei an ihre Anforderungen anpassen. ERNEST hilft Entwicklern, in einem frühen Stadium der Modellierung Softwarefehler in der Architektur bezüglich nicht-funktionaler Anforderungen zu entdecken – und so Zeit und Entwicklungskosten zu sparen.

Ziel: Verletzung von Zeitschranken aufdecken

Ein schwieriges Kapitel bei der Entwicklung von Software für eingebettete, vernetzte Systeme ist die Einhaltung von Anforderungen wie beispielsweise Zeitschranken, da diese oft über mehrere verteilte Komponenten hinweg sichergestellt werden müssen.

ERNEST erzeugt aus dem Softwaremodell eine Simulation, die das Kommunikations-verhalten nachbildet. Sogenannte Timing-Traces erfassen das Zeitverhalten und geben an, an welchem Port zu welchem Zeitpunkt eine Nachricht angelangt ist. Im Anschluss werden die Simulationsdaten an die offene Entwicklungsumgebung Eclipse übergeben und analysiert.

Neues Modul für die grafische Architektur-Modellierung mit EAST-ADL

Besonders am ERNEST-Simulationsframework ist, dass es durch ein eigens entwickeltes Meta-Modell unterschiedliche Modellierungssprachen wie UML, EAST-ADL und Artop/AUTOSAR analysiert. Die  ESK-Wissenschaftler haben bereits während der Entwicklung darauf geachtet, dass die Analyse von der Modellierungssprache der Systemarchitektur unabhängig bleibt. Damit können Softwareentwickler unter-schiedliche Modelle mit verschiedenen Entwicklungssprachen in das ERNEST-Framework integrieren und überprüfen.

Neues Lizenz-Konzept

ERNEST wird beim Fraunhofer ESK schon seit 2010 in Forschungsprojekten eingesetzt. Bisher konnten Entwickler zwar das Framework kostenfrei anwenden, allerdings nicht selbst anpassen. Seit heute liegt der Quellcode in einem Dual License Modell vor, das heißt: Das Basisframework steht als quelloffener Code auf GitHub (unter Eclipse Public License, EPL bzw. GNU Public License Version 3, GPLv3) zur Verfügung.

Darüber hinaus können das Framework und Zusatzmodule unter einer kommerziellen Lizenz vom Fraunhofer ESK bezogen werden. Für Kunden hat das den Vorteil, dass sie geschäfts-kritische Erweiterungen dritten Nutzern nicht offenlegen müssen, wie es bei Open Source mit sogenanntem Copyleft sonst notwendig ist.

Solche Zusatzmodule, etwa Transformationen für die Simulation von Architekturmodellen in EAST-ADL oder von AUTOSAR-Modellen, können bei den ESK-Entwicklern angefragt werden. Diese sind Unternehmen auch behilflich, wenn ERNEST auf die interne Prozesskette angepasst werden soll.

Das Open Source Release bietet außerdem den Vorteil, dass Entwickler neben dem Zeitverhalten auch andere, eigene Analysen integrieren können. Auch hier bietet das Fraunhofer ESK gerne seine Unterstützung an.

Presse Institute | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung