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Wenn Informatiker oder Wirtschaftsinformatiker der Technischen Universität Chemnitz von "Omelette" sprechen, meinen sie damit nur selten Eierkuchen. Bei ihnen dient das Wort als griffige Abkürzung eines durch die Europäische Kommission geförderten Projektes "Open Mashup Enterprise service platform for LinkEd data in The TElco domain".
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Internetanwendungen im Web 2.0 mit einem besonderen Fokus auf die Telekommunikationsbranche. Laut Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme der TU Chemnitz, wird gemeinsam mit acht weiteren internationalen Partnern die nächste Generation von Mashups entwickelt, sogenannte Telco-Mashups.
"Mashups sind Web-Anwendungen, die nach dem Baukastenprinzip oder wie bei einem Remix durch ein Vermischen bereits existierender Inhalte wie Text, Daten, Bilder, Töne oder Videos erstellt werden", erläutert der Chemnitzer Leiter des Omelette-Projektes weiter. Die Mashups sollen plattform- und geräteübergreifend auf Desktop-PCs, internetfähigen TV-Geräten und mobilen Endgeräten funktionieren.
"Ferner untersuchen wir die Vereinbarkeit traditioneller Telekommunikationsdienste und moderner Internettechnologien hinsichtlich neuer Geschäftsanwendungen", sagt Gaedke und ergänzt: "Künftig soll es möglich sein, über einen internetfähigen Fernseher eine Liveverbindung zwischen dem Wohnzimmer und dem Fernsehstudio herzustellen, um beispielsweise an einer Quizshow mit Ton und Bild teilnehmen zu können."
Einen ersten Editor-Prototypen, mit dem Nutzerziele mit Hilfe einer speziellen Beschreibungssprache erfasst und Mashups automatisch konzeptionell gestaltet werden können, präsentieren die Chemnitzer vom 31. Januar bis 2. Februar 2012 auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand E61) auf der LEARNTEC in der Karlsruher dm-Arena. "Wir zeigen zudem, wie mit Hilfe eines intelligenten Verzeichnisdienstes im Web verfügbare Dienste semantisch gesucht und beschrieben werden können", sagt Projektmitarbeiter Olexiy Chudnovskyy.
Damit sei es möglich, natürlichsprachlich formulierte Nutzerziele als Suchkriterien für passende Komponenten zu nutzen. "Uns geht es insbesondere um die Wiederverwendbarkeit von vorhandenen Komponenten im Sinne von Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz im Entwicklungsprozess", fügt Gaedke hinzu. Darüber hinaus würden Algorithmen entwickelt, um die offene Plattform auch für unbedarfte Anwender nutzbar zu machen.
Eine der Fallstudien, mit denen am Ende das Projekt validiert werden soll, beschreibt den Einsatz von OMELETTE als verteilte, kollaborative Bildungsplattform. Demonstriert wird dies an der University of Bolton (UK), die nicht nur einen Campus in Bolten hat, sondern auch in Ras al Khaima (Vereinigte Arabische Emirate) und in Sri Lanka. Eine der großen Herausforderung ist es nun, das Studierende und Lehrende in dieser global verteilten Umgebung optimal zusammenarbeiten können. Die Integration von OMELETTE in das aktuelle Web-Portal dieser Universität soll die Lücke zwischen den Studierenden und Lehrenden in den unterschiedlichen Standorten schließen. "Auf der LEARNTEC suchen wir das Gespräch mit vielen Interessenten derartiger Anwendungsszenarien", sagt Gaedke.
Das Projekt, an dem neun Partner aus Deutschland, England, Italien, Niederlande, Spanien und auch aus China beteiligt sind, hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Vom Gesamtbudget von über 6,1 Millionen Euro fördert die Europäische Kommission die Forschungsarbeit im Umfang von etwa 3,8 Millionen Euro innerhalb des 7. Rahmenprogramms. Die Technische Universität Chemnitz wird durch die Fakultäten für Informatik und für Wirtschaftswissenschaften vertreten.
Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-25530, E-Mail: martin.gaedke@informatik.tu-chemnitz.de
Mario Steinebach | Quelle: Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen: www.tu-chemnitz.de
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