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Neues Zentrum für Software-Technologie

23.06.2010
Es ist die Kommunikationsplattform schlechthin: Ohne Internet geht heute in allen Branchen, Lebens- und Arbeitsbereichen nichts mehr. Immer neue Anwendungen, Angebote und Technologien kommen auf den Markt. Eine wahre Herausforderung für Software-Entwickler, die mit den rasanten Veränderungen nicht nur Schritt halten, sondern sie auch vorwegnehmen müssen.

An der Uni Duisburg-Essen (UDE) ist gestern (22.6.) der offizielle Startschuss für „paluno“, „ The Ruhr Institute for Software Technology“, gefallen. Es soll in absehbarer Zeit eines der führenden europäischen Forschungszentren für Methoden der Softwareentwicklung bzw. des Software Engineering werden.

Fünf Forschergruppen mit mehr als 70 Mitarbeitern arbeiten gemeinsam für dieses ehrgeizige Ziel an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften; weitere Forscher werden hinzukommen. Das paluno-Team kooperiert eng mit Unternehmen und kann auf einer Reihe bereits bestehender Projekte aufbauen. Es geht vor allem um so genannte „flexible Future Internet Applikationen“. Das sind innovative Anwendungen, die die nächste Entwicklungsstufe des Internets nutzen und dadurch neue Geschäftsmodelle und -prozesse ermöglichen.

Die UDE investiert in paluno in einer ersten Ausbaustufe mehrere Millionen Euro. Uni-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke betonte bei der Festveranstaltung auf Zollverein vor mehr als zweihundert geladenen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die Bedeutung des neuen Instituts: „paluno bietet die Chance, Wirtschaft und Forschung in der Metropole Ruhr weiter zu stärken und die Universität Duisburg-Essen noch intensiver mit der Region zu verknüpfen.“

Die IT-Industrie, Dienstleistungsbranchen von der Versicherung über Banken, aber auch Medien oder Energieversorger könnten von der Arbeit der UDE-Experten profitieren. „Das Internet von morgen wird noch servicebasierter sein als jetzt schon“, erklärt Prof. Dr. Stefan Eicker, einer der fünf Gründungsmitglieder von paluno. „Jederzeit und überall verfügbare Inhalte, die individuell adressiert werden können; ortsunabhängiger Zugriff auf Geräte, damit die Informationen sich nahtlos in Geschäftsprozesse integrieren lassen – das Potenzial ist riesig. Also werden neue Anwendungen und Werkzeuge gesucht. “ Prof. Dr. Volker Gruhn, jüngst als weiterer internationaler Experte für Softwareentwicklung an die UDE gekommen, fügt hinzu: „Man kann sich vorstellen, wie komplex, anspruchsvoll und aufwändig die Software ist, die dahinter steckt!“

Genau solche software-intensiven Systeme wollen die UDE-Forscher entwickeln und dabei für die Wirtschaft ganz neue Dienstleistungen eröffnen. Ein Vorteil von paluno sei der ganzheitliche Ansatz, betont Prof. Dr. Klaus Pohl, Direktor des neuen Instituts. „Das heißt, wir berücksichtigen nicht nur softwaretechnische Fragestellungen, sondern analysieren auch Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle.“ Prof. Dr. Albrecht Schmidt, Spezialist für die Gestaltung von Benutzerschnittstellen, ergänzt: „Wir untersuchen außerdem, wie die Systeme möglichst einfach und intuitiv von ihren Benutzern verwendet werden können.“

Von der Arbeit im neuen Forschungsinstitut sollen ebenso die Studierenden profitieren: Die angehenden Informatiker und Wirtschaftsinformatiker werden praxisnah ausgebildet, haben früh Kontakt zu Unternehmen und „werden bestens auf einen Arbeitsmarkt vorbereitet, der immer höhere Anforderungen an die Gestaltung komplexer, software-intensiver Systeme stellt“, so Prof. Dr. Michael Goedicke, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und ebenfalls Gründungsmitglied von paluno.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Stefan Eicker, Tel. 0201/183-4031, stefan.eicker@uni-due.de,

Erik Heimann, Tel. 0201/183 4018 erik.heimann@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://paluno.uni-due.de

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