Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Exzellenznetzwerk - Service-Revolution im Internet

02.02.2009
Guter Service spielt nicht nur im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur eine große Rolle. Perfekte Dienstleistungen sind immer mehr auch im Internet gefragt.

Hier können die Nutzer durch so genannte Software-Services beispielsweise Flüge buchen, online einkaufen oder Kontakte in Netzwerken pflegen. Bekannte Anbieter solcher Programme sind Google, YouTube, Expedia, Amazon und eBay.

Was aber verbirgt sich dahinter? Wie können Anwender solche Dienste künftig noch besser nutzen und an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen? Dieser Aufgabe widmet sich das europäische Exzellenznetzwerk S-Cube, das von der Arbeitsgruppe Software Systems Engineering (SSE) der Uni Duisburg-Essen koordiniert wird.

Innerhalb von vier Jahren soll S-Cube die Grundpfeiler für eine multidisziplinäre Forschungsgemeinschaft legen, die die Software-Service-Entwicklung in Europa entscheidend vorantreibt, denn diese Forschung ist wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit der EU. Bereits heute sind Software-Services aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.

Wie Joao Da Silva, Direktor der Europäischen Kommission für "Converged Networks and Services", berichtete, sind derzeit bereits über eine Milliarde Menschen in sozialen Netzwerken aktiv - mehr als drei Milliarden Minuten pro Tag. Immer mehr Daten werden hin und her geschickt: Der Internet-Video-Service YouTube war im Jahr 2006 für einen Internet-Verkehr von 27 Petabyte (= 27 Millionen Megabyte) verantwortlich. Das entspricht dem gesamten Internet-Verkehr aus dem Jahr 2000.

"Das heutige Angebot und die skizzierten Beispiele sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Zahl sowie die Vielfalt der Dienstleistungen nehmen stetig zu. So wird sich die Bedeutung von Software-Services sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld rasant weiterentwickeln. Die Art und Weise, wie wir das servicebasierte Internet der Zukunft nutzen, wird sich wesentlich verändern", prognostiziert Projektkoordinator Prof. Dr. Klaus Pohl von der Arbeitsgruppe SSE. Innovative Software-Services entstehen zunehmend durch die Kombination unterschiedlicher Software-Bausteine und existierender Services. Fachleute nennen dies Komponieren. So können beispielsweise Karten mit aktuellen Verkehrsinformationen oder Fotos der jeweiligen Orte angereichert werden. Googlemaps oder map24 bieten dies bereits für ausgewählte Orte an. Die Entwickler gehen damit auf die unterschiedlichen Wünsche der Nutzer ein.

In der Forschung beschäftigen technologische und gesellschaftliche Aspekte die Experten: Wie kann man die Komplexität der vielen komponierten Services beherrschen? Lassen sie sich so einfach gestalten, dass auch unbedarfte Nutzer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Services erstellen können? Kann man hochwertige Services so bauen, dass sie sich selbst managen und korrigieren? Wie können Unternehmen solche Dienste besser und flexibler für ihre IT-Dienstleistungen nutzen?

"Diese Herausforderungen können nicht von einer einzelnen Gruppe oder Forschungsdisziplin bewältigt werden. Sie erfordern die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Software Engineering, Geschäftsprozessmanagement, Service-Oriented Computing, Verteilte Systeme und Middleware", unterstreicht Professor Pohl. Ein wesentliches Element der Arbeiten im Exzellenznetzwerk S-Cube sei daher, Synergien zwischen unterschiedlichen Forschungsrichtungen zu nutzen. Langfristig sollen die Forschungsaktivitäten der S-Cube-Partner auf einer europaweiten Ebene abgestimmt und vertieft werden.

Erarbeitet werden neue Ansätze für selbstanpassbare Software-Services, moderne Techniken für die Qualitätssicherung sowie Methoden für die Erhebung und das Management von Anforderungen an innovative Services. Professor Pohls Team arbeitet hierzu mit mehr als 70 Forschern und über 50 Doktoranden aus 16 Forschungseinrichtungen in zehn europäischen Ländern zusammen. S-Cube wird von der Europäischen Kommission mit 8,5 Millionen Euro gefördert.

Prof. Dr. Klaus Pohl, Tel. 0201/183-4660, klaus.pohl@sse.uni-due.de

Katrin Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.sse.uni-due.de
http://www.s-cube-network.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen