Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Speicher sichert Daten für 100 Mio. Jahre

28.09.2012
Hitachis Quarzglas-Diskette praktisch unzerstörbar

Der japanische Hightech-Konzern Hitachi in Tokio einen neuartigen Datenspeicher aus Quarzglas präsentiert, wie phys.org berichtet. Das extrem widerstandsfähige Material soll die sichere Verwahrung digitaler Information über Zeiträume bis zu 100 Mio. Jahren ermöglichen.


Quarzglas: hervorragender Langzeit-Speicher (Foto: pixelio.de, cc Jürgen Schuy)

Quarzglas ist wasserfest, hitzebeständig und unempfindlich gegenüber vielen Chemikalien. Lediglich ein Brechen der extrem harten Speicherplatte würde zu Datenverlust führen. Der vorgestellte quadratische Prototyp misst zwei mal zwei Zentimeter und ist nur zwei Millimeter dick. Die Daten werden mit einem Laser in Form von Binärcode als Punkte in das Quarzglas geschrieben.

Leicht lesbar

"Derzeit gibt es keine einfache, zufriedenstellende Lösung zur physikalischen Speicherung von Daten. Dieses System hat den Nachteil, dass es nur einmal beschrieben werden kann. Zudem muss die Übersetzung von Binärcode in Zeichen bekannt sein, um die Daten lesen zu können. Die Quarzglasspeicher machen nur Sinn, wenn Daten einmal digitalisiert und dann für lange Zeit archiviert werden sollen, etwa zur Aufbewahrung von Krypto-Keys oder als Mikrofilm-Ersatz. Für die breite Masse sehe ich weniger sinnvolle Anwendungen, für die Urlaubsfotos wird das Preis-Leistungs-Verhältnis wohl nicht reichen", sagt Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer bei Attingo Datenrettung http://attingo.com , gegenüber pressetext.

Der Prototyp der Quarzglas-Diskette enthält vier Speicher-Schichten aus lasergeschriebenen Punkten, was in etwa der Datendichte pro Fläche einer CD entspricht. Die Entwickler sind aber überzeugt, dass sie ohne Probleme weitere Schichten hinzufügen können, was die Kapazität stark erhöhen würde. Zum Auslesen der Daten genügen ein optisches Mikroskop und ein Computer, der mit Binärcode umgehen kann. Ein entsprechendes Programm ist sehr einfach herzustellen und sollte auch in ferner Zukunft auf womöglich anders funktionierenden Computern leicht zu realisieren sein.

Langfristige Lösung

Die beteiligten Wissenschaftler sagen, dass die Technologie bereits für einen praktischen Einsatz zur Verfügung steht. Sie könnten sofort beginnen, Daten für Regierungen und andere Organisationen zu sichern. Hitachi ist aber noch unschlüssig, wann die Technologie in Serie produziert werden soll. In Tests wurden die Speicherplättchen zwei Stunden lang auf über 1.000 Grad erhitzt, ohne dass eine Änderung im Speicher beobachtet werden konnte. Gegen Strahlung und chemische Einflüsse ist Quarzglas ohnehin unempfindlich. Die Daten halten sich auf den durchsichtigen Quadraten praktisch ewig.

"Unabhängigkeit von Magnetismus ist durchaus wertvoll. Bombenangriffe und Sonnenstürme können den Daten so nichts anhaben. Die Datendichte von 40 Megabyte pro Quadratinch halte ich nicht für sehr beeindruckend. Ob und wann das Produkt in Massenfertigung geht, bleibt fraglich", sagt Ehrschwendner. Die verantwortlichen Forscher glauben trotzdem an ihr Produkt.

"Die Menge an Daten, die täglich produziert wird, explodiert. Was die langfristige Aufbewahrung angeht, haben wir seit der Zeit der Steingravur nicht notwendigerweise dazugelernt. Die Gefahr von Datenverlust wächst sogar, durch wechselnde, manchmal inkompatible Technologien. Unsere Lösung garantiert lesbare Daten für eine sehr lange Zeit", sagt Chef-Entwickler Kazuyoshi Torii.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://hitachi.com hat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung
18.05.2018 | Universität Zürich

nachricht Hochautomatisiertes Sehen auf dem Prüfstand
17.05.2018 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics